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Nächte des Jägers

Nächte des Jägers

Autor: Thomas Gast

ISBN: 978-3-943288-03-2

Einband: Softcover

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 347

Auflage: 1. Aufl. 09/2011

Brice de la Tours Existenz ist fade und eintönig, bis eines Tages ein alter Mann namens Hagen mit Pauken und Trompeten in sein Leben tritt. Er hinterlässt Brice sein Erbe in einem alten Schuhkarton - das Vermächtnis des Hagen von Falkenhorst in Form von zwei Tagebüchern! Mit Hilfe von Gwen, seiner großen Liebe, und einem alten Schulfreund gelingt es Brice, das abenteuerliche Leben Hagens nachzuvollziehen.

Die Spuren führen sie an die Ostfront der deutschen Armee im zweiten Weltkrieg. Unfreiwillig Zeuge der Gräueltaten des Naziregimes, muss Hagen flüchten. Begleitet von Kurt, seinem treuen Weggefährten, begibt er sich auf delikate Drahtseilakte zwischen Gut und Böse, zwischen Moral und Verwerflichkeit. Zusammen suchen sie Zuflucht in der Fremdenlegion, kämpfen in Libyen und Indochina, wo Hagen sich in die schöne Vietnamesin My Son verliebt. Doch das Schicksal fordert seinen Tribut.

Unbändige Lebenslust in seiner rastlosen Seele und ständig auf der Suche nach neuen Abenteuern, findet Hagen in Valerie, der blutjungen Tochter eines französischen Weinbauern, schließlich seinen sicheren Hafen. Auf ihrer Farm Falkenhorst, im Herzen der Savanne Schwarzafrikas, gründen sie eine Familie, und eine von Liebe und Harmonie geprägte Existenz beginnt. Jedoch muss Hagen sich erneut den Schicksalsschlägen fügen - aber diesmal flieht er nicht! Zusammen mit dem Jäger zieht er in seinen wohl letzten Kampf.

Leseprobe:
[...] Brazzaville war eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufschwung erfahren hatte. Sie war inzwischen eine Handelsmetropole, ein Knotenpunkt, der von keinem mehr ignoriert werden konnte. Hierher kam die Wolle aus dem Tschad, Kaffee aus Kamerun, Hölzer aus Zentralafrika - und die Bevölkerung wuchs und wuchs. Die Luft war erfüllt von den Düften exotischer Kräuter und Gewürze, und in den Straßen drängten sich fliegende Händler, die so ziemlich alles anboten, was legal oder illegal mit Geld erschwinglich war. Maskierte Féticheure tanzten auf den Märkten, boten Ausgefallenes zum Kauf an: Straußenfedern, Löwenkrallen und Hauer vom Phacochère, den angriffslustigen Wildschweinen. Pygmäen priesen ihre Zauberkünste an, ihre Puder und pflanzlichen Wundermittelchen. Afrikanischer Tamtam und Gri-Gri, wohin man auch sah. Es stellte sich schnell heraus, dass die Jahre bei der Fremdenlegion und das Empfehlungsschreiben Messmers von unschätzbarem Wert waren. Schon nach einem einmaligen Vorsprechen beim Gouverneur hatte Hagen von Falkenhorst eine Jagdlizenz erworben, doch nicht nur das.

Autor:
Der ehemalige Fremdenlegionär und Autor Thomas Gast entführt den Leser in eine außergewöhnliche Romanwelt. Hierbei verwendet er nicht nur Themen der Zeitgeschichte und der französischen Fremdenlegion, sondern lässt geschickt seine Erfahrung aus 17 Jahren Dienstzeit in dieser Eliteeinheit mit einfließen. Durch fundierte Recherchen des Autors im Archiv der Fremdenlegion in Aubagne/Südfrankreich erhält dieser Roman zusätzlich Authentizität.

