Vorschau


-Konzipiert von renommiertem Historiker Helmut Bley

-Umfassende Darstellung der Großregionen Afrikas im historischen Kontext seit 1800

-Einbettung von Geschichten einzelner Personen, Dörfer, Städte und Ethnien für Anschaulichkeit

-Analyse der Gewaltverhältnisse vor, während und nach der Kolonialherrschaft

-Untersuchung der Grundstrukturen der Ökonomie in Krisenzeiten wie 1920-1922, 1929-1938 und 1966


Helmut Bley gestaltet die Geschichte Afrikas als eine Mischung aus Landwirtschafts- und Gesellschaftshistorie. Er beleuchtet die umfangreichen Zonen des Kontinents durch ihre geschichtliche Entwicklung und Veränderung beginnend mit der Zeit vor der europäischen Kolonisierung um das Jahr 1800. 


Um die Darstellung lebendiger zu machen, integriert er beispielhafte Erzählungen über Individuen, Siedlungen und Metropolen sowie verschiedene Völkergruppen. Im analytischen Abschnitt untersucht Bley die Machtverhältnisse vor, während und nach der Zeit der kolonialen Unterdrückung und betrachtet zudem die fundamentalen wirtschaftlichen Strukturen, speziell während der globalen Wirtschaftskrisenzeiträume von 1920-1922, 1929-1938 und 1966. 


Dabei präsentiert er Untersuchungen von afrikanischen Schriftstellern und verbindet diese mit umfassenden Interpretationen bezüglich der Rolle Afrikas in der globalen Geschichte.


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Die afrikanische Geschichte ist geprägt von vielfältigen Entwicklungen und Dynamiken, die oft im Schatten der europäischen Geschichte stehen. Doch der renommierte Historiker Helmut Bley hat sich genau dieser Thematik angenommen und mit seinem Werk  eine umfassende Analyse der Großregionen Afrikas geschaffen.


In diesem Werk werden die verschiedenen Regionen Afrikas seit der vorkolonialen Zeit im historischen Kontext betrachtet. Dabei legt Bley besonderen Wert auf Anschaulichkeit und bettet die Darstellung in Geschichten von einzelnen Personen, Dörfern, Städten und Ethnien ein. So entsteht ein lebendiges Bild der afrikanischen Geschichte, das weit über Daten und Fakten hinausgeht.


Im systematischen Teil des Werkes widmet sich Bley den Gewaltverhältnissen in Afrika vor, während und nach der Kolonialherrschaft. Dabei beleuchtet er auch die Auswirkungen der Kolonialisierung auf die Gesellschaft und Wirtschaft des Kontinents. Besonders interessant sind seine Analysen der Grundstrukturen der Ökonomie, insbesondere in Zeiten von Weltwirtschaftskrisen wie 1920-1922, 1929-1938 und 1966.


Ein weiterer wichtiger Aspekt des Werkes sind die Einblicke in afrikanische Autoren und ihre Perspektiven auf die Geschichte ihres Kontinents. Bley stellt ihre Werke vor und verknüpft sie mit Gesamtdeutungen zu Afrika in der Weltgeschichte. So entsteht ein umfassendes Bild der afrikanischen Geschichte, das sowohl von außen als auch von innen betrachtet wird.


Insgesamt ist dieses Buch ein unverzichtbares Werk für alle, die sich für die Geschichte Afrikas interessieren. Helmut Bley liefert eine fundierte und detaillierte Analyse, die sowohl für Studierende als auch für geschichtsinteressierte Leserinnen und Leser gleichermaßen faszinierend ist. Tauchen Sie ein in die Geschichte Afrikas und entdecken Sie die faszinierenden Entwicklungen und Dynamiken dieses Kontinents.


  • Die Stadt Tanger, gelegen an der Straße von Gibraltar, war im 19. Jahrhundert ein bedeutender Standort für internationale Organisationen und diplomatische Beziehungen.
  • Die Autorin Daniela Hettstedt untersucht in ihrer Studie die Internationalisierung der Stadt und ihre Auswirkungen auf die koloniale Geschichte Marokkos.
  • Ein besonderer Fokus liegt auf dem Konzept des "geteilten Kolonialismus", welches die Autorin anhand von stadtplanerischen Infrastrukturprojekten wie dem Bau von Kanalisation und Schlachthaus verdeutlicht.
  • Durch die Auswertung von weit verstreuten Archivdokumenten internationaler Organisationen und den Ansatz der transnationalen Geschichte bietet die Autorin einen einzigartigen Einblick in die Entwicklungsprozesse von Tanger.
  • Diese Studie, die mit dem Dissertationspreis der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung ausgezeichnet wurde, zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie globale und lokale Kräfte einen klar definierten Raum nachhaltig prägen können.


Im nordafrikanischen Tanger, strategisch an der Gibraltarstraße positioniert, wo sich die Welten Europas und Afrikas sowie des Morgen- und Abendlandes treffen, etablierten diplomatische Vertretungen aus nicht weniger als dreizehn Ländern seit der Mitte des 19. Jahrhunderts internationale Gremien. Diese Institutionen legten den Grundstein für eine spezielle Verwaltungsregion, die von 1923 bis 1956 Bestand hatte. 


Die Verfasserin betrachtet die Globalisierung Tangiers nicht lediglich als Teil der marokkanischen Kolonialvergangenheit, sondern definiert sie als eigene Ausprägung kolonialer Dominanz, nämlich als geteilten Imperialismus. Ihre Analyse erstreckt sich über ein Jahrhundert und berücksichtigt urbane Infrastrukturprojekte wie den Aufbau von Abwassersystemen und Fleischverarbeitungsstätten. Anhand Tangiers demonstriert sie, wie internationale und lokale Dynamiken einander beeinflussten und einen eindeutig umrissenen Bereich dauerhaft formten. 


Für ihre Forschung konnte sie erstmals verstreute Dokumente aus den Archiven internationaler Gremien sammeln und durch die Linse der transnationalen Geschichte untersuchen. Für ihre herausragende Arbeit wurde Daniela Hettstedt im Jahr 2020 mit dem Preis für Dissertationen der Gesellschaft für die Erforschung von Stadtgeschichte und Urbanisierung ausgezeichnet.


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Die marokkanische Stadt Tanger ist ein einzigartiger Ort, der sich an der Schwelle von Europa und Afrika, Orient und Okzident befindet. Im 19. Jahrhundert wurde sie zum Zentrum internationaler Beziehungen und Organisationen, die maßgeblich zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben. In ihrer bahnbrechenden Studie untersucht Daniela Hettstedt die Geschichte von Tanger als Beispiel für die Internationalisierung von Städten und ihre Auswirkungen auf die koloniale Herrschaft.


 Dabei legt sie besonderen Wert auf das Konzept des "geteilten Kolonialismus", welches verdeutlicht, wie verschiedene Mächte gemeinsam die Kontrolle über ein Gebiet ausüben können. Hettstedt analysiert die Entwicklung von Tanger über einen Zeitraum von 100 Jahren und betrachtet dabei auch stadtplanerische Infrastrukturprojekte wie den Bau von Kanalisation und Schlachthaus. 


Durch die Auswertung von weit verstreuten Archivdokumenten internationaler Organisationen und den Ansatz der transnationalen Geschichte bietet die Autorin einen einzigartigen Einblick in die Entwicklungsprozesse von Tanger und zeigt auf, wie globale und lokale Kräfte miteinander interagieren und einen klar definierten Raum nachhaltig prägen können. 


Diese Studie wurde 2020 mit dem Dissertationspreis der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung ausgezeichnet und ist ein unverzichtbares Werk für alle, die sich für die Geschichte von Tanger und die Auswirkungen der Internationalisierung auf städtische Entwicklungen interessieren. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt von Tanger und lassen Sie sich von Daniela Hettstedts umfangreicher Forschung begeistern.



  • Eine umfassende und detaillierte Studie über die Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels
  • Verfasst von dem renommierten Historiker Michael Zeuske
  • Bietet eine Fülle von Anregungen und eine hervorragende wissenschaftliche Grundlage für aktuelle Diskussionen und weitere Forschungen
  • Enthält Informationen über die Entwicklung der Sklaverei von der Antike bis zur heutigen Zeit
  • Untersucht auch die Auswirkungen der Sklaverei auf die betroffenen Gesellschaften und Kulturen

Im Mittelpunkt der Untersuchung dieses Werkes stehen die in der Überschrift erwähnten Ortschaften, die im Rahmen der atlantischen Sklaverei eine Rolle spielen. Mit atlantischer Sklaverei bezeichnet der Verfasser nicht nur die Versklavungssysteme auf dem Festland in Afrika und Amerika, einschließlich der Inseln, sondern auch die Verschleppung und den Transport über Land und Meer sowie den Sklavenaustausch über den Ozean. 


Dieses Netzwerk, bestehend aus den drei geografischen Säulen – den Kontinenten und dem Meer, wird als Afrika-Atlantik-Amerika-System (AAA) charakterisiert. Europa hatte ebenfalls einen Einfluss, doch im Vordergrund stand die Beziehung zwischen den südlichen Regionen, die hauptsächlich unter der Herrschaft der Iberer standen, mit etwa 7 Millionen Afrikanern, die als Sklaven nach Amerika gebracht wurden, von einer Gesamtzahl von ungefähr 11 Millionen. 


Die zentrale anthropologische und strukturelle Herausforderung liegt hierbei; jedoch ist die tragende historische und qualitative Frage die Auswirkung des AAA-Systems auf die Entwicklung der modernen Welt und des Kapitalismus.


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Das Buch, das wir hier vorstellen möchten, ist eine der besten Studien zur Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels. Verfasst von dem renommierten Historiker Michael Zeuske, bietet es eine umfassende und detaillierte Untersuchung dieses dunklen Kapitels der Menschheitsgeschichte. Mit seinem fundierten Wissen und umfangreichen Recherchen liefert Zeuske eine wertvolle Ressource für alle, die sich für dieses Thema interessieren.


Das Buch beginnt mit einer Einführung in die Definition von Sklaverei und ihrem Ursprung in der Antike. Von dort aus untersucht es die Entwicklung der Sklaverei in verschiedenen Teilen der Welt, von der griechisch-römischen Welt über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Es beleuchtet auch die verschiedenen Formen der Sklaverei, einschließlich der transatlantischen Sklaverei und der Sklaverei in Asien und Afrika.


Eine der Stärken dieses Buches ist die eingehende Analyse der Auswirkungen der Sklaverei auf die betroffenen Gesellschaften und Kulturen. Zeuske betrachtet nicht nur die wirtschaftlichen und politischen Folgen, sondern auch die sozialen und kulturellen Auswirkungen, die bis heute spürbar sind. Er untersucht auch die verschiedenen Bewegungen und Kämpfe gegen die Sklaverei, die letztendlich zu ihrer Abschaffung führten.


Mit seiner Fülle von Informationen und seinem gründlichen Ansatz ist dieses Buch eine unverzichtbare Ressource für Historiker, Forscher und alle, die sich für dieses wichtige Thema interessieren. Es bietet nicht nur eine umfassende Darstellung der Geschichte der Sklaverei, sondern auch eine wertvolle Grundlage für weitere Diskussionen und Forschungen. Lassen Sie sich von Michael Zeuskes Werk in die Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels entführen und entdecken Sie die tiefgreifenden Auswirkungen, die dieses dunkle Kapitel auf die Welt hatte.




