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transcript ist einer der führenden wissenschaftlichen
Fachverlage im deutschsprachigen Raum mit Schwerpunkten in den Kultur- und
Sozialwissenschaften sowie in der Geschichte, der Philosophie und im
Kulturmanagement. Diese Bereiche bespielen wir mit gut 100 Reihen und mehr
als 350 Neuerscheinungen pro Jahr. Dahinter steht eine Programmarbeit,
die sich der Aufgabe verschrieben hat, sowohl den führenden
wissenschaftlichen Forschungsrichtungen und -fronten als auch
vielversprechenden innovativen Ansätzen und Themen einen editorischen
Raum zu geben.

Vorschau

Performative Künste in Äthiopien

Grit Köppen
Performative Künste in Äthiopien
Internationale Kulturbeziehungen und postkoloniale Artikulationen

2017-12-19, 378 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4140-0

Dynamik und stetige Transformationsprozesse prägen die aktuellen Kunstszenen von Addis Abeba. Aus strategischen Gründen gehen performative Künstler_innen Äthiopiens temporär auch Allianzen mit europäischen Kulturinstitutionen vor Ort ein.

Durch eine Betrachtung der Geschichte und Ästhetik des äthiopischen Theaters und einer Analyse der strukturellen Bedingungen des Kunstfeldes macht Grit Köppen deutlich, dass der transkulturelle Austausch in der Kunst maßgeblich durch ein Gefüge politischer, ökonomischer, struktureller, materieller und diskursiver Machtrelationen gekennzeichnet ist. Gleichzeitig wird auf die ästhetischen Strategien performativer Künstler_innen verwiesen, in diesem Rahmen dennoch kritische, selbstreflexive und postkoloniale Artikulationen vorzunehmen.

Gerechtigkeitsgefühle

Jonas Bens / Olaf Zenker (Hg.)
Gerechtigkeitsgefühle
Zur affektiven und emotionalen Legitimität von Normen

2017-09-07, 270 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3693-2

Was verbirgt sich hinter dem Begriff »Gerechtigkeitsgefühle«? Inwieweit spielt die gefühlte Legitimität von Recht eine Rolle? Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, mobilisiert der Band rechtsanthropologische, rechtssoziologische und kulturpsychologische Ansätze. In ethnographischen Fallstudien zu Madagaskar, zum Südsudan, zu Indonesien, Israel/Palästina, Peru, Uganda und Südafrika werden Gerichtssäle, Grenzübergänge, Besprechungsräume, Büros und offizielle Dokumente ebenso analysiert wie Alltagspraktiken, Mediendiskurse, Demonstrationen und Debatten in den Social Media.

TransREmigration

Claudia Olivier-Mensah
TransREmigration
Rückkehr im Kontext von Transnationalität, persönlichen Netzwerken und Sozialer Arbeit

2017-08-07, 306 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3903-2

Welche transnationalen Muster lassen sich in Rückkehrprozessen aus Sicht der Sozialen Arbeit identifizieren?

Anhand einer empirischen Studie, die Lebenswelten von ghanaischen BildungsremigrantInnen aus Deutschland beleuchtet, thematisiert Claudia Olivier-Mensah den konzeptionellen und analytischen Zusammenhang von Rückkehr und Sozialer Arbeit und zeigt: Remigration muss in der Perspektive der Sozialen Arbeit als Teil eines zirkulären Systems verstanden werden – statt unter einem Reintegrationsfokus in den nationalstaatlichen Herkunftskontext als erstrebtes Endziel gefasst zu werden.

Die qualitativen Analysen münden in dem Konzept der »TransREmigration« sowie in einer Typologie, mit welcher verdeutlicht werden kann, welche transnationalen Mobilitäts-, Netzwerk-, Wissens- und Zugehörigkeitsmuster in Rückkehrprozessen eine Rolle spielen.

Disciplinary Spaces

Andrea Fischer-Tahir / Sophie Wagenhofer (eds.)
Disciplinary Spaces
Spatial Control, Forced Assimilation and Narratives of Progress since the 19th Century

2017-03-31, 300 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3487-7

This volume looks at territories such as reservations, model villages and collective towns as the spatial materialization of forced assimilation and "progress". These disciplinary spaces were created in order to disempower and alter radically the behavior of people who were perceived as ill-suited "to fit" into hegemonic imaginations of "the nation" since the 19th century.

Comparing examples from the Americas, Australia, North and East Africa, Central Europe as well as West and Central Asia, the book not only considers the acts and legitimizing narrations of ruling actors, but highlights the agency of the subaltern who are often misrepresented as passive victims of violent assimilation strategies.

Dealing with Elusive Futures

Noemi Steuer / Michelle Engeler / Elísio Macamo (eds.)
Dealing with Elusive Futures
University Graduates in Urban Africa

2017-11-29, 198 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3949-0

The time to come – as well as the exploration thereof – remains elusive for social actors and social scientists alike.

The contributors accept the challenge to depict young men and women's future-creating activities in urban contexts of sub-Saharan Africa. Very consciously, they study young graduates having obtained a university degree and provide a vivid picture of their strategies to socially grow older by doing adulthood in contexts of great uncertainty.

The examples include Burkina Faso, Guinea, Ethiopia, Mali and Tanzania, visually enriched through pictures taken by young Malian photographers.