Fremdenlegion in Algerien

Fremdenlegion in Algerien

Autoren: Eberhard Nadjé, Jürgen Bergner, Dieter Fessler

ISBN: 978-3-943288-95-7

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 360

Abbildungen: 236

Auflage: 1. Aufl. 10/2014

Erinnerungen dreier ehemaliger Legionäre der französischen Fremdenlegion in Algerien 1956-1964.
Eberhard Nadjé und Dieter Fessler berichten von ihren Einsätzen als Infanterist und Fallschirmjäger im Algerienkrieg, der zwischen 1954 und 1962 vorwiegend zwischen dem französischen Militär und der ALN, dem bewaffneten Arm der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN, geführt wurde. Jürgen Bergner begleitet diese Berichte mit brillanten Fotografien aus seiner Dienstzeit und vermittelt einen bemerkenswerten Einblick in die damalige Fremdenlegion und das Land Algerien.

Die Männer durchlebten einen harten Legionsalltag mit vielen Entbehrungen in der brütenden Hitze Nordafrikas, im unwegsamen Gelände, in der Wüste und Steppe, bis hin zu Aufenthalten im eisig kalten und schneebedeckten Gebirge Algeriens.
Tief einschneidende Erlebnisse, die sich die meisten Menschen in Europa nur schwer vorstellen können, prägten die Soldaten, wie auch die Erfahrung einer wahren Kameradschaft mit Legionären aus vielen Nationen.

Fallschirmjäger der Fremdenlegion

Fallschirmjäger der Fremdenlegion
Einsätze und Operationen in Afrika 1965–2015

Autor: Thomas Gast

ISBN: 978-3-943288-23-0

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 348

Abbildungen: Fotos, Skizzen, Städte- und Landkarten - teilweise in Farbe

Auflage: 1. Aufl. 07/2016



Ohne Zweifel ist die Fremdenlegion die Eliteeinheit der französischen Streitkräfte, und die Fallschirmjäger des 2. REP sind Teil dieser Männerschmiede. Sie durchlaufen die härteste Ausbildung der Welt, werden, allen anderen Spezialtruppen voran, in heiklen, extrem gefährlichen Situationen eingesetzt.

Dieser Luftlande-Verband, die Paras der Legion, besteht aus denselben Männern, die gemeinsam mit der Antiterroreinheit GIGN das Geiseldrama in Loyada beendeten und Jahre später, in einer Blitzaktion nach einem gewagten Fallschirmabsprung, tausende von Geiseln aus der Hand blutrünstiger Katanga Rebellen befreiten. Im Jahr 1982 eskortierten Soldaten des 2. REP, speziell die Fernspäheinheit CRAP, Jassir Arafat aus der von Israelis umzingelten Stadt Beirut, und nicht zuletzt suchten und fanden die Fallschirmjäger im zerklüfteten Gebirge im Norden Malis im Jahr 2013 hunderte Al-Qaida-Terroristen und brachten sie zur Strecke.

In einem einzigartigen und fesselnden Buch, das zwei Protagonisten – Afrika und die Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion – zusammenführt, bietet der Autor dem Leser Einblicke in die Einsätze in Afrika und im Libanon in den Jahren zwischen 1965 und 2015.

Leseprobe:
[...] Dieses Buch ist die Chronik der Fallschirmjäger der Legion über all die Operationen im erwähnten Zeitraum, gleichzeitig ist es auch postkoloniale Zeitgeschichte. Haupteinsatzorte sind entweder das Herz Schwarz- oder Zentralafrikas oder die Länder der Sahelzone, das Horn von Afrika mit inbegriffen.

Wieso die Afrikaeinsätze und nicht die anderen, fragt sich der Leser zu Recht. Nun, mir war es vergönnt, diesen Kontinent zwölf Mal „Boots on the Ground“ zu betreten. Und zu sagen,Afrika habe sich nicht in mein Herz gefressen, wäre eine Lüge. Alle Paras, die ich kenne, denken genauso. Eine geographische Ausnahme in diesem Buch bildet die Operation Épaulard. Sie fand 1982 in Beirut, im Libanon, statt. Ich habe sie deswegen mit berücksichtigt, weil hier der Nahe Osten und Afrika dicht an dicht beieinanderliegen. Kairo und Beirut trennen 550 Kilometer. Für afrikanische Verhältnisse ist das ein Katzensprung.