Afrika - Die 101 wichtigsten Fragen und Antworten

Asfa-Wossen Asserate


Afrika - Die 101 wichtigsten Fragen und Antworten


  • Kritisch, aber ohne zu belehren
  • Erschreckend und ernüchternd
  • Eindrücklich

Prince Asfa-Wossen Asserate ist ein renommierter Autor, Historiker und politischer Analyst, der sich seit Jahrzehnten mit Afrika und seiner komplexen Geschichte befasst. In seinem neuesten Buch macht er es sich zur Aufgabe, die 101 wichtigsten Fragen über Afrika zu beantworten, von seinen antiken Anfängen bis zu den heutigen Herausforderungen. Mit klaren, sachkundigen und datengestützten Antworten vermittelt Asserate dem Leser ein umfassendes Verständnis dieses großartigen Kontinents, seiner Menschen, Kulturen und Politik.Das Buch deckt eine breite Palette von Themen ab, darunter die Ursprünge der Menschheit, den Aufstieg großer afrikanischer Reiche, die Auswirkungen des Kolonialismus und die Unabhängigkeitskämpfe. Asserate geht auch auf die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Afrika, die politischen und wirtschaftlichen Systeme des Kontinents, seine verschiedenen Religionen und Kulturen und die Rolle der Globalisierung ein.


Eine der faszinierendsten Fragen, die Asserate aufwirft, ist das Konzept des "Herzens der Finsternis". Dieser Ausdruck, der durch Joseph Conrads berühmten Roman bekannt wurde, wurde oft verwendet, um Afrika als ein Land voller Geheimnisse und Wildheit zu beschreiben. Asserate räumt gekonnt mit diesem Stereotyp auf und erklärt, dass die Geschichte und Kultur Afrikas viel komplexer und nuancierter ist als die vereinfachte Darstellung westlicher Autoren.


Eine weitere Frage, die Asserate anspricht, ist, ob die afrikanische Kunst primitiv ist. Er argumentiert, dass diese Vorstellung nicht nur falsch ist, sondern auch eine Beleidigung für die reichen künstlerischen Traditionen des Kontinents darstellt. Afrikanische Kunst, so erklärt er, ist tief in kulturellen und spirituellen Überzeugungen verwurzelt und hat Bewegungen und Stile auf der ganzen Welt beeinflusst.


Asserate beleuchtet auch die Bedeutung von Voodoo und Candomblé in Afrika, zwei Religionen, die in den westlichen Medien oft missverstanden und dämonisiert werden. Er erklärt, dass diese Religionen ein wesentlicher Bestandteil der afrikanischen Kultur und Spiritualität sind und eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Geschichte und Identität des Kontinents gespielt haben.


Eines der drängendsten Probleme, mit denen Afrika heute konfrontiert ist, ist die Notlage der Flüchtlinge. Asserate liefert eine gründliche Analyse des Flüchtlingsabkommens mit Libyen, das Gegenstand vieler Kontroversen und Kritik war. Er erläutert die Herausforderungen, vor denen die afrikanischen Länder im Umgang mit der Flüchtlingskrise stehen, und bietet Einblicke in mögliche Lösungen.


Asserate geht auch auf die Auswirkungen der Globalisierung auf Afrika ein. Während die einen argumentieren, dass die Globalisierung dem Kontinent wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung gebracht hat, weisen andere auf ihre negativen Auswirkungen hin, wie z.B. die zunehmende Einkommensungleichheit und die Umweltzerstörung. Asserate bietet eine ausgewogene Perspektive auf dieses komplexe Thema und beleuchtet sowohl die Vorteile als auch die Herausforderungen.


Insgesamt ist das Buch von Prince Asfa-Wossen Asserate eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der ein tieferes Verständnis für Afrika und seine reiche Geschichte, Kultur und Politik gewinnen möchte. Mit seinem zugänglichen Schreibstil und der umfassenden Behandlung der wichtigsten Themen ist dieses Buch eine wertvolle Ressource für Wissenschaftler, Studenten und allgemeine Leser gleichermaßen.




Algerische Skizzen

Pierre Bourdieu


Algerische Skizzen


  • Schnörkellos
  • zur Vertiefung ins Gesamtwerk
  • Herrschaftskritik in Reinform

Pierre Bourdieu ist einer der einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts, bekannt für seine bahnbrechenden Arbeiten über soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital und die Überschneidung von Macht und Wissen. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass Bourdieus frühe Erfahrungen in Algerien eine wichtige Rolle bei der Gestaltung seines theoretischen Rahmens und seiner soziologischen Perspektive gespielt haben.Bourdieu kam erstmals Mitte der 1950er Jahre als Soldat im Algerienkrieg nach Algerien. Dies war eine turbulente Zeit in der algerischen Geschichte, die von einem gewaltsamen Kampf um die Unabhängigkeit von der französischen Kolonialherrschaft geprägt war. Als Mitglied des französischen Militärs wurde Bourdieu zunächst nach Algerien geschickt, um bei der Niederschlagung der Rebellion zu helfen. Doch die Erfahrungen, die er dort machte, sollten einen viel tieferen Einfluss auf sein Leben und seine Arbeit haben.


Nach Beendigung seines Militärdienstes konnte Bourdieu freier durch Algerien reisen und war von den lokalen Kulturen und Bräuchen fasziniert. Hier führte er seine erste Feldforschung über die Kultur der Berber in der Kabylei durch, einer Gebirgsregion im Norden Algeriens. Diese Studie hatte einen nachhaltigen Einfluss auf seine späteren großen soziologischen und wissenschaftstheoretischen Werke.


Die systematische Zerstörung einer ganzen Kultur durch das französische Kolonialregime erschütterte Bourdieu zutiefst und stellte für ihn einen Wendepunkt dar. Er begann, die Welt auf eine neue Art und Weise zu sehen, die von Machtverhältnissen und kulturellen Praktiken geprägt war, die ihm oft verborgen blieben. In gewissem Sinne ebnete seine Erweckungserfahrung als ethnologisch ausgebildeter Soziologe in Algerien den Weg für sein späteres bahnbrechendes Werk.


Insbesondere Bourdieus Entwurf einer Theorie der Praxis wurde direkt von der algerischen Erfahrung beeinflusst. Praxis bezieht sich auf die Überschneidung von Theorie und Praxis, und Bourdieu glaubte, dass soziale Akteure ständig in einem Kampf um Macht und Kontrolle über kulturelle Ressourcen verwickelt sind. Bei diesem Kampf geht es nicht nur um materielle Ressourcen, sondern auch um symbolisches Kapital, wie kulturelles Wissen, Referenzen und sozialen Status.


Bourdieus Einsichten in die Rolle des kulturellen Kapitals und der sozialen Ungleichheit wurden zu einem zentralen Bestandteil seines späteren Werks, darunter sein bahnbrechendes Buch "Distinction: A Social Critique of the Judgment of Taste". In diesem einflussreichen Werk untersuchte er, wie kulturelle Geschmäcker und Praktiken genutzt werden, um soziale Hierarchien zu schaffen und Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.


Dieser Band fasst Bourdieus gesamte wissenschaftliche Arbeit über Algerien zusammen und bietet einen unschätzbaren Einblick in die frühe Entwicklung und den Einfluss eines der großen Soziologen des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts. Es bietet eine einzigartige Perspektive auf die Überschneidung von Soziologie, Anthropologie und politischer Theorie und demonstriert die Macht von Feldforschung und ethnographischer Forschung bei der Gestaltung unseres Verständnisses der sozialen Welt.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pierre Bourdieus Erfahrungen in Algerien einen prägenden Einfluss auf sein Leben und seine Arbeit hatten. Sie ermöglichten ihm eine neue Perspektive auf die soziale Welt, die von kulturellen Praktiken und Machtverhältnissen geprägt ist, die oft nicht sichtbar sind. Indem wir die frühe Entwicklung seiner Ideen in diesem Kontext nachzeichnen, gewinnen wir ein tieferes Verständnis für seine Beiträge zur Soziologie und die anhaltende Relevanz seiner Arbeit heute.


Die Bücherschmuggler von Timbuktu Von der Suche nach der sagenumwobenen Stadt und der Rettung ihres Schatzes

Charlie English


Die Bücherschmuggler von Timbuktu

Von der Suche nach der sagenumwobenen Stadt und der Rettung ihres Schatzes


  • Wahrheit trifft auf  Mythos
  • Gut recherchiert
  • Spannende Zeitreise

Das Buch Die Schmuggler von Timbuktu: Von der Suche nach der legendären Stadt und der Rettung ihres Schatzes ist ein fesselndes Buch, das den Leser auf eine Reise in eine der entlegensten Städte der Welt mitnimmt - Timbuktu. Um diese Stadt ranken sich seit jeher Geheimnisse und Mythen, die von goldbehangenen Sklaven und verborgenen Schätzen handeln. Doch hinter den Mythen verbirgt sich ein wahrer Schatz - eine der größten Bibliotheken mit mittelalterlichen Schriften.Das Buch beginnt mit einer Einführung in die reiche Geschichte von Timbuktu. Diese Stadt war einst ein Zentrum des Handels und des Lernens, das Gelehrte und Händler aus der ganzen Welt anzog. Ihren Ruhm verdankte die Stadt vor allem ihrem reichen kulturellen Erbe, zu dem einige der wichtigsten Manuskripte der Welt gehörten. Diese Manuskripte waren in einigen der ältesten Gebäude der Stadt untergebracht und stellten eine wahre Schatztruhe des Wissens dar.


Im Jahr 2012 fiel die Stadt jedoch in die Hände islamistischer Kämpfer, die drohten, die Manuskripte zu zerstören. Dies war ein verheerender Schlag für die Menschen in Timbuktu und für die ganze Welt, da diese Manuskripte ein einzigartiges und wichtiges Stück Menschheitsgeschichte darstellen. An diesem Punkt beschloss eine Gruppe von Bibliothekaren und Archivaren, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.


Das Buch verfolgt die Reise dieser mutigen Menschen, die ihr Leben riskieren, um die Manuskripte zu retten. Sie schmuggeln die Bücher aus der Stadt und bringen sie an geheimen Orten in Sicherheit. Das Buch befasst sich auch mit der Geschichte von Timbuktu und der Bedeutung dieser Manuskripte in der Welt der Wissenschaft.


Dem Autor Charlie English ist es hervorragend gelungen, diese Geschichte zum Leben zu erwecken. Er hat sein umfangreiches Wissen über die Geschichte von Timbuktu und seine Leidenschaft für dieses Thema genutzt, um ein wirklich fesselndes Buch zu schreiben. Das Buch ist voll von faszinierenden Anekdoten und Einblicken in das Leben der Menschen, die alles riskiert haben, um diese Manuskripte zu retten.


Die Bücherschmuggler von Timbuktu ist nicht nur eine Geschichte über Bücher, sondern auch eine Geschichte über Menschen. Es geht um die Bibliothekare und Archivare, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um ein Stück Menschheitsgeschichte zu retten. Es geht um die Menschen in Timbuktu und ihren Kampf, ihr Erbe trotz aller Widrigkeiten zu bewahren. Und es geht um die Bedeutung von Wissen und darum, wie weit die Menschen gehen, um es zu schützen.


Insgesamt ist dieses Buch ein Muss für jeden, der sich für Geschichte, Kultur und die Macht des Wissens interessiert. Es ist eine fesselnde Geschichte, die den Leser in Atem hält und ihm ein tiefes Verständnis dafür vermittelt, wie wichtig die Bewahrung unseres kulturellen Erbes ist. Die Bücherschmuggler von Timbuktu ist ein wahres Zeugnis für die Macht des geschriebenen Wortes und dafür, wie weit die Menschen gehen, um es zu schützen.