(Post)Colonial Histories

Benedikt Jager / Steffi Hobuß (eds.)
(Post)Colonial Histories – Trauma, Memory and Reconciliation in the Context of the Angolan Civil War

2017-10-23, 260 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3479-2

The documentary My heart of Darkness (Sweden 2011) tells the story of a South-African paratrooper returning to Angola: Facing former enemies, he tries to regain mental health and reconciliation.

The film marks the stepping-stone for this volume: The contributions examine different facets like the memory-discourse, genre aspects, the use of music, and authentification processes. Several texts discuss these topics in a more general way including other films. Furthermore, some articles are devoted to the historical context, i.e. the Angolan Civil War and the aftermath of this conflict in the cultural sphere.

Power Relations in Black Lives

Christa Buschendorf (ed.)
Power Relations in Black Lives
Reading African American Literature and Culture with Bourdieu and Elias

2017-12-19, 284 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3660-4

According to relational sociology, power imbalances are at the root of human conflicts and consequently shape the physical and symbolic struggles between interdependent groups or individuals. This volume highlights the role of power relations in the African American experience by applying key concepts of Pierre Bourdieu and Norbert Elias to black literature and culture. The authors offer new readings of power asymmetries as represented in works of canonical and contemporary black writers (Richard Wright, Ralph Ellison, Gwendolyn Brooks, Toni Morrison, Percival Everett, Colson Whitehead), rap music (e.g., Jay Z), images of black homelessness, and figurations of political activism (civil rights activist Bayard Rustin, #BlackLivesMatter in Ferguson).

Afrika in Bewegung

Malte Steinbrink / Hannah Niedenführ

Afrika in Bewegung

Translokale Livelihoods und ländliche Entwicklung in Subsahara-Afrika

03/2017, 282 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3833-2

Es ist an der Zeit, Wanderungsbewegungen sowie raumüberspannende Netzwerkbeziehungen als Normalität der Lebenswirklichkeit in afrikanischen Gesellschaften anzuerkennen. Malte Steinbrink und Hannah Niedenführ plädieren für eine translokale Betrachtungsweise von sozialem Wandel und zeigen: Die Translokalität der Existenzsicherung prägt nicht nur das Leben einer halben Milliarde Menschen auf dem Kontinent – sie wirkt sich auch immer deutlicher auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort aus. Mithilfe eines handlungszentrierten Konzepts analysieren sie die Einflüsse translokaler Livelihoods auf zahlreiche Aspekte des ökonomischen, ökologischen und sozialen Wandels in ländlichen Räumen.
Die Studie leistet so einen wichtigen Beitrag nicht nur zur Forschung, sondern ebenso zur Politik und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit.

Autoreninfo:
Malte Steinbrink (PD Dr. phil.) ist Sozialgeograph am Institut für Geographie und am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er ist Senior Research Fellow der University of Johannesburg, Südafrika, und arbeitet u.a. zu Fragen der Mobilität, sozialer Ungleichheit und rural-urbaner Entwicklung im globalen Süden.
Hannah Niedenführ (M.A.) hat Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück (IMIS) studiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf afrikanischer Binnenmigration und Kindermigration in translokalen Netzwerken.

Mit Behinderung in Angola leben

Francis Müller

Mit Behinderung in Angola leben

Eine ethnografische Spurensuche in einer von Tretminen verletzten Gesellschaft

05/2016, 152 Seiten, kart., zahlr. Abb.

ISBN 978-3-8376-3480-8

Etwa zehn Prozent der Angolaner_innen haben eine körperliche Behinderung, was u.a. auf die Tretminen zurückzuführen ist, die im langen Bürgerkrieg exzessiv eingesetzt wurden. Francis Müllers ethnografische Recherche in Angola zeigt, dass viele Menschen mit Behinderung in Luanda individualistische Werte haben und kreative Praktiken ausüben, auch wenn sie in bitterer Armut leben: In den Musekes – den Slums in Luanda – leben die Menschen mit Behinderung örtlich sehr kleinräumig, aber zugleich in einer hohen kulturellen Diversität. Sie sind mit anderen Weltdeutungsschemata und alternativen Lebensstilen konfrontiert, was Reflexion, Kreativität und Selbst-Design begünstigt.
Der ethnografische Bericht wird eingeleitet durch eine Fotostrecke, in welcher der Angolaner Domingos Joao Pecho Bernardo seinen Alltag portraitiert, und ergänzt durch Beobachtungen von Alltagsphänomen und von Fotografien der Designerin Bitten Stetter.

Autoreninfo:
Francis Müller (Dr. phil.), geb. 1968, ist Dozent für Ethnografie und Soziologie im Departement Design der Zürcher Hochschule der Künste. Der Religions- und Kultursoziologe hat zudem Lehraufträge an der Universität St. Gallen (HSG), an der Universität Liechtenstein und an Universitäten in Mexiko.

Migranten, Recht und Identität

Pamela Feldman-Savelsberg

Migranten, Recht und Identität

Afrikanische Mütter und das Ringen um Zugehörigkeit in Berlin11/2016

308 Seiten, kartoniert, zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-3652-9
Wie gelingt es afrikanischen Migrantenmüttern in Deutschland, Zugehörigkeit zu erwerben? Pamela Feldman-Savelsberg zeigt, mit welcher Kraft diese Frauen Netzwerke bauen, die Grundsteine ihrer Identität werden: Hier tauschen sie Geschichten aus, die Leitlinien zur Überwindung vieler Hindernisse bieten und gleichzeitig zu einem rechtlichen Bewusstsein, einer Orientierung gegenüber den Behörden und den Regeln des Staates und der NRO beitragen. Anhand von inter-individuellen Besonderheiten wird zudem die Vielfalt afrikanischer Migration und der Gründung afro-deutscher Familien veranschaulicht.
Autoreninfo:
Pamela Feldman-Savelsberg ist Inhaberin einer Stiftungsprofessur als Broom Professor of Social Demography and Anthropology am Department for Sociology and Anthropology des Carleton College, USA. Sie ist Direktorin des Programms »African and African American Studies«.