Ein ganz besonderes Augenmerk richte ich am Ende des Buches auf die Operationen ,Serval‘und ,Panther‘. Diese Einsätze verdienen es, ausführlich geschildert zu werden, da sie, wie schon Kolwesi, die Brillanz der Paras Legion in Gänze widerspiegeln. Ausführlich auf die jeweilige Politik und Zeitgeschichte aller Länder und aller im Buch vorkommenden Schauplätze einzugehen, würde den Rahmen desselben total sprengen. Es wäre zu komplex, davon zu berichten. Die ethnischen Verstrickungen, die sich weit zurück in die Zeit des Königreichs Kongo oder in die Epoche des Reiches von Kanem erstrecken, sind für uns Europäer oft unverständlich. Um den Sinn hinter den ständigen Coups d'État, den Rebellionen und Gegenrebellionen im Brennpunkt Zentralafrika und der Sahelzone der Jahre zwischen 1965 und 2015, zu verstehen, muss man eine afrikanische Seele besitzen. Oder die eines korrupten westlichen Politikers. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, den Leser in den Kontext der Operationen zu versetzen, denn nur so können gewisse Verhaltensweisen der verschiedenen Kriegsparteien verstanden und interpretiert werden.

[...] Kinshasa

Alle Männer fühlten sich ausgeruht und fit, die Moral konnte besser nicht sein. Unter normalen Umständen bekleidete mein Stellvertreter, ein Feldwebel belgischer Nationalität, die Funktion Führer des Zugtrupps. Für die Kongo-Mission allerdings habe ich ihm eine andere Aufgabe zukommen lassen. Nach der Anlandung wollte ich rapide einsickern. Für dieses Vorgehen sollte er den Einsatz der ersten und der zweiten Gruppe koordinieren. Ich wollte, dass diese beiden Gruppen hinten links und hinten rechts und tief gestaffelt in meiner Zugkeilformation marschierten. Sie hatten unter anderen die Aufgabe, den Zugtrupp und die vorneweg aufklärende dritte Gruppe zu decken. In der Legion ist der Platz des Chefs vorne. Mit Blick ins Gelände. Mit zwei Gruppen im Rücken fühlte ich mich wohler, wissend, dass ich so im Falle einer Feindberührung mit einem rapiden, koordinierten Deckungsfeuer rechnen durfte. Eine Umstellung in Zugbreitkeilformation könnte innerhalb Sekunden geschehen, falls die Lage dies erforderte. Einen Sonderfall bildeten die drei Scharfschützen. Sie sollten total selbstständig, unabhängig und flexibel operieren. Sie wussten, was von ihnen verlangt wurde. Ihr Instinkt würde sie zur geeigneten Zeit die angemessenen Entscheidungen treffen lassen. Die Achillesferse der Operation stellten ohne Zweifel das Gelände und die Stadt selbst dar. Kinshasa hatte eine immense Ausdehnung. Hier lebten über acht Million Menschen. Ein Slumviertel jagte das nächste. Eine Gasse verschachtelte sich mit der vorhergegangenen! Eine Beschilderung schien es kaum zu geben und hundert Straßen trugen dieselben Namen. Erschwert wurden diese Zustände dadurch, dass unser Kartenmaterial bescheiden ausfiel, um kein anderes Wort benutzen zu müssen. Die Nachbarzüge, die links und rechts von mir ihrem Ziel entgegenmarschierten, würde ich kaum zu sehen bekommen. Den Worten meines Capitaines nach lagen die den Zügen zugeordneten Sammelpunkte und Anlaufstellen für die Expatriierten zu weit auseinander. Sollte es Schwierigkeiten geben, dann war eine unmittelbare gegenseitige Unterstützung das Letzte, womit man rechnen konnte. Hubschrauber? No Go! Ein Fragezeichen tat sich auch bezüglich der Einwohner auf. Wie verhielten sie sich uns gegenüber? Alles war möglich, selbst das allerübelste Desaster. Wenn sämtliche in Brazzaville bereitstehenden alliierten Soldaten gleichzeitig in Kinshasa zum Einsatz kämen: Die Stadt war so weiträumig und unübersichtlich, die Anzahl der Boots on the Ground so gering, dass die meisten Bürger es wohl gar nicht mitbekommen hätten. Die Gefahr, sich in etwas zu verrennen, war sehr real. Eine komplette Division konnte von der Stadt einfach so verschlungen werden. Unterstützung würde es auch nicht im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Artillerie, Mörsern, oder Luftwaffe etc. geben. Wir konnten uns also nur auf uns selbst verlassen.