Der letzte Kaiser von Afrika Triumph und Tragödie des Haile Selassie

Prinz Asfa-Wossen Asserate


Der letzte Kaiser von Afrika

Triumph und Tragödie des Haile Selassie


  • Autor stammt aus der Kaiserfamilie
  • Verzicht auf Mystifizierung oder  Glorifizierung
  • Detailreiche Beschreibung von Kultur,  Geschichte und Leben des Landes

Haile Selassie ist zweifelsohne einer der berühmtesten und wichtigsten Staatsmänner des 20. Er war der legendäre Kaiser von Äthiopien, einem Land mit einer reichen Geschichte und Kultur, die bis ins Altertum zurückreicht. Sein Großneffe, Prinz Asfa-Wossen Asserate, hatte das Privileg, ihn persönlich zu kennen und hat nun die erste umfassende Biographie von Haile Selassie vorgelegt. Die Biographie ist voller farbenfroher Details und Anekdoten, die sie zu einer fesselnden Lektüre für jeden machen, der sich für das Leben und das Vermächtnis dieses ikonischen Führers interessiert.Haile Selassie wurde 1892 in der kleinen Stadt Ejersa Goro in Äthiopien geboren. Er wurde Tafari Makonnen genannt und war der Sohn von Ras Makonnen, einem General der äthiopischen Armee. Schon in jungen Jahren zeigte Haile Selassie großes Interesse an der Politik und engagierte sich bereits in jungen Jahren für die Angelegenheiten seines Landes. Im Alter von nur 13 Jahren wurde er zum Gouverneur der Provinz Harar ernannt und wurde später zum Regenten von Äthiopien, als sein Cousin, Kaiser Iyasu V., 1916 abgesetzt wurde.


Haile Selassie wurde 1930 Kaiser und regierte Äthiopien bis zu seiner Absetzung im Jahr 1974. Während seiner Herrschaft führte er eine Reihe von Reformen durch, die Äthiopien modernisierten und das Leben der Bevölkerung verbesserten. Er schaffte die Sklaverei ab und setzte sich für die Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitssystems des Landes ein. Er spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit, die gegründet wurde, um die afrikanische Einheit und Solidarität zu fördern.


Prinz Asfa-Wossen Asserates Biographie über Haile Selassie bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben dieses ikonischen Führers. Das Buch ist gut recherchiert und bietet einen detaillierten Bericht über Haile Selassies Leben, von seiner Kindheit bis zu seiner Herrschaft als Kaiser. Es ist voll von farbenfrohen Details und Anekdoten, die die Geschichte zum Leben erwecken und es zu einer fesselnden und unterhaltsamen Lektüre machen.


Einer der interessantesten Aspekte des Buches ist die Art und Weise, wie Haile Selassies Beziehung zu Äthiopien dargestellt wird. Das Land befand sich während seiner Herrschaft in einem tiefgreifenden Wandel und die Biographie beschreibt detailliert die Herausforderungen, denen er sich bei der Modernisierung und Entwicklung des Landes stellen musste. Sie hebt auch die tiefe Liebe und den Respekt hervor, den Haile Selassie für Äthiopien und sein Volk empfand, und die Anstrengungen, die er unternahm, um die Interessen des Landes zu schützen und zu fördern.


Ein weiterer faszinierender Aspekt des Buches ist die Art und Weise, wie der internationale Einfluss von Haile Selassie untersucht wird. Er war eine Schlüsselfigur auf der Weltbühne des 20. Jahrhunderts, und das Buch beschreibt detailliert seine Interaktionen mit anderen Staatsoberhäuptern der Welt. Außerdem wird die Rolle hervorgehoben, die er bei der Förderung der afrikanischen Einheit und Solidarität gespielt hat, sowie der Einfluss, den er auf die Entkolonialisierungsbewegung hatte.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Prinz Asfa-Wossen Asserates Biographie über Haile Selassie ein Muss für jeden ist, der sich für das Leben und das Vermächtnis dieses ikonischen Führers interessiert. Sie bietet einen detaillierten und gut recherchierten Bericht über sein Leben und ist voll von farbenfrohen Details und Anekdoten, die die Geschichte lebendig werden lassen. Es ist auch ein großartiges Porträt der faszinierenden Geschichte Äthiopiens und damit eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die afrikanische Geschichte und Politik interessieren.


Die Weißen denken zuviel Psychoanalytische Untersuchungen bei den Dogon in Westafrika

Paul Parin, Fritz Morgenthaler, Goldy Parin-Matthey 


Die Weißen denken zuviel

Psychoanalytische Untersuchungen bei den Dogon in Westafrika 


  • Psychoanalyse und Ethnologie in schwierigem Umfeld
  • Respektvolle Herangehensweise an das Thema
  • Lohnenswert, wenn man sich darauf einlässt

Das westafrikanische Volk der Dogon hat eine andere Lebensauffassung als viele moderne westliche Gesellschaften. Sie glauben, dass zu viel Denken und Sorgen zu Unglücklichsein führen können und dass wahre Zufriedenheit aus Einfachheit und einer Verbindung zur Natur entsteht.Dieser Glaube ist nicht nur ein philosophischer Standpunkt, sondern ist tief in ihrer Kultur und ihren täglichen Praktiken verwurzelt. Das Volk der Dogon ist bekannt für sein umfassendes Wissen über Astronomie und seine Fähigkeit, Himmelsereignisse mit unglaublicher Genauigkeit vorherzusagen. Aber sie gehen an dieses Wissen nicht mit einer wissenschaftlichen oder analytischen Denkweise heran. Stattdessen sehen sie die Sterne und Planeten als lebende Wesen, die eine spirituelle Verbindung zur Erde und ihren Bewohnern haben.


Diese spirituelle Verbindung zeigt sich auch in der Beziehung der Dogon zu ihrer Umwelt. Sie leben in Harmonie mit der Natur, verwenden traditionelle Anbaumethoden und respektieren das Land, auf dem sie arbeiten. Sie sehen ihre Umgebung als heilig an und glauben, dass alles in der Natur einen Zweck und einen Geist hat.


Diese Verbindung zur Natur und zur Einfachheit ist etwas, das viele Westler in ihrem Streben nach materiellem Wohlstand und Erfolg verloren haben. Je mehr wir nachdenken und analysieren, desto mehr entfernen wir uns von unserem natürlichen Zustand des Seins. Wir werden ängstlich, gestresst und unglücklich, streben immer nach mehr und sind nie zufrieden mit dem, was wir haben.


Die Perspektive der Dogon bietet jedoch eine andere Art zu leben. Indem wir die Einfachheit und die Verbindung zur Natur annehmen, können wir Zufriedenheit und Glück im gegenwärtigen Moment finden. Wir können uns auf das konzentrieren, was im Leben wirklich wichtig ist, wie unsere Beziehungen zu anderen und unsere Verbindung zur Welt um uns herum.


Psychoanalytische Untersuchungen unter dem Volk der Dogon haben die Vorteile dieser Lebensweise gezeigt. Sie leiden seltener an Angstzuständen und Depressionen und sind mit ihrem Leben zufriedener als viele Menschen in westlichen Gesellschaften. Ihre Lebenseinstellung ist eine wertvolle Lektion für uns alle, insbesondere in einer Welt, die immer komplexer und stressiger wird.


Nehmen wir uns also ein Beispiel am Volk der Dogon und machen wir uns die Einfachheit und die Verbundenheit mit der Natur zu eigen. Lernen wir, im gegenwärtigen Moment zu leben und uns mit dem zufrieden zu geben, was wir haben, anstatt ständig nach mehr zu streben. Auf diese Weise können wir wahres Glück und Erfüllung in unserem Leben finden.




Die neue Völkerwanderung Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten

Prinz Asfa-Wossen Asserate


Die neue Völkerwanderung

Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten


  • Kompetente Darstellung von Hauptursachen für die Flüchtlingskrise
  • Darstellung erfolgversprechender Lösungswege
  • Tiefe Einblicke in die Seele Afrikas

Die aktuelle Flüchtlingskrise ist ein komplexes Thema, das sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Obwohl es viele Ursachen für diese Krise gibt, ist der Hauptgrund für die Massenmigration von Flüchtlingen auf die Ereignisse im Nahen Osten zurückzuführen. Inmitten dieser Krise gerät jedoch eine viel bedeutendere langfristige Entwicklung aus dem Blickfeld: die Massenmigration von Zehntausenden Afrikanern nach Europa.Laut Prinz Asfa-Wossen Asserate, einem der besten Kenner des afrikanischen Kontinents, sind die Ursachen für diesen Massenexodus vielfältig. Einer der Hauptgründe ist der Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten in Afrika. Viele afrikanische Länder leiden unter einem hohen Maß an Armut, Arbeitslosigkeit und Unterentwicklung. Infolgedessen sind viele Afrikaner gezwungen, ihre Heimatländer auf der Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten anderswo zu verlassen.


Ein weiterer wichtiger Faktor für diese Massenmigration sind die anhaltenden Konflikte und die Instabilität in vielen afrikanischen Ländern. Politische Instabilität, Bürgerkriege und ethnische Konflikte haben viele Afrikaner gezwungen, ihre Heimat auf der Suche nach Sicherheit anderswo zu verlassen. Darüber hinaus tragen auch die Auswirkungen des Klimawandels zu dieser Massenflucht bei, da viele afrikanische Länder von schweren Dürren, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen betroffen sind, die die Menschen aus ihren Häusern vertreiben.


Die Folgen dieser Massenmigration sind erheblich und weitreichend. Wenn sie unkontrolliert bleibt, könnte die Zahl der afrikanischen Flüchtlinge in Europa bald Millionen erreichen und eine humanitäre Krise epischen Ausmaßes auslösen. Dieses Szenario wäre sowohl für Afrika als auch für Europa eine Katastrophe, mit verheerenden Folgen für beide Regionen.


Daher ist es unerlässlich, dass die europäischen Staaten ihre Afrikapolitik grundlegend ändern, um die Ursachen dieser Massenmigration zu bekämpfen. Das bedeutet, in die wirtschaftliche Entwicklung zu investieren, die politische Stabilität zu fördern und die Auswirkungen des Klimawandels in Afrika zu bekämpfen. Darüber hinaus müssen die europäischen Staaten einen umfassenderen Ansatz zur Bewältigung der Flüchtlingskrise entwickeln, der der humanitären Hilfe und der Unterstützung der Flüchtlinge Vorrang einräumt und gleichzeitig die Ursachen der Krise bekämpft.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Massenmigration von Zehntausenden von Afrikanern nach Europa eine bedeutende langfristige Entwicklung ist, die in der aktuellen Flüchtlingskrise oft übersehen wird. Die europäischen Staaten müssen unbedingt Maßnahmen ergreifen, um die Ursachen dieser Massenmigration zu bekämpfen und eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Geschieht dies nicht, wird dies verheerende Folgen sowohl für Afrika als auch für Europa haben.