Migration und religiöse Praxis

Julia Koch

Migration und religiöse Praxis
Gujarats sunnitische Muslime in den ehemaligen »Homelands« Südafrikas

05/2016
336 Seiten, kart., farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-3320-7
Die indo-muslimische Kaste der Sunni Vohras steht beispielhaft für komplexe Migrationsprozesse zwischen Indien und Südafrika und die weltweit verhandelte Spannung zwischen islamischen Stilen. In dieser ethnographischen Analyse »begleitet« Julia Koch Angehörige der Kaste auf ihrem Weg, der in zwei Dörfern der Abreise in Gujarat/Westindien beginnt und in zwei Ankunftsräumen in Südafrika endet.
Von der hierbei eingenommenen Forschungsposition aus werden diese Orte symmetrisch betrachtet und die gegenwärtige Migration in die ehemaligen südafrikanischen »Homelands« wird in einen historischen Kontext eingebettet. Durch die Perspektive der Kastenangehörigen gelingt auch der Blick auf die sich wandelnde muslimische Praxis.
Autoreninfo:
Julia Koch (Dr. phil.), geb. 1982, studierte Ethnologie, Kommunikationswissenschaft und Mittelalterliche Geschichte in Münster und in Paris (EHESS) und hat im Rahmen der Graduiertenschule des Exzellenzclusters »Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne« an der WWU Münster promoviert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie in Münster.

Tanger

Dieter Haller
Tanger
Der Hafen, die Geister, die Lust. Eine Ethnographie

356 Seiten, kartoniert, zahlr. Abbildungen
ISBN 978-3-8376-3338-2

Das marokkanische Tanger war lange Zeit ein Ort der Verlockungen. Maler, Literaten und Lebenskünstler fanden dort alle Genüsse des Orients vor. Nachdem die »weiße Taube auf der Schulter Afrikas« für 30 Jahre aus dem Bewusstsein Europas verschwand, erlebt sie nun einen neuen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.
Im Mittelpunkt des Buches stehen die Bewohner der Stadt: Wie gehen sie mit den Veränderungen um und wie erinnern sie sich an die kosmopolitische Vergangenheit? Welche Rolle spielen dabei die Geistwesen, welche die Trancebruderschaften? Was hat es mit dem Ruf der Stadt als Ort der sündigen und sexuellen Erfüllung auf sich?
Dieter Hallers Ethnographie zeigt: Es lohnt sich, Tanger neu zu entdecken.

Autoreninfo:
Dieter Haller, geb. 1962, ist seit 2005 Professor für Sozialanthropologie an der Ruhr-Universität Bochum und Mitbegründer des dortigen Zentrums für Mittelmeerstudien. Er forscht und publiziert über den westlichen Mittelmeerraum.

Körper erzählen

Susanne Kaiser

Körper erzählen

Der postkoloniale Maghreb von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun

08/2015, 322 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-8376-3141-8


Wie kann man sich im Maghreb des 20. Jahrhunderts den postkolonialen Körper vorstellen?
Susanne Kaiser findet Antworten hierauf in den literarischen Werken von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun, die hier zum ersten Mal unter der Fragestellung, was der Körper ist, verglichen werden. Es zeigt sich, dass nach über 100 Jahren der unterschiedlichsten kulturellen, sozialen und religiösen Einflüsse Konzepte von Körperlichkeit vielschichtig und immer in Bewegung sind: zwischen kolonialen Praktiken und gesellschaftlichen Zwängen, zwischen Disziplinierung und Widerstand, zwischen sozialer Konstruktion und Determinismus, zwischen erzählenden und erzählten Körpern. Erzählen, Sprache und Gesellschaft »verkörpern« sich dabei auf je eigene Weise.

Autoreninfo:

Susanne Kaiser, Literaturwissenschaftlerin, geb. 1980, arbeitet nach einigen Jahren in der Wissenschaft seit 2014 als Fachjournalistin mit Schwerpunkt Nahost und Mittelmeerregion u.a. für Die Zeit, taz und Spiegel. Ihr Fokus liegt auf den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Europa und Nordafrika. Forschungs- und Rechercheaufenthalte führten sie an die UC Berkeley, nach Marokko, Tunesien, Ägypten, Libanon und an die Sapienza Universität in Rom.

Risikokontrolle in der Mikrofinanzierung

Jan Steinhöfel

Risikokontrolle in der Mikrofinanzierung

Eine Analyse des wechselseitigen Bürgens

06/2014, 246 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-8376-2713-8

Mikrofinanzierung ermöglicht die Vergabe von Krediten durch wechselseitiges Bürgen der Schuldner innerhalb einer Gruppe auch noch dort, wo kommerzielle Banken Risiken scheuen. Wie durch wechselseitiges Bürgen die Risiken kontrolliert werden, lässt sich weder allein wirtschaftswissenschaftlich durch Kosten/Nutzen-Kalküle noch allein durch sozialromantische Vorstellungen über die Solidarität der Kreditgruppe erklären.
Mittels eigener ethnographischer Beobachtungen aus Westafrika zeigt Jan Steinhöfel, dass die Risiken neben der lokalen Sozialstruktur und der sozialen Kontrolle der Gruppe zudem durch eine soziale Kontrolle zweiter Ordnung der Interaktion mit dem Kreditbetreuer kontrolliert werden.