[...] Operation Licorne

Zwischen September 2002 und März 2003 kamen in der Elfenbeinküste vier Kampfkompanien sowie die Stabs- und Versorgungskompanie der Fallschirmjäger der Legion zum Einsatz. Sie unterstanden dem Groupement Tactique Interarmes Ouest (GTIAO). Die Paras Legion operierten im Westen des Landes, entlang des Sassandraflusses, stellten somit die Verbindung, den Schulterschluss mit der regulären Armee des Landes, der FANCI, her. Diese kämpfte auf demselben Breitengrad gegen die MPCI-Bewegung, die sich später im Laufe der bürgerkriegsähnlichen Situation mit anderen Gruppen wie MPIGO und MJP zur Koalition der Forces Nouvelles, der neuen Kräfte, zusammenschloss. Auf dem Kriegsschauplatz bewegten sich auch unkontrollierbare und irreguläre Söldner aus Liberia. All diese Gruppierungen in der Hitze des Kampfes auszumachen und zuzuordnen erforderte Erfahrung und Bauchgefühl. Beides hatten die Legionäre. Man erzählte mir später, dass es für jeden Feind, von der simplen Notwehr, die ja für alle in Beton gemeißelt war, mal abgesehen, andere Rules of Engagements (ROEs) gab. Das machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Am 28. September verlegte die CEA, die schwere Kompanie des 2. REP, von Dschibuti nach Abidjan. Die Blauen waren vor ihrer Verlegung auf einer compagnie tournante am Horn Afrikas unterwegs. Der erste Auftrag der Männer der schweren Kompanie war es, den Flughafen MAN zurückzuerobern. Der Befehl dazu wurde am Nachmittag des 29. November erteilt. Sofort darauf rückte die Kompanie klar zum Gefecht aus. Zuerst musste herausgefunden werden, wo der Feind seine Abwehrstellungen hatte. Ganz bewusst gingen deshalb kleine Spähtrupps der Blauen entlang der Feindlinie auf „Kontakt“. Schon während der Auswertung aller Berichte fügte sich das Bild nach und nach zusammen. Die Stärke der Rebellen, die den Flughafen hielten, wurde Pi mal Daumen auf einhundert geschätzt. Die Feindstellungen waren hervorragend ausgebaut, die Rebellen gut organisiert und an jedem Punkt der Verteidigungslinie hellwach. Sie zu vernichten würde kein Leichtes sein. Nichtsdestotrotz griffen die Blauen am frühen Morgen des nächsten Tages an.