Afrika ist ein Kontinent, der durch den jahrhundertelangen Kolonialismus verwüstet wurde und sich von den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Schäden, die ihm zugefügt wurden, noch nicht vollständig erholt hat. Obwohl sie mit enormen natürlichen Ressourcen und einer jungen Bevölkerung gesegnet sind, kämpfen viele afrikanische Nationen noch immer mit Armut, Konflikten und Unterentwicklung. Aber es ist noch nicht alle Hoffnung verloren. Afrika kann sich immer noch aus der Asche erheben und ein globales Kraftzentrum werden. Aber dazu braucht es einen Partner, der bereit ist, es auf seinem Weg der Entwicklung zu unterstützen.Hier kommt Prince Assefate ins Spiel - ein langjähriger Afrika-Berater für deutsche Unternehmen. Er hat den Kontinent jahrelang studiert und weiß genau, was falsch läuft. Laut Assefate verliert Afrika dank westlicher Handelsschranken und landwirtschaftlicher Schutzmaßnahmen jedes Jahr doppelt so viel wie es an Entwicklungshilfe erhält. Das bedeutet, dass dem Kontinent nicht nur die Möglichkeit verwehrt wird, sein Potenzial voll auszuschöpfen, sondern dass ihm auch die Ressourcen vorenthalten werden, die er zur Bewältigung seiner Herausforderungen benötigt.


Darüber hinaus werden die Herrscher der Gewalt oft hofiert, was die Situation vor Ort weiter verschlimmert. Gerade die Menschen, die der Kontinent für seine Entwicklung dringend braucht, kehren ihrer Heimat den Rücken und fliehen auf der Suche nach besseren Möglichkeiten in andere Länder. Dieser Braindrain ist ein großer Verlust für Afrika, da es seine klügsten und ehrgeizigsten Köpfe an andere Nationen verliert.


Was ist also die Lösung? Laut Asserate muss Europa - und in der Tat die Welt - Afrika als Partner behandeln und diejenigen Staaten gezielt unterstützen, die demokratische Strukturen aufbauen und in ihre Jugend investieren. Nur so können wir den Afrikanern, die bereit sind zu fliehen, eine menschenwürdige Zukunft auf ihrem Kontinent ermöglichen. Durch Investitionen in Bildung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Infrastruktur können die afrikanischen Staaten ein Umfeld schaffen, das die Jugend fördert, das Unternehmertum anregt und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung schafft.


Diese Partnerschaft muss jedoch auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen aufgebaut sein. Anstatt Afrika Lösungen aufzudrängen, muss der Westen den afrikanischen Führern und Menschen zuhören, ihre einzigartigen Herausforderungen verstehen und mit ihnen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden, die ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht werden. Dies erfordert ein Umdenken - ein Umdenken, das den Wert des afrikanischen Wissens, der Kultur und der Innovation anerkennt.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Afrika das Potenzial hat, eine globale Führungsrolle zu übernehmen, aber es braucht einen Partner, der bereit ist, es auf seinem Weg der Entwicklung zu unterstützen. Wenn wir Afrika als Partner behandeln und diejenigen Staaten gezielt unterstützen, die demokratische Strukturen aufbauen und in ihre Jugend investieren, können wir eine bessere Zukunft für alle Afrikaner schaffen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, eine Welt zu schaffen, in der Afrika nicht länger ein Opfer seiner Vergangenheit ist, sondern sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.


Afrika und die deutsche Sprache Ein kritisches Nachschlagewerk

Hrsg.: Susan Arndt, Antje Hornscheidt


Afrika und die deutsche Sprache

Ein kritisches Nachschlagewerk


  • Begriffe werden vom Ursprung heraus erklärt
  • Sprachwissenschaftlich korrekt
  • Dennoch leicht lesbar

Rassismus ist ein allgegenwärtiges Problem, das Menschen auf der ganzen Welt betrifft. Es handelt sich um ein systematisches Problem, das sich in verschiedenen Formen manifestiert, auch in der Sprache. Die Worte, die wir verwenden, und die Art und Weise, wie wir sie benutzen, können rassistische Einstellungen und Überzeugungen aufrechterhalten, auch wenn wir dies nicht beabsichtigen. Dies ist das zentrale Anliegen des Buches, das darauf abzielt, das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Rassismus und Sprache zu schärfen.Das Buch hebt die Tatsache hervor, dass viele Begriffe, die heute verwendet werden, eine kolonialistische, rassistische Vergangenheit haben, die auch heute noch zum Ausdruck kommt. Sie werden in diskriminierender Weise verwendet und halten schädliche Stereotypen und Vorurteile über Menschen mit bestimmten ethnischen Hintergründen aufrecht. Dies wird besonders deutlich, wenn es um Begriffe geht, die sich auf Afrika beziehen und die oft im weitesten Sinne rassistisch verwendet werden.


Das Buch soll den Lesern zeigen, welche Konzepte durch die Verwendung dieser Begriffe transportiert werden. Zum Beispiel mögen Begriffe wie "Halbblut", "schwarzer Kontinent", "primitiv" und "Häuptling" harmlos erscheinen, aber sie haben einen diskriminierenden Inhalt. Sie halten schädliche Stereotypen über Menschen afrikanischer Abstammung aufrecht und stellen sie als rückständig, unzivilisiert und minderwertig dar.


Viele Menschen, die denken, dass sie seit langem reflektiert sprechen, sind sich des diskriminierenden Inhalts dieser Begriffe nicht bewusst. Sie verwenden sie vielleicht, ohne sich des Schadens bewusst zu sein, den sie anrichten. Deshalb ist das Buch so wichtig. Es soll die Menschen dazu bringen, kritisch über die Worte nachzudenken, die sie verwenden, und über die Auswirkungen, die sie auf andere haben.


Eine der größten Herausforderungen, wenn es darum geht, Rassismus und Sprache anzusprechen, besteht darin, dass die Menschen sich oft in die Defensive gedrängt fühlen, wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden. Sie haben das Gefühl, dass sie angegriffen oder beschuldigt werden, rassistisch zu sein. Dies ist jedoch nicht die Absicht des Buches. Das Ziel ist es, das Bewusstsein zu schärfen und die Menschen zu ermutigen, über ihren Sprachgebrauch nachzudenken, und nicht, sie zu beschämen oder zu beschuldigen.


Stattdessen bietet das Buch praktische Tipps und Strategien für einen integrativeren und respektvolleren Umgang mit Sprache. Es ermutigt die Leser, auf die Worte zu achten, die sie wählen, und die Auswirkungen zu bedenken, die sie auf andere haben können. Es bietet auch eine Anleitung, wie man diskriminierenden Sprachgebrauch anfechten kann, wenn man ihn bei anderen antrifft.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch einen wichtigen Beitrag zu den laufenden Gesprächen über Rassismus und Sprache darstellt. Es unterstreicht die Tatsache, dass unsere Worte wichtig sind und dass wir alle die Verantwortung haben, unsere Sprache auf eine respektvolle und integrative Weise zu verwenden. Indem es das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Rassismus und Sprache schärft, befähigt das Buch die Leser, ihren eigenen Sprachgebrauch positiv zu verändern und diskriminierenden Sprachgebrauch bei anderen zu hinterfragen.




Ach, Afrika Berichte aus dem Inneren eines Kontinents

Bartholomäus Grill


Ach, Afrika

Berichte aus dem Inneren eines Kontinents


  • Erfahrener Afrikakorrespondent
  • Eindrückliches Buch über den afrikanischen Kontinent
  • Beleuchtung unterschiedlichster Aspekte

Afrika ist ein riesiger und vielfältiger Kontinent, der von der reichen Vorstellungswelt seiner Menschen, ihren sozialen Regeln und Ritualen, ihren Träumen und Tabus, ihren Machtstrukturen und Glaubenssystemen geprägt wurde. Es ist eine Welt, die oft rau und gewalttätig erscheint, gleichzeitig aber auch zeitlos heiter und ruhig ist. Bartholomew Grills Buch, "Afrika: Ein Kontinent voller Widersprüche" bietet dem Leser die Möglichkeit, diese Welt auf eine umfassende und zugleich nuancierte Weise zu erkunden.Das Buch von Grill ist ein Standardwerk, das aktualisiert und um ein neues Kapitel über die atemberaubenden Entwicklungen der letzten Jahre erweitert wurde. Es bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte, Geographie und Kultur des Kontinents und geht gleichzeitig auf die komplexen Themen ein, die die heutige Landschaft Afrikas geprägt haben. Grill lädt die Leser ein, die vielen Widersprüche und Herausforderungen des Kontinents zu erkunden, vom anhaltenden Kampf um soziale und wirtschaftliche Gleichheit bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die empfindlichen Ökosysteme des Kontinents.


Einer der fesselndsten Aspekte von Grills Buch ist sein Fokus auf die Menschen in Afrika. Im gesamten Buch hebt er das reiche kulturelle Erbe des Kontinents hervor, von der lebendigen Musik und den Tanztraditionen Westafrikas bis hin zu den komplizierten Perlenarbeiten und Textilien Ostafrikas. Er erforscht auch die verschiedenen religiösen und spirituellen Überzeugungen, die für viele Afrikaner ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens sind, von den animistischen Traditionen der Massai bis hin zu den synkretistischen christlichen und muslimischen Praktiken, die in vielen Teilen des Kontinents entstanden sind.


Grill schreibt fesselnd und aufschlussreich, und er hat die Gabe, die Geschichten der Menschen in Afrika zum Leben zu erwecken. Besonders gut gelingt es ihm, die komplexe Machtdynamik zu erfassen, die in vielen afrikanischen Gesellschaften im Spiel ist - von den Stammeskonflikten, die Teile des Kontinents geplagt haben, bis hin zu den politischen Umwälzungen, die viele afrikanische Nationen in den letzten Jahren verändert haben. Grill hilft den Lesern, das komplexe Beziehungsgeflecht zu verstehen, das einem Großteil der afrikanischen Gesellschaft zugrunde liegt, und die vielen Herausforderungen, mit denen diejenigen konfrontiert sind, die einen positiven Wandel herbeiführen wollen.


Insgesamt ist "Afrika: Ein Kontinent voller Widersprüche" eine Pflichtlektüre für jeden, der die Komplexität dieses riesigen und vielfältigen Kontinents verstehen möchte. Ganz gleich, ob Sie die Geschichte und Kultur Afrikas studieren, ob Sie als Geschäftsmann Ihr Geschäft in Afrika ausbauen wollen oder ob Sie einfach nur ein neugieriger Reisender sind, der die vielen Wunder des Kontinents erkunden möchte - dieses Buch ist eine unschätzbare Quelle. Es bietet eine nuancierte und umfassende Perspektive auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Afrikas und hinterlässt den Leser mit einer tiefen Wertschätzung für den Reichtum und die Vielfalt dieses bemerkenswerten Kontinents.


Afrikanische politische Philosophie Postkoloniale Positionen

Hrsg.: Franziska Dübgen, Stefan Skupien


Afrikanische politische Philosophie

Postkoloniale Positionen


  • Herausragende Texte zeitgenössischer Autor_innen
  • UmfangreicheTextsammlungen und Kommentare
  • Höchst sinnvoll ausgewählt

Afrikanische Intellektuelle stehen seit langem an der Spitze einer kulturellen Revolution, die den Platz des Kontinents in der Welt neu definieren will. Sie haben unermüdlich daran gearbeitet, globale gesellschaftliche Konzepte wie Demokratie, Freiheit, Gender, Menschenrechte und Kosmopolitismus auf den Prüfstand zu stellen, die Nachwirkungen kolonialer Strukturen zu analysieren und dezidiert postkoloniale Handlungsmaximen zu formulieren.Diese neue Welle der afrikanischen politischen Philosophie ist durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe des Kontinents gekennzeichnet. Afrikanische Denker greifen auf lokale Praktiken und Traditionen zurück, um eine Kultur des Selbstbewusstseins zu entwickeln, die sowohl einzigartig afrikanisch als auch von globaler Relevanz ist.