Autoreninfo:

Jan Steinhöfel (Dr. phil.) evaluiert interdisziplinäre Studienmodule an der Hochschule Coburg.

Was vom Krieg übrig bleibt

Anne Menzel

Was vom Krieg übrig bleibt

Unfriedliche Beziehungen in Sierra Leone

01/2015, 404 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-8376-2779-4

Wie ordnen sich gesellschaftliche Verhältnisse nach kriegerischer Gewalt neu? Und wie gehen Betroffene und Beteiligte mit weiterhin bestehenden unfriedlichen Beziehungen um?
Am Fallbeispiel Sierra Leone untersucht Anne Menzel die Trennlinie zwischen der Zivilbevölkerung und (ehemaligen) Kämpfern, die sowohl in der Forschung zu Nachkriegsgesellschaften als auch in der Peacebuilding-Praxis meist als gegeben angesehen und ganz selbstverständlich gezogen wird. Ihre Studie eröffnet neue und überraschende Perspektiven, indem sie Einblick in das Entstehen und in die andauernde Praxis einer lokalen »Ästhetik der Gefährlichkeit« gibt, in der sich gerade keine eindeutige Trennung von Exkombattanten und Zivilbevölkerung ausmachen lässt.

Autoreninfo:

Anne Menzel (Dr. phil.) hat an der Freien Universität Berlin promoviert. Als Gastwissenschaftlerin am SFB »Dynamiken der Sicherheit: Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive« forscht sie zu ausländischen Direktinvestitionen, Entwicklungsstrategien und sozialen Konflikten in Sierra Leone.

Narrative islamischer Konversion

Tabea Scharrer

Narrative islamischer Konversion

Biographische Erzählungen konvertierter Muslime in Ostafrika

01/2013, 404 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-8376-2184-6

Der Konvertit – das unbekannte Wesen. Anhand von verschiedenen autobiographischen Erzählungen ostafrikanischer Konvertiten zum Islam untersucht Tabea Scharrer, welche Rolle die Konversion im jeweiligen Lebensverlauf spielte. Sie zeigt, dass die Begründungsmuster entgegen gängiger Vermutungen nicht die Ursache für die Konversion abbilden, sondern vielmehr von den aktiven islamischen Missionsbewegungen beeinflusst sind. Im multireligiösen Ostafrika führt dies dazu, dass das Element der religiösen Abgrenzung eine große Rolle in den Narrativen einnimmt. Zudem sind die Erzählungen von individueller Suche nach einem Platz in der Gesellschaft geprägt.

Autoreninfo

Tabea Scharrer (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale) in einem Forschungsprojekt über somalische Migranten in kenianischen Städten.

Export(t)räume

Sarah Ruth Sippel

Export(t)räume

Bruchzonen marokkanischer Landwirtschaft

07/2014, 384 Seiten, kartoniert, zahlr. Abb.

ISBN 978-3-8376-2115-0

Tomaten aus Marokko, Spanien, den Niederlanden – im Supermarktregal liegen sie friedlich nebeneinander. Doch hinter der Hochglanzpräsentation der Obst- und Gemüsetheke verbergen sich Interessenskämpfe mit hohen sozialen Kosten. In diesem Buch blickt Sarah Ruth Sippel nach Marokko und stellt die zunehmende Einbindung des Landes in den Weltmarkt dar. Den verheißungsvollen Exportträumen stehen existenzielle Risiken gegenüber: Während wenige zu global agierenden Exportmanagern aufsteigen, werden viele aus der Landwirtschaft verdrängt. Die Studie zeigt die Bruchzonen der globalen Obst- und Gemüseproduktion auf, die für die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung Prekarisierung und neue Abhängigkeiten mit sich bringen.

Autoreninfo:

Sarah Ruth Sippel (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Sie forscht aus geographisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive zum globalen Agri-Food-System.

Afrikanische Kindheiten

Michaela Fink / Reimer Gronemeyer (Hg.)

Afrikanische Kindheiten

Soziale Elternschaft und Waisenhilfe in der Subsahara

12/2014, 266 Seiten
kart.
zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2938-5

Welche staatlichen und zivilgesellschaftlichen Modelle und welche internationalen Hilfsmaßnahmen können im Umgang mit Waisen und »vulnerable children« in Afrika förderlich sein?
Die in diesem Band versammelten Beiträge von Wissenschaftler_innen und Vertreter_innen von Hilfsorganisationen vermitteln einen fundamental neuen Blick auf Kindheit in Afrika, die von AIDS und Armut einerseits und von radikaler Modernisierung andererseits gekennzeichnet ist, und ermöglichen so ein tieferes Verständnis der anderen Bedingungen von Kindheit und Elternschaft im afrikanischen Kontext.

Autoreninfo:

Michaela Fink (Dr. phil.) und Reimer Gronemeyer (Prof. Dr. em.) forschen an der Universität Gießen über die Waisenkrise in Namibia.