Verdammt und geliebt

Verdammt und geliebt

Autor: Wolf-R. Barthel

ISBN: 978-3-943288-01-8

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 343

Abbildungen: 94 s/w Bilder

Auflage: 1. Aufl. 07/2011

Der Autor reflektiert in seinem Buch die Zeit des Algerienkriegs, den er als junger Fremdenlegionär von 1957 bis 1962 erlebte. Seine offene und teils sehr direkte Art die Dinge beim Namen zu nennen, macht dieses Buch zu einem echten Zeitzeugnis und gewährt Einblicke in die französische Fremdenlegion, die Légion Etrangère. Das Buch ist eine ehrliche Abrechnung mit einem Lebensabschnitt voller Abenteuer, Entbehrungen, Kameradschaft und Leid. Nicht die politischen Ereignisse und Hintergründe, welche zum Algerienkrieg führten, stehen im Mittelpunkt, sondern das Leben und Überleben zusammen mit Kameraden und Vorgesetzten.

Leseprobe:

[...] Unsere Compagnie war wieder einmal im Gelände, bei Nemours, glaube ich. Wir stiegen gerade von einem Felsen, der mich an den australischen Ayers Rock erinnerte, wenn er rot gewesen wäre. Beim Durchqueren der gerade abgeernteten Kornfelder unterhalb des Berges wurden wir von diesem Berg, den wir vorher gerade wirklich aufmerksam und gründlich durchsucht hatten, mit FM (MG) Feuer, Gewehrfeuer, und ich meine, mit einer Bazooka, heftig beschossen. "Demitour droit!", also kehrt Marsch. In Linie wieder im schnellen Lauf den Berg rauf. Dabei erwischte es den Spuntz vom Capitaine am rechten Bein, wie mich zwei Jahre später. Als wir ausgepumpt unter starken Beschuss ungefähr die Hälfte des Berges geschafft hatten ...

Leben unter fremder Flagge

Leben unter fremder Flagge

Autor: Thomas Gast

Rubrik: Sachbuch - Biografie

ISBN: 978-3-943288-94-0

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 437

Abbildungen: 191 Fotos und Skizzen

Auflage: 1. Aufl. 12/2016

17 Jahre Leben an der Front – geballte Aktion der Sturmtruppen und humanes Engagement.

Im Laufe der Dienstzeit von Thomas Gast in der französischen Fremdenlegion war der Autor Akteur und Zeitzeuge nicht nur vieler Einsätze und Operationen in der Epoche zwischen 1987 und 2002, sondern er spürte und verfolgte auch hautnah alle Veränderungen, denen dieses Elitekorps unterlag.

Der vorliegende Bericht führt den Leser vom tiefsten Dschungel Guyanas hin zur schier endlosen Savanne der Zentralafrikanischen Republik, von der Wüste Tschads zu den Kriegswirren auf dem Balkan in den Jahren 1992 und 1993. Und eine Erkenntnis blieb und bleibt bestehen: Die Legende Legion ist immer noch intakt.

Bei diesem Buch handelt es sich um die text- und bildlich erweiterte Ausgabe des Erstlingswerks Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde. Es war ein Erfolg und führte hervorragende Kundenrezensionen im Kielwasser mit sich. In seiner Ausgabe 20/12 wies das FOCUS-Magazin das Buch als das Standardwerk schlechthin aus.

Das Buch wechselte den Verlag und erscheint nun mit neuem Titel, einem anspruchsvolleren Text, einer übersichtlicheren Kapitelgestaltung, mit mehr Bildern und zusätzlichen erlebten Geschichten bei der Epee Edition. Diese rundum erneuerte Publikation bietet dem Leser einen detaillierten Einblick in das Armeekorps, von dem viele behaupten, es sei das beste, das es je gab.