Eine der Schlüsselfiguren dieser Bewegung ist Achille Mbembe, ein kamerunischer Philosoph, der ausführlich über Postkolonialismus, Globalisierung und die Politik des afrikanischen Kontinents geschrieben hat. Mbembes Arbeit hat den Diskurs über die politische Philosophie Afrikas entscheidend geprägt und seine Ideen haben die Art und Weise, wie Intellektuelle auf dem gesamten Kontinent Fragen der Macht, Identität und Kultur angehen, nachhaltig beeinflusst.


Eine weitere wichtige Stimme in dieser Bewegung ist Thaddeus Metz, ein südafrikanischer Philosoph, der sich auf Fragen der Ethik und Moral im afrikanischen Kontext konzentriert hat. Metz stellt in seiner Arbeit die traditionellen westlichen Vorstellungen von moralischem Universalismus in Frage und vertritt die Ansicht, dass Moralvorstellungen in lokalen Kontexten und kulturellen Traditionen verankert sein müssen.


Oyèrónkẹ́ Oyěwùmí ist eine weitere einflussreiche Figur in dieser Bewegung. Die nigerianische feministische Wissenschaftlerin Oyěwùmí stellt in ihrer Arbeit das westliche Konzept von Geschlecht in Frage und argumentiert, dass es ein Produkt des Kolonialismus ist und nicht auf den afrikanischen Kontext anwendbar ist. Ihre Ideen haben den Diskurs über Geschlecht und Identität in Afrika entscheidend geprägt.


Mogobe B. Ramose, ein südafrikanischer Philosoph, hat sich auf das Konzept des Ubuntu konzentriert, eine traditionelle afrikanische Philosophie, die die Verbundenheit aller Dinge betont. Ramoses Arbeit hat den Diskurs über die afrikanische Identität und Kultur entscheidend mitgeprägt.


Tsenay Serequeberham, ein eritreischer Philosoph, hat sich mit dem Konzept des Kosmopolitismus im afrikanischen Kontext beschäftigt. Serequeberham argumentiert, dass sich der afrikanische Kosmopolitismus vom westlichen Kosmopolitismus unterscheidet und betont die Bedeutung von kultureller Identität und Gemeinschaft in einer globalisierten Welt.


Kwasi Wiredu schließlich, ein ghanaischer Philosoph, ist eine führende Stimme in der Bewegung zur Dekolonisierung der afrikanischen Philosophie. Wiredu hat mit seiner Arbeit die Dominanz westlicher philosophischer Traditionen an afrikanischen Universitäten und Institutionen in Frage gestellt und argumentiert, dass die afrikanische Philosophie in lokalen Kontexten und kulturellen Traditionen verankert sein muss.


Zusammen repräsentieren diese Denker eine neue Welle afrikanischer politischer Philosophie, die sowohl in lokalen Traditionen verwurzelt als auch von globaler Bedeutung ist. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe und dem anhaltenden Kampf um Selbstbestimmung und kulturelle Souveränität im afrikanischen Kontext ist. Mit der zunehmenden Vernetzung der Welt werden die Ideen dieser afrikanischen Intellektuellen bei der Gestaltung des globalen Diskurses über Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Kosmopolitismus nur noch wichtiger werden.


Weitere, vielversprechende Titel


Afrika und die Welt Betrachtungen zur Globalgeschichte Afrikas in der Neuzeit

Arno Sonderegger


Afrika und die Welt

Betrachtungen zur Globalgeschichte Afrikas in der Neuzeit


Afrika ist ein riesiger und vielfältiger Kontinent, der von einer Vielzahl von Akteuren aus verschiedenen Teilen der Welt geprägt wurde. Vom transatlantischen Sklavenhandel bis zum europäischen Kolonialismus ist die Geschichte Afrikas von globalen Verflechtungen geprägt, die den Kontinent und seine Menschen nachhaltig beeinflusst haben. Trotz der Entkolonialisierung und dem Aufschwung der historischen Afrikastudien beeinflusst das koloniale Denken jedoch weiterhin die internationalen öffentlichen Diskurse und prägt das politische und wirtschaftliche Handeln in der Welt.Eines der Hauptprobleme des kolonialen Denkens sind seine eurozentrischen und rassistischen Überlegenheitsnarrative. Die Kolonialmächte unterschätzten oft den Beitrag der afrikanischen Bevölkerung zum modernen Afrika und stellten sie als passive Empfänger der europäischen Zivilisation dar, anstatt als aktive Akteure des Wandels. Diese verzerrte Sicht auf Afrika besteht in vielen Teilen der Welt noch immer und führt zu Missverständnissen und falschen Vorstellungen über den Kontinent und seine Menschen.


Um diese Missverständnisse zu widerlegen, ist es wichtig, die zentralen Dimensionen der modernen Geschichte Afrikas zu verstehen. Genau hier setzt das Buch an. Indem es die Geschichte der transkontinentalen Organisation nachzeichnet, bietet es einen eingehenden Blick auf den transatlantischen Sklavenhandel und die europäischen Kolonialreiche und beleuchtet ihre Ambivalenzen und den Widerstand, dem sie ausgesetzt waren.


Der transatlantische Sklavenhandel war eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Afrikas und seine Auswirkungen sind noch heute spürbar. Über 400 Jahre lang wurden Millionen von Afrikanern gewaltsam aus ihrer Heimat verschleppt und über den Atlantik transportiert, um als Sklaven in Amerika zu arbeiten. Dieser Handel hatte verheerende Folgen für die afrikanischen Gesellschaften, denn er kostete unzählige Menschenleben und zerstörte die traditionellen sozialen Strukturen.


Die europäischen Kolonialreiche, die auf den transatlantischen Sklavenhandel folgten, hatten einen ähnlich tiefgreifenden Einfluss auf Afrika. Vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts haben die europäischen Mächte den Kontinent aufgeteilt und in Kolonien und Einflusssphären aufgeteilt. Diese Zeit der Kolonisierung hatte weitreichende Folgen für die afrikanischen Gesellschaften, darunter die erzwungene Einführung europäischer Sprachen, Religionen und kultureller Normen.


Trotz der Herausforderungen, die der Kolonialismus mit sich brachte, waren die Afrikaner jedoch stets aktive Akteure des Wandels. Im Laufe der Geschichte des modernen Afrikas haben sich die Afrikaner gegen die Kolonialherrschaft gewehrt und für ihre Unabhängigkeit gekämpft, oft unter großen persönlichen Opfern. Dieser Widerstand hat viele Formen angenommen, von politischem Aktivismus bis hin zum bewaffneten Kampf, und hat die moderne Geschichte des Kontinents entscheidend geprägt.


Das Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der die Komplexität der modernen Geschichte Afrikas verstehen will. Durch die nuancierte und detaillierte Darstellung der transkontinentalen Organisation stellt es gängige Missverständnisse über den Kontinent und seine Menschen in Frage. Es verdeutlicht auch die anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus und wie wichtig es ist, die Macht der afrikanischen Menschen bei der Gestaltung ihres eigenen Schicksals anzuerkennen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das koloniale Denken nach wie vor einen tiefgreifenden Einfluss auf die internationalen öffentlichen Diskurse und das politische und wirtschaftliche Handeln in der Welt hat. Wenn wir jedoch die zentralen Dimensionen der Geschichte des modernen Afrikas verstehen, können wir diese falschen Vorstellungen in Frage stellen und auf ein genaueres und differenzierteres Verständnis des Kontinents und seiner Menschen hinarbeiten. Das Buch ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel und sollte für jeden, der sich für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Afrikas interessiert, Pflichtlektüre sein.


Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents

Bartholomäus Grill


Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents


Bartholomäus Grill, der legendäre Afrika-Korrespondent von DIE ZEIT und SPIEGEL, hat jahrzehntelang über die Höhen und Tiefen des Kontinents berichtet. In seinem neuesten Werk zieht er eine Bilanz darüber, wo Afrika heute steht und was die Zukunft bringen könnte. Trotz Armut und grassierender Korruption ist Grill der Meinung, dass Afrika ein enormes Potenzial birgt. Es ist der rohstoffreichste Kontinent der Erde, verfügt über ein großes Reservoir an ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen und eine junge, schnell wachsende Bevölkerung. Er stellt auch fest, dass die digitale Revolution neue Horizonte eröffnet.In den letzten Jahren hat sich China stark in Afrika engagiert und in die Infrastruktur, den Bergbau und andere Sektoren investiert. Grill ist jedoch der Meinung, dass es afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme geben kann. Er schlägt zum Beispiel eine Rückkehr zu umweltfreundlichen Produktionsformen und wirtschaftlichen Alternativen zur westlichen Wachstumsreligion vor. Grill glaubt, dass eine "zivilisatorische Wende" zur Rettung unseres Planeten von Afrika ausgehen könnte.


Grill zeichnet das Bild eines vielschichtigen Kontinents im Aufbruch. Er hebt die Herausforderungen hervor, vor denen Afrika steht, wie politische Instabilität, Konflikte und Armut, weist aber auch auf die Fortschritte hin, die in den letzten Jahren erzielt wurden. So haben viele afrikanische Länder erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der Bildung gemacht, und einige haben sogar beeindruckende wirtschaftliche Wachstumsraten erzielt.


Eines der Hauptthemen in Grills Arbeit ist das Potenzial der Jugend Afrikas. Mit einer wachsenden Bevölkerung junger Menschen hat der Kontinent das Potenzial, eine bedeutende Wirtschaftskraft zu werden. Dieses Potenzial kann jedoch nur ausgeschöpft werden, wenn die jungen Menschen das nötige Rüstzeug für ihren Erfolg erhalten, z. B. Bildung, Ausbildung und Zugang zu Kapital.


Grills Berichte basieren auf seinen langjährigen Erfahrungen in Afrika und seinen Begegnungen mit Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Er erzählt fesselnde Geschichten von ganz normalen Menschen, die sich trotz der Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, bemühen, in ihren Gemeinschaften etwas zu bewirken. Seine Arbeit erinnert daran, dass Afrika kein monolithisches Gebilde ist, sondern ein vielfältiger Kontinent mit vielen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Geschichten.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Grills Arbeit einen nuancierten und aufschlussreichen Blick auf das heutige Afrika bietet. Er erkennt die Herausforderungen an, vor denen der Kontinent steht, hebt aber auch sein enormes Potenzial hervor. Er ermutigt die Leser, über die negativen Stereotypen, die oft mit Afrika in Verbindung gebracht werden, hinwegzusehen und den Kontinent als einen Ort großer Chancen zu betrachten. Wenn wir von den Erfolgen und Misserfolgen Afrikas lernen können, sind wir vielleicht in der Lage, Lösungen für einige der globalen Herausforderungen zu finden, denen wir heute gegenüberstehen.