Technologische Dramen

Tilo Grätz

Technologische Dramen

Radiokulturen und Medienwandel in Benin (Westafrika)
06/2014
388 Seiten
kart.
ISBN 978-3-8376-2591-2

Neue Mediengesetze und Technologien verändern das Radio in Westafrika. Tilo Grätz analysiert diesen Wandel am Beispiel der Aneignung von Radiotechnologien in der Republik Benin. Er zeigt: Die Prozesse vollziehen sich im Wechselspiel von Produzenten, Hörern und technischen Möglichkeiten unter dem Einfluss medien-politischer Institutionen. Es entwickeln sich lokale Radio-Kulturen, die sich in typischen Themen, Sendeformaten und Nutzungspraxen des Radios im Alltag manifestieren. Die erfolgreichsten Programme sind interaktiv und ermöglichen Diskussionen zu sozialen, politischen, aber auch persönlichen Problemen.

Autoreninfo:

Tilo Grätz (Dr. phil. habil.) ist Dozent an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medienethnologie, Wirtschaftsethnologie, soziale und politische Ethnologie.

Die Rückkehr der Könige von Uganda

Raphaela von Weichs

Die Rückkehr der Könige von Uganda
Politische Kultur und Moderne in Afrika

06/2013, 374 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2384-0

Königen und anderen sakralen Herrschern wurde außergewöhnliches Charisma, Heilskraft und Führungsmacht zugeschrieben – so auch in Afrika. Königtümer gelten bis heute als eine Form politischer Kultur, auch wenn ihre Legitimation in der Moderne ständig in Frage gestellt wird. Seit der strukturellen Krise und dem Rückzug des Staates kehren die Könige von Uganda auf ihre Throne zurück. Einst dem Nationalstaat geopfert, gelten sie nun als Hüter von Traditionen und Kultur – und als »Krisenmanager«. Was aber macht sie heute noch zu Königen? Gelten sie weiterhin als sakral? Wie gestaltet sich die Gesellschaft im modernen Königtum in Afrika und mit welchen Mitteln und Medien regiert der König?
Raphaela von Weichs' ethnologische Studie verknüpft auf innovative Weise zentrale Debatten der politischen Anthropologie mit aktuellen Ansätzen der Medien- und Religionsforschung. Sie analysiert die Rückkehr der Könige anhand des ältesten Reiches im Westen Ugandas: Bunyoro-Kitara – und zeigt damit die Dynamik politischer Kultur im modernen Afrika.

Autoreninfo:

Raphaela von Weichs (Dr. phil.), Kultur- und Sozialanthropologin, ist Mitglied des Forschungszentrums »Institut des Sciences Sociales des Religiones Contemporaines« (ISSRC) der Universität Lausanne. Ihre Forschungsinteressen liegen in der Religionsanthropologie, politischen Anthropologie und transnationalen Migration.

Medienecho:

»Dem Buch [ist] zu wünschen, dass es über den relativ überschaubaren Kreis der Afrikawissenschaftler im deutschsprachigen Raum hinaus Aufmerksamkeit findet.«
Ruben Eberlein, Welt-Sichten, 11 (2013) »Die Studie liest sich nicht nur als vielschichtige Geschichte vom Entstehen und vom Wandel Bunyoro-Kitaras, sondern auch als detaillierte politische Analyse eines ugandischen Königtums im 21. Jahrhundert.«
Björn Allmendinger, Portal für Politikwissenschaft, 24.10.2013 Besprochen in:

www.socialnet.de, 01.09.2013, Jos Schnurer
Deutschlandradio – Andruck, 16.09.2013, Georg Roloff

Die Mkandawires auf Livingstonia

Manfred Glagow

Die Mkandawires auf Livingstonia

Eine afrikanische Familie in Zeiten der Mission, des Kolonialismus und der Diktatur, Malawi 1875-1994

2006, 210 S., kart.
ISBN 978-3-89942-573-4
Afrika ist weiterhin der unverstandene Kontinent. Die Nachrichten von dort verdichten sich zu einem widersprüchlichen Patchwork der Extreme, die nur selten einen wirklichkeitsgetreuen Blick hinter die Oberfläche zulassen. Deshalb wird hier in einer längeren historischen Perspektive die Geschichte einer Familie erzählt, die, in die malawische Geschichte der letzten 120 Jahre gestellt, konfrontiert wird mit der christlichen Mission, dem britischen Kolonialismus und der - auf die Unabhängigkeit des Landes folgenden - Diktatur. Jeder der Protagonisten ist in seiner Art Betroffener und Beteiligter an den Zeitenläufen und verdeutlicht damit ein Stück malawischer Geschichte.

Zur Sozialen Ökologie urbaner Räume

Cedric Janowicz

Zur Sozialen Ökologie urbaner Räume

Afrikanische Städte im Spannungsfeld von demographischer Entwicklung
und Nahrungsversorgung


2008, 438 S., kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-89942-974-9
Afrika als Katastrophenkontinent – das Klischee ist allgegenwärtig. 'Ungehemmtes' Bevölkerungswachstum gilt dabei zumeist als Auslöser von Versorgungskrisen. Doch das Beispiel der Nahrungsversorgung afrikanischer Städte verdeutlicht, dass die Problemlagen, die sich aus Urbanisierungsprozessen für die Versorgung ergeben, nicht einfach auf das 'Bevölkerungsproblem' reduziert werden dürfen. Aus einer sozial-ökologischen Perspektive müssen sie als Folge komplexer Verflechtungen natürlicher und gesellschaftlicher Phänomene verstanden werden. Hierfür liefert der Band Impulse, indem er gezielt Raumordnungen erforscht: Raum wird als zentraler Modus begriffen, über den Natur und Gesellschaft relationiert werden.