Leseprobe:

[...] Opération Pélican

Am 3. Mai 1997 waren wir unterwegs Richtung Westafrika. Nach Gabun, um genauer zu sein. Gabun galt als Plattform für Projektionen in Krisengebiete. Da zu dieser Zeit die Situation in Zaire (das ehemalige Belgisch-Kongo und nach dem Bürgerkrieg 1997 die Demokratische Republik Kongo) mehr als angespannt war, haftete dieser Compagnie tournante von Anfang an ein Hauch von Pulverrauch an. Alle Zutaten für einen Einsatz waren gegeben. Vom Norden des Landes her rückte Désiré Kabila mit seiner Allianz der demokratischen Kräfte für die Befreiung Kongos (AFDL) auf Kinshasa vor, während das diktatorische Regime Mobutus sich bereit machte, die Stadt gegen die Aggressoren zu verteidigen. Man befürchtete ein Blutbad. Angesichts der Umstände verlegten wir, die 1. Kompanie und die CEA des 2. REP, von Libreville nach Brazzaville im Kongo (früher Französisch Kongo). Brazzaville und Kinshasa lagen sich auf Sichtweite gegenüber, nur der Pool Malebo (früher Stanleypool, nach Henry Morton Stanley), eine Erweiterung des Kongoflusses, trennte sie voneinander. Kabila stand mit seinen Truppen vor den Toren Kinshasas. Da in Kinshasa Hunderte von Europäern und andere Staatsangehörige lebten und arbeiteten, beschlossen die Generäle eine koordinierte und vor allem rechtzeitige Evakuierung. An dieser sollten sich Soldaten aus Frankreich, Portugal, England, Belgien und den USA beteiligen. Wir Legionärszugführer hatten einen ganz konkreten Auftrag. Dieser beinhaltete Folgendes: Übersetzen mit Schnellbooten über den Kongofluss. Vorstoßen bis zu den designierten Sammelpunkten. Evakuieren der Personen vor Ort, dies unter Einsatz von Waffengewalt, falls notwendig. Nach der Durchführung des Auftrages für andere Verwendung bereit stehen. Während die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen, begann es in Brazzaville zu brodeln. Niemand scherte sich darum, denn alle Augen waren nur auf Kinshasa gerichtet. Untergebracht im Camp ORSTOM (Office de la recherche scientifique et technique outre mer, frei übersetzt: Amt/Büro für wissenschaftliche und technische Forschungen in Übersee), wies ich meinen Zug in die Lage ein und gab die ersten Vorbefehle. Die Munition, originalverpackt und auf Paletten geliefert, wurde sofort an die Züge ausgeteilt. Ein Profisoldat weiß, auf was er zu achten hat; und so überprüften die Jungs peinlich genau die Lippen der Magazine sowie deren Allgemeinzustand. Magazine wurden im Paar, Seite an Seite, zusammengefügt, um den rapiden Magazinwechsel durchzuführen, die Kanonen der Waffen entölt. Die Kriegsmunition gurteten wir im Verhältnis 3:1. Drei Schuss normale, ein Schuss Leucht- oder Glimmspur! Das dient der besseren Trefferbeobachtung und den Zielkorrekturen. Auch im scharfen Einsatz ist die Verwendung von Leuchtspurmunition, wenn man sie intelligent einsetzt, nicht von Nachteil für die Truppe. Es sollte dabei aber darauf geachtet werden, höchst flexibel und beweglich zu sein, öfter als üblich die Stellung zu wechseln und, wenn möglich, nur aus zweiter Reihe zu schießen. Die Patronengurte für die leichten und schweren MGs wurden dünn eingeölt, dann noch einmal trocken gezogen. Die Schützen achteten darauf, dass die Patronen sauber in den Bändern lagen. Von Bedeutung war auch die peinlich genaue Überprüfung der Sicherungssplinte der Handgranaten. Die Männer arbeiteten still und mit tausendmal geübten Handgriffen, den einen oder anderen „Chant légion“ auf den Lippen. Mancher rauchte! Ich beobachtete die Gesichter meiner