Afropäisch Eine Reise durch das schwarze Europa

Johny Pitts


Afropäisch

Eine Reise durch das schwarze Europa


Viele schwarze Europäer kennen diese Frage nur zu gut - kann man sowohl schwarz als auch europäisch sein? Für manche ist es immer noch ein Widerspruch, aber die Wahrheit ist, dass es in Europa schon lange eine lebendige afrikanische Kultur gibt. Um diese reiche Geschichte zu erkunden, hat sich Johny Pitts auf eine Reise durch die Metropolen des Kontinents begeben und die Geschichten und Erfahrungen schwarzer Europäer aufgespürt.In Paris wandelt Pitts auf den Spuren von James Baldwin, dem berühmten Schriftsteller, der einen Großteil seines Lebens in der Stadt verbrachte. Baldwin war eine führende Stimme zu Fragen der Rasse und Identität, und sein Werk ist auch heute noch aktuell. In Berlin trifft sich Pitts mit ghanaischen Rastafarians, einer Gemeinschaft, die die Stadt seit Jahrzehnten zu ihrer Heimat gemacht hat. Der Rastafariismus ist eine Religion, die ihren Ursprung in Jamaika hat, sich aber über die ganze Welt verbreitet hat, auch nach Europa.


In Moskau besucht Pitts die ehemalige Patrice Lumumba Universität, benannt nach dem 1961 ermordeten kongolesischen Politiker. Die Universität war während der Sowjetära ein Zentrum für Bildung und Aktivismus für afrikanische Studenten. Heute erinnert sie an die tiefen Verbindungen zwischen Afrika und der Sowjetunion und an die Kämpfe, die die schwarzen Europäer im Laufe der Geschichte zu bestehen hatten.


Aber nicht nur an diesen ikonischen Orten sind die Erfahrungen schwarzer Europäer zu spüren. In den französischen Banlieues und den Favelas am Stadtrand von Lissabon zum Beispiel gehören Armut und Rassismus für viele immer noch zum Alltag. Diese Gemeinschaften werden trotz ihrer langen Geschichte in Europa oft an den Rand gedrängt und von der Mainstream-Gesellschaft ausgeschlossen.


Die Realität ist, dass die multikulturelle Gegenwart Europas immer noch von seiner kolonialen Vergangenheit geprägt ist. Die Ausbeutung und Versklavung der afrikanischen Bevölkerung hat auf beiden Seiten des Atlantiks bleibende Auswirkungen. Und da sich Europa weiterhin mit Fragen der Einwanderung und Integration auseinandersetzt, sind die Erfahrungen schwarzer Europäer wichtiger denn je.


Aber es gibt Hoffnung. Pitts' Reise zeigt, dass es unter den schwarzen Europäern eine reiche und vielfältige Kultur gibt, die von der Mainstream-Gesellschaft oft übersehen oder ignoriert wird. Indem wir diese Geschichten und Erfahrungen teilen, können wir damit beginnen, die Barrieren, die uns trennen, niederzureißen und ein integrativeres und gerechteres Europa für alle aufzubauen.


Autonomie für die Afrikaanse Nation  Ein Superethnos in Südafrika

Christian Böttger


Autonomie für die Afrikaanse Nation 

Ein Superethnos in Südafrika


Die Debatte über das Wesen der Völker und ihre Identitäten ist seit Jahrhunderten ein Diskussionsthema. Moderne Historiker, die der konstruktivistischen Ideologie anhängen, behaupten, dass Völker nichts als reine Erfindungen sind. Sie argumentieren, dass Identitäten soziale Konstrukte sind, die durch Geschichte, Kultur und Politik und nicht durch Blut oder Biologie geprägt sind. Ein neues Buch über die vielfältige Geschichte und Kultur Südafrikas stellt diese Ansicht jedoch in Frage und liefert Beweise für das Wesen der Ethnizität.Das Buch ist eine Kampfansage an die konstruktivistische Ideologie, die der Autor für einen wissenschaftlichen Irrweg hält. Der Autor des Buches stellt die Merkmale der Völker Südafrikas vor und geht auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Afrikaans-Sprechern ein, die sie zu einem Superethnos zusammenführen. Der Autor achtet streng darauf, sprachliche, kulturelle und historische Gesichtspunkte in den Vordergrund zu stellen und nicht die Hautfarbe oder ethnische Abstammung.


Das Buch ist eine erfrischende Abwechslung zu den rassistischen Gesetzen der Apartheid-Ära und dem schwarzen Rassismus gegen Buren und Farbige, der seit dem Ende der Apartheid vorherrscht. Der Autor argumentiert, dass die ethnische Zugehörigkeit eine legitime Analysekategorie ist und dass die kulturellen und historischen Unterschiede zwischen den Völkern respektiert werden müssen.


Eines der Hauptargumente des Buches ist, dass die Sprache ein entscheidendes Element bei der Bildung einer ethnischen Identität ist. Der Autor beschreibt, wie die Sprache Afrikaans eine verbindende Kraft zwischen der weißen und der farbigen Bevölkerung Südafrikas war. Es ist eine Sprache, die durch historische und kulturelle Faktoren geprägt wurde und für diejenigen, die sie sprechen, zu einem Symbol der Identität geworden ist.


Das Buch beleuchtet auch die Rolle der Kultur bei der Gestaltung der Identität. Der Autor liefert eine detaillierte Analyse der kulturellen Praktiken, Traditionen und Überzeugungen der verschiedenen ethnischen Gruppen in Südafrika. Er argumentiert, dass diese kulturellen Unterschiede für das Verständnis der Vielfalt der Völker in Südafrika von wesentlicher Bedeutung sind und dass sie anerkannt und respektiert werden müssen.


Schließlich unterstreicht das Buch die Bedeutung der Geschichte für die Herausbildung ethnischer Identität. Der Autor liefert einen detaillierten historischen Bericht über die verschiedenen ethnischen Gruppen in Südafrika, in dem er ihre Ursprünge, Migrationen und Interaktionen nachzeichnet. Er argumentiert, dass die Geschichte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Identität spielt und dass die historischen Erfahrungen eines Volkes entscheidend für das Verständnis seiner Identität sind.


Insgesamt ist das Buch ein überzeugendes Argument gegen die konstruktivistische Ideologie und eine überzeugende Verteidigung des Wesens der Ethnizität. Es bietet eine detaillierte Analyse der sprachlichen, kulturellen und historischen Faktoren, die die ethnische Identität formen, und stellt die Vorstellung in Frage, dass Völker nichts als reine Erfindungen sind. Es ist ein Muss für jeden, der die komplexe Natur der Identität in unserer modernen Welt verstehen will.


50 Jahre Entwicklungshilfe 50 Jahre Strohfeuer

Frank Bremer


50 Jahre Entwicklungshilfe

50 Jahre Strohfeuer


Seit 50 Jahren setzt die Weltgemeinschaft die klassische Entwicklungshilfe mit den gleichen Methoden und Ansätzen um. Dabei werden zeitlich begrenzte Projekte mit hohem personellem und finanziellem Aufwand durchgeführt, ohne dass unabhängige Gremien nach ihrem Ende ihren Erfolg im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Breitenwirkung überprüfen. Leider ist es mit diesem Ansatz nicht gelungen, die Armut zu verringern, die Lebensbedingungen zu verbessern oder die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, insbesondere für die Landbevölkerung. Stattdessen hat er zu einer Verschwendung von Milliarden von Dollar geführt.Entwicklungshilfe war ursprünglich eine gute Idee, aber sie ist zu einem lukrativen Geschäft mit der Armut verkommen. Im Laufe der Jahre hat sich der Schwerpunkt der Entwicklungshilfe von der Hilfe für bedürftige Menschen auf das Füttern der Taschen der Hilfsorganisationen und ihrer Mitarbeiter verlagert. Dieser Ansatz hat nicht nur seine Ziele verfehlt, sondern auch die Würde der Menschen, denen er helfen soll, untergraben.


Bremer, ein Experte für Entwicklungshilfe mit langjähriger Erfahrung, hat 50 Jahre deutsche Entwicklungshilfe in Afrika analysiert. Er hat die Misserfolge und deren Gründe, aber auch die potenziellen Chancen aufgezeigt. Er hat die Tatsache hervorgehoben, dass die Entwicklungshilfe aus mehreren Gründen ineffektiv war, darunter:


1. Fehlende lokale Eigenverantwortung: Entwicklungsprojekte werden oft von ausländischen Hilfsorganisationen konzipiert und umgesetzt, ohne dass die lokalen Gemeinschaften beteiligt werden. Dieser Ansatz ignoriert den lokalen Kontext und die lokalen Bedürfnisse und versäumt es, die Fähigkeit der lokalen Gemeinschaften aufzubauen, die Verantwortung für die Projekte zu übernehmen.


2. Kurzfristiger Fokus: Die meisten Entwicklungsprojekte sind so konzipiert, dass sie innerhalb eines kurzen Zeitrahmens, oft nur wenige Jahre, abgeschlossen werden können. Dieser Ansatz geht nicht auf die langfristigen Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften ein, und wenn das Projekt beendet ist, hat es keine nachhaltige Wirkung.


3. Fehlende Rechenschaftspflicht: Die Hilfsorganisationen verfügen über keine unabhängigen Stellen, die den Erfolg ihrer Projekte im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Breitenwirkung nach deren Ende überprüfen. Dieser Ansatz ignoriert die Notwendigkeit von Rechenschaftspflicht und Transparenz, und das Scheitern der Projekte bleibt unbemerkt.


Bremer hat auch potenzielle Möglichkeiten identifiziert, die die Entwicklungshilfe effektiver machen könnten. Dazu gehören:


1. Lokale Eigenverantwortung: Entwicklungsprojekte sollten die Beteiligung der lokalen Gemeinschaften von der Planungsphase bis zur Umsetzung und Evaluierung einschließen. Dieser Ansatz würde sicherstellen, dass die Projekte den lokalen Bedürfnissen entsprechen und nachhaltig sind.


2. Langfristiger Fokus: Entwicklungsprojekte sollten langfristig ausgerichtet sein, und ihre Auswirkungen sollten über mehrere Jahre hinweg bewertet werden. Dieser Ansatz würde sicherstellen, dass die Projekte die langfristigen Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften erfüllen und eine nachhaltige Wirkung haben.


3. Rechenschaftspflicht: Die Entwicklungshilfe sollte einer unabhängigen Bewertung unterzogen werden, und die Ergebnisse sollten veröffentlicht werden. Auf diese Weise würde sichergestellt, dass die Hilfsorganisationen für den Erfolg oder Misserfolg ihrer Projekte zur Rechenschaft gezogen werden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in künftige Projekte einfließen können.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungshilfe bei der Verringerung der Armut, der Verbesserung der Lebensbedingungen und der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere für die Landbevölkerung, unwirksam war. Der klassische Ansatz ist gescheitert, und es ist an der Zeit, einen neuen Ansatz zu wählen, der lokale Eigenverantwortung, eine langfristige Ausrichtung und Rechenschaftspflicht beinhaltet. Bremers Analyse von 50 Jahren deutscher Entwicklungshilfe in Afrika zeigt die Misserfolge und potenziellen Möglichkeiten auf, die die Entwicklungshilfe effektiver machen könnten. Es ist an der Zeit, sich von einem geschäftsorientierten Ansatz der Entwicklungshilfe zu lösen und sich auf die Hilfe für Menschen in Not zu konzentrieren.