Schwarze deutsche Kolonialsoldaten

Stefanie Michels

Schwarze deutsche Kolonialsoldaten

Mehrdeutige Repräsentationsräume und früher Kosmopolitismus in Afrika

2009, 266 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-1054-3
Die »schwarzen« deutschen Kolonialsoldaten sind seit der Niederlage im Ersten Weltkrieg als »treue Askari« bekannt. Sie waren in den deutschen Kolonialgebieten die Träger kolonialer Gewalt und damit die Basis deutsch-kolonialer Machtausübung. Ihre zentrale Funktion in der Repräsentation kolonialer Ordnung und deren ständige Bedrohung wird in diesem Buch an Text- und Bilddokumenten gezeigt. In globalgeschichtlicher Perspektive werden sowohl die kosmopolitischen Vorgeschichten der Kolonialsoldaten sowie Aneignungs- und Umdeutungsprozesse in Afrika bis ins 21. Jahrhundert verfolgt und so etablierte Wahrnehmungsregime dezentriert.

Schwarze

Schwarz besetzt

Cassis Kilian

Schwarz besetzt

Postkoloniale Planspiele im afrikanischen Film


September 2012, 400 S., kart.

ISBN 978-3-8376-2142-6

Am Tag nach der Wahl von Barack Obama hieß es, dass man James Bond jetzt mit einem Schwarzen besetzen wolle. In Afrika ist man da längst weiter: Der Sheriff kommt aus Ouagadougou, ein Nigerianer spielt George W. Bush, Dürrenmatts »alte Dame« spricht Wolof – und selbst Schwarzenegger wird umbesetzt. Im afrikanischen Film übernehmen schwarze Schauspieler Rollen, die in Europa und den USA weißen Darstellern vorbehalten sind. Die Rollen der Weißen werden zu einem Imaginationsraum, der eine Inszenierung von Planspielen ermöglicht. Cassis Kilian zeigt: Die afrikanischen Regisseure nutzen die Rollen als Verhandlungsplattform, auf der sie den Umgang mit postkolonialen Gegebenheiten, etwa dem kolonialen Erbe, neokolonialen Strukturen oder der Hegemonie westlicher Medien erproben.

Autoreninfo
Cassis Kilian (Dr. phil.) lehrt Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Afrikanischer Film und Darstellende Kunst.

Medienkultur und Ethnographie

Frank Wittmann

Medienkultur und Ethnographie

Ein transdisziplinärer Ansatz. Mit einer Fallstudie zu Senegal

2007, 424 S., kart.
ISBN 978-3-89942-747-9
Reihe Cultural Studies

Seit einigen Jahren gibt es einen regelrechten Boom in der Beschäftigung mit medienkulturellen Fragestellungen. Aber wie lassen sich Medienkulturen in nicht-westlichen Gesellschaften erforschen? Das Buch unternimmt den spannenden Versuch, den transdisziplinären Ansatz der Medienkulturwissenschaft mit Elementen der Ethnographie anzureichern, um ein handlungstheoretisches Instrumentarium zur Analyse von fremden Medienkulturen zu entwickeln. Dieses innovative Vorgehen wird anschließend in einer materialreichen Fallstudie auf die senegalesische Pressekultur angewandt.

Autoreninfo
Frank Wittmann (Dr. rer. soc.) war Diplomassistent an der Universität Fribourg (Schweiz) und Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt (Österreich). Von 2005 bis 2007 arbeitete er als Kommunikationsbeauftragter bei der UNO in Haiti. Heute ist er Leiter der Stabsstelle Internationales der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Medienecho
Die Monographie von Wittmann ist in dieser Kombination von umfangreichen, auf der Basis eines nahezu enzyklopädischen Wissensstandes vorgenommenen theoretischen Erörterungen und detailreichen empirischen Studien in den Medienwissenschaften einzigartig, nicht nur im deutschsprachigen Raum.«
Tilo Grätz, EthnoScripts, 2 (2008)

»Insgesamt ist dies eine Publikation, die als eine originelle und relevante medientheoretische Feldstudie gelten kann. Ihr methodischer Zugang und ihre vielfältigen erhellenden Ergebnisse schärfen den Blick für die Verhältnisse auch in anderen Ländern über Westafrika hinaus.«
Oliver Zöllner, Publizistik, 4 (2008)

Die politische Ordnung des Flüchtlingslagers

Katharina Inhetveen


Die politische Ordnung des Flüchtlingslagers


Akteure – Macht – Organisation. Eine Ethnographie im Südlichen Afrika


2010, 444 S., kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-1378-0
Reihe Global Studies

Weltweit werden Flüchtlinge langfristig in Flüchtlingslagern untergebracht. Heterogene Akteure – UNO, NGOs, Regierungsvertreter, aber auch die Flüchtlinge selbst – bringen ihre Perspektiven, Interessen, Ressourcen und Außenbeziehungen in die Flüchtlingslager ein. Deren politische Ordnung konstituiert sich zwischen interner Machtdynamik und institutioneller Einbettung in das internationale Flüchtlingsregime.
Ausgehend von Neo-Institutionalismus und Theorien der Kasernierung rekonstruiert Katharina Inhetveen diese Ordnung am Fall zweier Lager in Sambia.
Ein innovativer, empirisch fundierter Beitrag zur politischen Soziologie des Flüchtlingslagers.