Soldaten. Nirgendwo erkannte ich ein Zögern. Auch die Hitzkopfmentalität ließen sie vermissen, was ich exzellent fand. Es herrschte die notwendige Abgeklärtheit, die Ruhe vor dem Sturm. Über dem Camp ORSTOM regte sich kein Lüftchen, es war schwer, schwül und heiß. In meinem Kopf ging ich Lage und Auftrag durch. Zu meiner Verfügung hatte ich drei Kampfgruppen mit einer jeweiligen Stärke von zwölf Mann. Jede Gruppe bestand aus einem Sturm- und einem Deckungstrupp. Jeder Gruppenführer verfügte weiterhin über einen Scharfschützen. Innerhalb der Deckungstrupps fanden sich (außer der Standardwaffe FAMAS, die jeder hatte) je eine MINIMI (leichtes MG 5,56 mm) und eine LRAC (Panzerfaust). In ihren Handgranatensäckchen an ihren Hüften trugen die Legionäre offensive (Druck-) und defensive (Splitter-) Handgranaten. Außerdem hatten sie Gewehrgranaten AP-34 (gegen Infanterie), AC-58 (gegen Panzer) und AP-AV 40 (gegen Infanterie und leicht gepanzerte Fahrzeuge). Die modularen Schutzwesten wogen schwer. Die meisten von uns hatten den Unterleib- und Hodenschutz sowie den Schutz für Hals und Kinn abgenommen. Mein Zugtrupp bestand aus mir selbst, meinem Funker, einem MG-Schützen, dem Krankenpfleger mit dem Trousse d’infirmerie (Erste-Hilfe-Einsatz-Set) und einem Fahrer. Die Männer waren ausgeruht, in einer körperlich topfitten Verfassung, die Moral hervorragend. Mein Ziel war es, in Zugkeilformation vorzustoßen, wissend, dass ich den Rücken frei haben würde und im Falle einer Feindberührung mit rapidem, koordiniertem Deckungsfeuer rechnen durfte. Das erforderte, dass mein Stellvertreter sich zwischen der ersten und der zweiten Gruppe hinten rechts oder links bewegte. Die dritte Gruppe wollte ich vorne an mich binden, um aus der Bewegung heraus zielstrebig zu handeln. Die Scharfschützen sollten selbstständig, unabhängig und flexibel operieren. Dafür waren sie ausgebildet und genau so hatten sie ihre größte Effizienz. Ihr Instinkt sollte ihr einziger Chef sein! Die Verbindungen nach links und rechts zu den Nachbarzügen, das wussten wir schon vorher, konnten höchstwahrscheinlich nicht immer aufrechterhalten werden, und das aus zwei Gründen: Erstens war Kinshasa keine Kleinstadt, sondern eine immense bebaute Fläche mit tausend Verschachtelungen, Gassen, Einbahnstraßen, Hinterhöfen etc. Und zweitens lagen die Sammelpunkte nicht immer nahe zusammen. Im Klartext hieß das: Im Falle eines Pépin (bei Schwierigkeiten) war mit Unterstützung kaum zu rechnen. Wie die Bevölkerung reagieren würde, wussten wir nicht: War sie uns freundlich oder feindlich gesonnen? Aber noch wichtiger: Wie würden sich die beiden kämpfenden Fraktionen uns gegenüber verhalten? Alles konnte glatt über die Bühne laufen oder verdammt kompliziert werden. Da wir über keine Unterstützungswaffen wie Artillerie, schwere Mörser, Panzer oder Panzerabwehr verfügten, mussten wir auf unsere Schnelligkeit, unsere Mobilität setzen. Außer den organischen Handfeuerwaffen würden wir nur die Musette dabeihaben. Darin zwei Rationen, etwas Wasser, Munition … und noch mehr Munition! Noch am selben Abend übten wir nachts und so diskret wie möglich das schnelle Besetzen der Boote. Damit fuhren wir in die Flussmitte bis an das Limit des Verantwortlichen (man sollte uns unter keinen Umständen von Kinshasa aus sehen), drehten dann um und begannen von vorne. Der Pilot des Bootes hatte zwar das genaue Kap auf seinem Bootskompass eingestellt, dennoch überprüfte ich ständig das Azimut. [...]

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