Afrika seit der Dekolonisation Geschichte und Politik

Martin Welz


Afrika seit der Dekolonisation

Geschichte und Politik


Afrika ist ein Kontinent, der im Laufe seiner Geschichte viele Turbulenzen durchgemacht hat. Vom Kolonialismus bis hin zu Kriegen und Konflikten - Afrika hat alles erlebt. Doch trotz seiner turbulenten Geschichte ist Afrika die Heimat von mehr als 1,2 Milliarden Menschen, die in 54 anerkannten Staaten leben. Jeder Staat hat seine eigene Kultur, Sprache und Religion, die zusammen das Erscheinungsbild des Kontinents prägen.In seinem Buch erkundet Martin Welz die beeindruckende Vielfalt Afrikas und stellt Klischees und Stereotypen in Frage. Er gibt dem Leser einen fundierten Überblick über die Geschichte, die Gesellschaft und die Politik des gesamten Kontinents. Welz' Buch ist wie ein Mosaik; aus der Nähe kann man alle Details und Unterschiede erkennen, von der Geographie über die Geschichte bis hin zu den prägenden Persönlichkeiten der Länder Afrikas, die einst von kolonialer Willkür geprägt waren. Tritt man jedoch nach der Lektüre des Buches einen Schritt zurück, kann man das große Ganze und die Strukturen erkennen.


Welz' Buch ist ein hervorragendes Hilfsmittel für alle, die die Geschichte und Politik Afrikas seit der Entkolonialisierung verstehen und diesen vielfältigen Kontinent besser kennenlernen wollen. Das Buch bietet dem Leser ein breites Panorama der historisch gewachsenen Strukturen, die den heutigen Zustand Afrikas geprägt haben. Es bietet auch einen detaillierten Einblick in die Herausforderungen, mit denen der Kontinent im Laufe der Jahre konfrontiert war, und wie er es geschafft hat, diese zu überwinden.


Eine der größten Herausforderungen, mit denen Afrika konfrontiert war, ist der Kolonialismus. Viele Jahre lang kolonisierten europäische Länder verschiedene Teile Afrikas und beuteten seine Ressourcen und Menschen aus. Die Auswirkungen des Kolonialismus sind auch heute noch zu spüren. Viele afrikanische Länder haben mit den Folgen der Ausbeutung während der Kolonialzeit zu kämpfen. Trotzdem hat sich Afrika weiterentwickelt und ist gewachsen, und viele Länder haben sich zu wirtschaftlichen Kraftzentren entwickelt.


Eine weitere große Herausforderung, der sich Afrika stellen muss, ist die politische Instabilität. Viele afrikanische Länder haben Bürgerkriege, Konflikte und Putsche erlebt, die das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung gestört haben. Trotzdem ist es vielen afrikanischen Ländern gelungen, ihr politisches System zu stabilisieren, und einige sind zu Leuchttürmen der Demokratie und der guten Regierungsführung geworden.


Afrika ist auch ein Kontinent mit einem reichen kulturellen Erbe. Jedes Land hat seine eigene Kultur, Sprache und Religion, die ein Zeugnis für seine Vielfalt sind. Von den Pyramiden in Ägypten bis hin zur Masai Mara in Kenia beherbergt Afrika einige der berühmtesten Wahrzeichen und kulturellen Stätten der Welt.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Afrika ein Kontinent ist, der im Laufe seiner Geschichte viele Turbulenzen durchgemacht hat. Trotzdem leben hier mehr als 1,2 Milliarden Menschen in 54 anerkannten Staaten. Das Buch von Martin Welz bietet dem Leser einen fundierten Überblick über die Geschichte, die Gesellschaft und die Politik des gesamten Kontinents. Es stellt Klischees und Stereotypen in Frage und bietet dem Leser ein breites Panorama der historisch gewachsenen Strukturen, die den heutigen Zustand Afrikas geprägt haben. Jeder, der die Geschichte und Politik Afrikas seit der Entkolonialisierung verstehen und diesen vielfältigen Kontinent besser kennenlernen möchte, sollte dieses Buch lesen.


Blutiges Brautgeld Afrikas beraubte Frauen - eine Hebamme klagt an.

Ursula Walch


Blutiges Brautgeld

Afrikas beraubte Frauen - eine Hebamme klagt an.


Ihre Arbeit als Hebamme hat Ursula Walch rund um den Globus geführt, aber es war ihre Reise in den Senegal, die ihr die Augen für die großen Unterschiede in der Geburtshilfe auf der ganzen Welt geöffnet hat. In Zusammenarbeit mit einer spanischen NGO wagte sich Walch tief in die Mangrovenwälder der Casamance, um mehr über die einzigartigen Bräuche und Traditionen der Region zu erfahren. Hier stieß sie zum ersten Mal auf das Fanado-Ritual, ein Phänomen, das Frauen in der vielschichtigen senegalesischen Gesellschaft verachtet.Trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert wurde, war Walch entschlossen, mehr über das Fanado-Ritual und die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Frauen zu erfahren. Auf ihrer Reise entdeckte sie auch die Tradition der Genitalverstümmelung und das Abenteuer, fernab der westlichen Schulmedizin zu gebären.


In ihrem Buch verwebt Walch diese Erfahrungen mit dem faszinierenden Rhythmus Afrikas und unterstreicht, wie wichtig es ist, einander zuzuhören und sich gegenseitig zu respektieren. Ihre Begegnungen mit Abysarr, einer traditionellen Hebamme auf der kleinen Insel Felik, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und geben dem Buch eine persönliche und nachvollziehbare Note.


Aber Walch bleibt nicht dabei stehen. Sie bricht das Tabu, indem sie sogar ihr eigenes Schicksal teilt und den Lesern einen Panoramablick auf die Welt der Frauen und des Gebärens in einer fernen Kultur und Region der Welt bietet.


In fesselnder Erzählform informiert Walchs Buch die Leser darüber, wie wichtig es ist, unterschiedliche Sitten und Gebräuche zu respektieren, insbesondere wenn es um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen geht. Indem sie ihre eigenen Erfahrungen mitteilt, beleuchtet sie die Herausforderungen, mit denen Frauen auf der ganzen Welt konfrontiert sind, und hebt gleichzeitig die Schönheit und Stärke der verschiedenen Kulturen hervor.


Insgesamt ist dieses Buch ein Muss für jeden, der sich für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen, kulturelle Unterschiede und die Kraft des Zuhörens und des gegenseitigen Respekts interessiert. Durch ihre Reise erinnert uns Walch an die Bedeutung von Empathie und Mitgefühl in einer Welt, die sich oft gespalten fühlt.


 »Brückenbauen« gegen Apartheid? Auslandspfarrer in Südafrika und Namibia.

Sebastian Justke


»Brückenbauen« gegen Apartheid?

Auslandspfarrer in Südafrika und Namibia.


über die Rolle der Kirche in politischen Konflikten.Die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Reaktionen westdeutscher protestantischer Pastoren auf die Apartheid im südlichen Afrika waren sehr unterschiedlich. Einige Pastoren unterstützten die Apartheid, weil sie sie für eine notwendige Maßnahme zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Stabilität in einer Gesellschaft hielten, die tief durch Rassen getrennt war. Sie argumentierten, dass die Apartheid keine Form des Rassismus sei, sondern vielmehr eine Möglichkeit, die verschiedenen Rassengruppen vor den kulturellen Unterschieden und möglichen Konflikten zu schützen.


Viele westdeutsche Pastoren waren jedoch tief beunruhigt über die Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen, die unter der Apartheid begangen wurden. Sie betrachteten das System als eine Form der Unterdrückung, die mit ihrem christlichen Glauben und den Prinzipien der Menschenwürde und Gleichheit unvereinbar war. Diese Pastoren setzten sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit ein und unterstützten die Anti-Apartheid-Bewegung.


Die Erfahrungen der westdeutschen Pastoren im südlichen Afrika wurden durch das Umfeld, in dem sie arbeiteten, geprägt. Diejenigen, die in wohlhabendere, überwiegend weiße Gemeinden entsandt wurden, machten eher positive Erfahrungen, während diejenigen, die in ärmeren, schwarzen Gemeinden arbeiteten, mit mehr Herausforderungen konfrontiert waren. In diesen Gemeinden erlebten die Pastoren oft aus erster Hand die Auswirkungen der Apartheid auf das Leben der einfachen Menschen. Sie sahen die Armut, den mangelnden Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und die brutale Unterdrückung Andersdenkender.


Trotz der Herausforderungen blieben viele westdeutsche Pastoren ihrer Arbeit im südlichen Afrika treu. Sie sahen ihre Aufgabe darin, Brücken zwischen den Gemeinschaften zu bauen, Verständnis zu fördern und sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Sie arbeiteten eng mit lokalen Aktivisten und Kirchenführern zusammen, um den Kampf gegen die Apartheid zu unterstützen und denen eine Stimme zu geben, die zum Schweigen gebracht wurden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Reaktionen westdeutscher protestantischer Pastoren auf die Apartheid im südlichen Afrika komplex und unterschiedlich waren. Während einige Pastoren das System unterstützten, waren viele von ihnen zutiefst dagegen und setzten sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit und die Unterstützung der Anti-Apartheid-Bewegung ein. Ihre Erfahrungen waren von dem Umfeld geprägt, in dem sie arbeiteten, und viele standen vor großen Herausforderungen. Dennoch blieben diese Pastoren ihrer Arbeit treu, denn sie sahen darin einen wichtigen Teil ihres christlichen Glaubens und ihre Pflicht, sich für Gerechtigkeit und Gleichheit einzusetzen.




Das Dilemma »Entwicklungshilfe« in Afrika

Gerd Hankel


Das Dilemma

»Entwicklungshilfe« in Afrika


Entwicklungshilfe oder das, was man heute gemeinhin als "Entwicklungszusammenarbeit" bezeichnet, ist nach wie vor ein höchst kontroverses und polarisierendes Thema. Zwar sind sich sowohl Gegner als auch Befürworter einig, dass etwas getan werden muss, vor allem in Afrika südlich der Sahara, doch gehen sie in der Frage, was getan werden sollte und wie es umgesetzt werden sollte, weit auseinander. Einige argumentieren, dass radikale Veränderungen notwendig sind, wie z.B. die Begrenzung der humanitären Hilfe und die Hoffnung auf Eigeninitiative aus dem Druck der unmenschlichen Bedingungen heraus, während andere für zusätzliche finanzielle Hilfe und Zusammenarbeit in der Erwartung eines allmählichen Wandels zum Besseren plädieren. Aber was ist das Endziel der Entwicklungshilfe und wer sollte dafür verantwortlich sein, es zu erreichen?Eines der drängendsten Probleme in Afrika südlich der Sahara ist die Armut. Nach Angaben der Weltbank leben mehr als 40 % der Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara in extremer Armut, d.h. sie müssen mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag auskommen. Die Armut in der Region wird durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt, darunter der begrenzte Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und sauberem Wasser sowie der fehlende Zugang zu Krediten und Finanzdienstleistungen. Um diese Probleme anzugehen, ist ein vielseitiger Ansatz erforderlich, der nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsversorgung umfasst.


Ruanda wird oft als Erfolgsgeschichte in Bezug auf die Entwicklung in Afrika südlich der Sahara angeführt. Das Land hat erhebliche Fortschritte bei der Verringerung der Armut und der Verbesserung des Zugangs zu Bildung und Gesundheitsversorgung gemacht. Diese Fortschritte haben jedoch ihren Preis. Der Regierung wird vorgeworfen, autoritär zu sein und die politischen Freiheiten einzuschränken. Kritiker argumentieren, dass der Erfolg Ruandas durch einen Top-Down-Ansatz erzielt wurde, der dem Wirtschaftswachstum Vorrang vor demokratischen Prinzipien einräumt.