Autoreninfo
Katharina Inhetveen (Prof. Dr. phil.) lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Flüchtlings- und Migrationsforschung, Politische Soziologie, Gewaltforschung, qualitative Methoden und Musiksoziologie.

Medienecho
»Die besondere Qualität der Arbeit liegt [...] in der sehr genauen Ethnographie der Akteure und ihrer Beziehungen, in der die wechselseitigen Zuschreibungen und Deutungen, vielfältigen Widersprüche, Spannungen und Ambivalenzen abgebildet werden, die den Alltag in den Lagern prägen.«
Dieter Neubert, Soziologische Revue, 35 (2012)

»Der Autorin ist eine klar strukturierte und dabei sehr facettenreiche Charakteristik der Institution Flüchtlingslager gelungen [..].«
www.pw-portal.de, 19.01.2011

»Insgesamt wird [...] ein sehr differenziertes Bild von Flüchtlingslagern unter ethnographischen und soziologischen Aspekten entworfen.
[Die Lektüre] ist im Bereich der humanitären Hilfe und speziell in diesem Arbeitsfeld tätigen Fachleuten durchaus zu empfehlen.«
Michael Marx, welt.sichten, 3 (2011)

Besprochen in:
www.iz3w.org, 8 (2011), Kerstin Bischl

Des Widerspenstigen Zähmung

Klaus E. Müller, Ute Ritz-Müller

Des Widerspenstigen Zähmung

Sinnwelten prämoderner Gesellschaften


2004, 214 S., kart.
ISBN 978-3-89942-134-7

Reihe Kultur und soziale Praxis

Die meisten Tätigkeiten werden unbedacht, rein routinemäßig verrichtet. Bei anderen dagegen, von denen Wichtiges, vielleicht das Leben, abhängt, denkt sich der Handelnde etwas, das sein Verhalten dann leitet. Bewußt »sinnlos« würde in derartigen Fällen wohl kaum jemand handeln. Sinnvoll können jedoch nur handlungsleitende Zwecke erscheinen, die auch von anderen als solche verstanden werden. Sinnsysteme sind daher immer Gruppenkonzepte, die Orientierungs- und darum notwendig auch Begründungs- und Präskriptions-, in umstrittenen Fällen zusätzlich Rechtfertigungsfunktionen erfüllen. Das läßt sich besonders deutlich an prämodernen, stark traditionsbestimmt lebenden, d.h. höchstmäßig kohärenten Gesellschaften darstellen. Die Buchbeiträge exemplifizieren das an zwei Haupttypen derartiger Gemeinschafts- und Kulturformen und zeigen anschließend auf, wie unter dem Einfluß stratifizierter, »hochkulturlicher« Sozietäten die alten Sinnsysteme zerfallen, umgedeutet, rekombiniert und neue entwickelt werden – bis hin zur postkolonialen Zeit. Den Abschluß bildet eine allgemeine Entwicklungssystematik und Theorie der Sinntypenkonstituierung. Das Fazit lautet, daß Sinnkonzepte einem Grundbedürfnis sozialer Gruppen entsprechen, Identität begründen und insofern eine fundamentale analytische Bedeutung für das Verständnis gesellschaftlicher Seins- und Lebensauffassungen sowie das Vermögen besitzen, sich erfolgreich mit Konfliktsituationen gerade auch unter den Bedingungen pluralistischer, multikultureller Gesellschaftsformen auseinanderzusetzen.

Autoreninfo
Klaus E. Müller (Dr. phil.) ist emeritierter Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Er steht der »Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie« vor und arbeitet in verschiedenen interdisziplinären Forschungsprojekten mit, u.a. am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und am Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst.
Ute Ritz-Müller studierte Ethnologie, Romanistik und Geographie an der Universität Frankfurt am Main. Nach Feldforschungen im Sudan und Arbeiten im Sonderforschungsbereich »Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum westafrikanische Savanne« war sie Stipendiatin der DFG und Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen.

Medienecho
»Das Buch ist eine Herausforderung für jeden Leser, es hat viele Querbezüge, aber aus den komprimierten, tiefen Gedanken lässt sich Gewinn für Jahre ziehen. Man sieht dem Werk an, dass es die reife Frucht eines langen Forscherlebens ist, und die Gedanken wirken beim Leser nach und bilden Keime, die sich entfalten. 19 Seiten Literaturverweise bieten zusätzlich Material in Hülle und Fülle.«
Wolfgang Creyaufmüller, TRIBUS, 54/11 (2005)

Die Erfolgskontrolle d. Entwicklungszusammenarbeit

Constanze Pfeiffer

Die Erfolgskontrolle der Entwicklungszusammenarbeit und ihre Realitäten

Eine organisationssoziologische Studie zu Frauenrechtsprojekten in Afrika
2007, 230 S., kart.
ISBN 978-3-89942-771-4
Reihe Kultur und soziale Praxis

Eine wirkungsorientierte Erfolgskontrolle steht im Mittelpunkt der aktuellen entwicklungspolitischen Diskussionen. Bisher fehlen jedoch detaillierte Studien zu den tatsächlichen Umsetzungsrealitäten in der Praxis. Diese Studie zeigt anhand von Frauenrechtsprojekten in Afrika, die im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gefördert werden, inwieweit Vorgaben zu »Monitoring & Evaluation« unterschiedlich interpretiert bzw. umgesetzt werden. Dabei kommen Akteure verschiedener Ebenen, Mitarbeiter/-innen in Deutschland und im Ausland, zu Wort. Eine Mehrebenenanalyse ermöglicht das Aufdecken konstruierter Machtstrukturen und veranschaulicht die daraus entstehenden Konsequenzen für die Umsetzung von »Monitoring & Evaluation«.

Autoreninfo
Constanze Pfeiffer (Dr. phil.) promovierte am Institut für Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Entwicklungsländer- und Evaluationsforschung. Ihr regionaler Schwerpunkt liegt im Bereich Ostafrika und Südasien. Gegenwärtig arbeitet sie am Schweizerischen Tropeninstitut in Basel.

Interkulturelle Handlungskompetenz

Anne-Christin Schondelmayer

Interkulturelle Handlungskompetenz

Entwicklungshelfer und Auslandskorrespondenten in Afrika. Eine narrative Studie

2010, 380 S., kart.
ISBN 978-3-8376-1187-8
Reihe Kultur und soziale Praxis

»Interkulturelle Handlungskompetenz« steht für eine wichtige Anforderung in einer heterogenen Welt. Aber worum handelt es sich dabei konkret?
In ihrer empirischen Studie geht Anne-Christin Schondelmayer der Frage nach, wodurch es zu kulturell bedingten Handlungsirritationen kommt und wie Differenzen und Gemeinsamkeiten praktisch erlebt und ausgehandelt werden. Die Untersuchung verzichtet auf einfache Bewertungen von Kompetenz und rekonstruiert stattdessen spezifische Handlungsformen einer interkulturellen Praxis. Diese werden anhand biographisch-narrativer Interviews mit Entwicklungshelfern und Auslandskorrespondenten in Afrika analysiert und typisiert.

Autoreninfo
Anne-Christin Schondelmayer (Dr. phil.) lehrt Interkulturelle Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten gehören Interkulturelle Bildung, Migrationsforschung, Evaluation und rekonstruktive Sozialforschung.
WWW: Arbeitsbereich Interkulturelle Erziehungswissenschaft

Medienecho
»Nicht nur angehende EntwicklungshelferInnen und AuslandskorrespondentInnen sollten die narrative Studie lesen, sondern auch alle diejenigen, die in den theoretischen und praktischen Bildungsbereichen tätig sind.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 21.02.2011

»Die Ergebnisse der Studie erstaunen selbst die Autorin. Immerhin sind die befragten Journalisten und Entwicklungshelfer freiwillig und mit einem hohen Interesse an einem Leben an einem anderen Ort in ein fremdes Land gegangen. Nun scheint es aber, dass gerade diese hohe Handlungsautonomie dazu beiträgt, das Andere unter der eigenen Perspektive zu sehen und die Standortgebundenheit der eigenen Sichtweise wenig kritisch zu hinterfragen.«
Nicole Tepasse, www.medienheft.ch, 21.02.2011

Besprochen in:
Verband für Interkulturelle Arbeit, www.via-bund.de, 03.01.2011
www.buchkritik.at, 11.02.2011, Hans Durrer

Die Mobilisierung der Dinge

Kerstin Schankweiler

Die Mobilisierung der Dinge

Ortsspezifik und Kulturtransfer in den Installationen von Georges Adéagbo

328 S., kart., zahlr. z.T. farb. Abb.

ISBN 978-3-8376-2090-0
Reihe Image
Georges Adéagbo zählt zu den bekanntesten Gegenwartskünstlern Afrikas. Seine ästhetische Praxis zwischen Kulturtransfer und Ortsspezifik setzt eine Auflösung kolonialkultureller Hierarchien zwischen Afrika und Europa in Gang, ohne Differenz zu nivellieren. Sie besitzt Modellcharakter für den Umgang mit Alterität jenseits von Exotismus oder Universalismus und eignet sich deshalb besonders gut dazu, Paradoxien des globalen Kunstsystems aufzuzeigen.
Angesichts der eurozentristischen Rezeption von Kunst aus Afrika dient Adéagbos Arbeitsweise in diesem Band als Ausgangspunkt für ebenso systematische wie fruchtbare Überlegungen zu einer transkulturellen Kunstgeschichtsschreibung.

»Wir sind keine Araber!«

»Wir sind keine Araber!«

Amazighische Identitätskonstruktion in Marokko

Kristin Pfeifer

02/2015, 364 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2781-7

Diese ethnologische Studie beleuchtet den Prozess der amazighischen Identitätsbildung in Marokko. Kristin Pfeifer zeichnet nach, wie Amazigh-Aktivisten selektiv auf das amazighische kulturelle Inventar zurückgreifen, um eine Differenz gegenüber der arabischen Bevölkerung zu unterstreichen und die Gruppe der Imazighen zu konstituieren. Anhand der Merkmale Sprache, Genderbeziehungen und Indigenismus analysiert sie die Beziehungen zwischen Diskurs und Praxis der Aktivisten und geht dem Wechselspiel zwischen lokaler, nationaler und internationaler Ebene der Bewegung nach. Das Buch legt anhand empirischer Daten aus einer multilokalen Feldforschung dar, in welchem Spannungsverhältnis sich soziale Bewegungen heute befinden.

Autoreninfo

Kristin Pfeifer (Dr. phil.) lebt und arbeitet in Dresden. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt der Ethnologie Nordafrikas, sozialen Bewegungen, kollektiver Identität sowie Translationsprozessen.