Am anderen Ende des Spektrums steht die Demokratische Republik Kongo (DRC), die oft als Paradebeispiel für Korruption, Vetternwirtschaft und Staatsversagen angeführt wird. Die DRK ist eines der ärmsten Länder der Welt, obwohl sie reich an natürlichen Ressourcen wie Diamanten, Gold und Kupfer ist. Die Unfähigkeit der Regierung, diese Ressourcen effektiv zu verwalten, hat zu weit verbreiteter Armut und Instabilität im Land beigetragen.


Die Unterschiede zwischen Ruanda und der DRK verdeutlichen die Komplexität der Entwicklung in Afrika südlich der Sahara. Es reicht nicht aus, einfach nur finanzielle Hilfe zu leisten und auf das Beste zu hoffen. Entwicklung muss auf ganzheitliche Weise angegangen werden, die die einzigartigen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen jedes Landes berücksichtigt.


Einer der größten Kritikpunkte an der Entwicklungshilfe ist, dass sie eine paternalistische Haltung gegenüber Afrika aufrechterhält. Die Vorstellung, dass Afrika vom Westen "gerettet" werden muss, ist sowohl herablassend als auch unzutreffend. Die Afrikaner sind durchaus in der Lage, ihre Probleme selbst zu lösen, aber sie brauchen Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten, an denen es oft mangelt. Entwicklungshilfe sollte als Partnerschaft zwischen den afrikanischen Ländern und der internationalen Gemeinschaft betrachtet werden, wobei beide Seiten eine gleichberechtigte Rolle bei der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung spielen.


Ein weiterer Kritikpunkt an der Entwicklungshilfe ist, dass sie oft verschwendet oder missbraucht wird. Korruption und Missmanagement von Hilfsgeldern sind in vielen afrikanischen Ländern ein großes Problem. Die Geber müssen für die Verwendung ihrer Hilfe zur Rechenschaft gezogen werden und mit den lokalen Regierungen und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Hilfe effektiv und effizient eingesetzt wird.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Entwicklungshilfe nach wie vor ein kontroverses und komplexes Thema ist. Es gibt zwar keine einfachen Lösungen, aber es ist klar, dass ein vielseitiger Ansatz notwendig ist, der die einzigartigen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen jedes Landes berücksichtigt. Entwicklungshilfe sollte als Partnerschaft zwischen den afrikanischen Ländern und der internationalen Gemeinschaft betrachtet werden, wobei beide Seiten eine gleichberechtigte Rolle bei der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung spielen. Letztlich sollte das Ziel der Entwicklungshilfe darin bestehen, die Afrikaner in die Lage zu versetzen, ihre eigenen Probleme zu lösen und eine bessere Zukunft für sich und ihre Gemeinschaften zu schaffen.


Das Horn von Afrika Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia: Geschichte und Politik

Alfred Schlicht


Das Horn von Afrika

Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia: Geschichte und Politik


Das Horn von Afrika ist eine Region an der östlichen Spitze des afrikanischen Kontinents, die die Staaten Äthiopien, Dschibuti, Eritrea und Somalia umfasst. Diese Region ist für ihre kulturelle Vielfalt bekannt, denn hier treffen christliche und muslimische Einflüsse aufeinander. Außerdem unterhält diese Region seit der Antike enge Beziehungen zu Europa. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde das Horn von Afrika jedoch durch den Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien und den Zerfall Somalias, das vom islamischen Terror heimgesucht wurde, zu einem internationalen Krisenherd.Alfred Schlichts Buch spannt den Bogen der Geschichte von den frühen menschlichen Entdeckungen bis hin zu Großmachtrivalitäten, Kolonialismus und Versöhnungsbestrebungen in den letzten Jahren. Es ist ein fundierter und lesenswerter Ansatz, der die brandaktuellen Ereignisse historisch und geografisch in einen breiteren Kontext stellt. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der sich für die Geschichte und die aktuelle Lage am Horn von Afrika interessiert.


Eines der charakteristischen Merkmale des Horns von Afrika ist seine kulturelle Vielfalt. Diese Region ist seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen, Religionen und Traditionen. Christliche und muslimische Einflüsse haben hier lange Zeit nebeneinander existiert, was zu einer einzigartigen Mischung von Traditionen und Praktiken geführt hat. So ist zum Beispiel das äthiopisch-orthodoxe Christentum in Äthiopien stark vertreten, während in Somalia der Islam dominiert.


Das Horn von Afrika hat auch seit der Antike enge Beziehungen zu Europa. Diese Region war eine wichtige Handelsroute zwischen Europa und dem Osten, und viele europäische Mächte haben sich hier in der Kolonialzeit niedergelassen. Das italienische und das britische Imperium hatten zum Beispiel Kolonien am Horn von Afrika, die die Geschichte der Region stark beeinflusst haben.


Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befand sich das Horn von Afrika jedoch in einer schweren Krise. Der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien und der Zerfall Somalias hatten weitreichende Auswirkungen auf die Region. Der Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien, der von 1998 bis 2000 dauerte, verwüstete beide Länder und kostete Tausende von Menschenleben. Der Zerfall Somalias, der in den frühen 1990er Jahren begann, hat zu einer langen Periode der Instabilität und Gewalt geführt, in der verschiedene Gruppen um die Macht ringen.


Das Horn von Afrika ist auch für seine Anfälligkeit für islamistischen Terror bekannt. Islamistische Gruppen wie Al-Shabaab haben zahlreiche Anschläge in der Region verübt, die sich gegen Zivilisten und Militärangehörige richteten. Die Gruppe strebt die Errichtung eines islamischen Staates in Somalia an und hat auch in den Nachbarländern Anschläge verübt.


Das Buch von Alfred Schlicht bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte und den aktuellen Zustand des Horns von Afrika. Es spannt den Bogen der Geschichte von den frühen menschlichen Entdeckungen bis zu den Rivalitäten der Großmächte, dem Kolonialismus und den Versöhnungsbestrebungen der letzten Jahre. Schlichts Ansatz ist fundiert und gut lesbar und stellt die brandaktuellen Ereignisse historisch und geographisch in einen größeren Zusammenhang. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der sich für die Geschichte und die aktuelle Lage am Horn von Afrika interessiert.


Der Fluch des Reichtums Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas

Tom Burgis


Der Fluch des Reichtums

Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas


Ein Drittel der Rohstoffvorkommen der Welt: Wie unser globales Wirtschaftssystem einen ganzen Kontinent ausplündertEs ist eine Tatsache, dass ein Drittel der Rohstoffvorkommen der Welt unter der Erdoberfläche liegt. Diese Ressourcen sind das Rückgrat der modernen Wirtschaft und treiben alles an, von Autos und Flugzeugen bis hin zu Smartphones und Laptops. Sie sind die Bausteine von Fortschritt und Wohlstand. Doch für die große Mehrheit der Bevölkerung ist dieser Reichtum eher ein Fluch als ein Segen.


Ein kriminelles Netzwerk aus zwielichtigen Händlern, internationalen Konglomeraten und kapitalistischen Freibeuter hat sich den Zugang zu den Ressourcen gesichert und schnappt sich systematisch die Gewinne. Die direkten Folgen sind zügellose Korruption, Gewalt, Unterdrückung und Hungersnot. Der Auslandsreporter Tom Burgis wirft ein völlig neues Licht auf die dunkle Seite unseres globalen Wirtschaftssystems und beschreibt die rücksichtslose Ausplünderung eines ganzen Kontinents.


Der Kontinent, um den es geht, ist Afrika, und bei den Rohstoffen, um die es geht, handelt es sich um alles von Öl und Gas bis hin zu Mineralien wie Kobalt, Kupfer und Gold. Diese Ressourcen sind auf dem gesamten Kontinent in Hülle und Fülle vorhanden, von Nigeria und Angola im Westen bis zur Demokratischen Republik Kongo und Sambia im Süden.


Doch trotz dieses Reichtums lebt die Mehrheit der Bevölkerung in diesen Ländern in Armut. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber einer der wichtigsten ist die Tatsache, dass die Gewinne aus diesen Ressourcen nicht zu den Menschen fließen, die sie am meisten brauchen. Stattdessen werden sie von einer kleinen, elitären Gruppe von Einzelpersonen und Unternehmen abgeschöpft, die von der Ausbeutung dieser Ressourcen profitiert.


Die Folgen dieser Ausbeutung sind verheerend. In vielen Fällen führt sie zu Gewalt, Konflikten und Krieg. Bewaffnete Gruppen kämpfen um die Kontrolle über rohstoffreiche Gebiete und nutzen die Gewinne, um ihre Operationen zu finanzieren. Die Folgen sind verheerend für die einheimische Bevölkerung, die mitten in den Kämpfen gefangen ist.


In anderen Fällen führt die Ausbeutung zu zügelloser Korruption. Beamte und Politiker werden bestochen oder gezwungen, Bergbauverträge an Unternehmen zu vergeben, die dann die Ressourcen ohne Rücksicht auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen abbauen. Das Ergebnis ist oft die Zerstörung und Verschlechterung der Umwelt sowie die Vertreibung und Verarmung der lokalen Gemeinschaften.


Aber die vielleicht heimtückischste Folge dieser Ausbeutung ist die Art und Weise, wie sie den Kreislauf von Armut und Ungleichheit aufrechterhält. Indem die Elite die Gewinne aus diesen Ressourcen abschöpft, entzieht sie der lokalen Bevölkerung die Ressourcen, die sie benötigt, um ihre eigene Wirtschaft aufzubauen und ihr eigenes Leben zu verbessern. Dadurch wird ein Kreislauf der Abhängigkeit und Unterentwicklung aufrechterhalten, der nur schwer zu durchbrechen ist.


Was kann also getan werden, um diese Ausplünderung eines ganzen Kontinents zu stoppen? Burgis argumentiert, dass der erste Schritt darin besteht, das Problem zu beleuchten. Indem wir die zwielichtigen Geschäfte und korrupten Praktiken aufdecken, können wir Druck auf Regierungen und Unternehmen ausüben, damit diese verantwortungsvoller und nachhaltiger handeln.


Wir können auch lokale Gemeinschaften und Organisationen unterstützen, die sich für die Verteidigung ihrer Rechte und den Schutz der Umwelt einsetzen. Indem wir diese Gruppen stärken, können wir dazu beitragen, eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft für alle zu schaffen.


Letztendlich ist die Herausforderung, die Ausbeutung der Ressourcen Afrikas zu bekämpfen, komplex und vielschichtig. Aber wenn wir das Ausmaß des Problems verstehen und es gemeinsam angehen, können wir beginnen, ein gerechteres und faireres globales Wirtschaftssystem zu schaffen. Ein System, das allen zugute kommt, nicht nur den wenigen Eliten.


Der Orient der Deutschen Max von Oppenheim und die Erfindung eines außenpolitischen Raumes (1896-1909)

Marc Hanisch


Der Orient der Deutschen

Max von Oppenheim und die Erfindung eines außenpolitischen Raumes (1896-1909)


Die wilhelminische Ära des Deutschen Kaiserreichs war eine Zeit großer politischer und sozialer Umwälzungen, die von einer Reihe von Konflikten geprägt war, die letztlich den Verlauf der europäischen Geschichte bestimmen sollten. Einer der bedeutendsten dieser Konflikte war die sogenannte "Orientalische Frage", ein komplexes und vielschichtiges Thema, das sich um die Beziehung zwischen Europa und der islamischen Welt drehte.Im Mittelpunkt dieses Konflikts stand ein wachsendes Gefühl der Entfremdung zwischen dem deutschen und dem englischen Kaiserreich, da beide Länder um Einfluss und Kontrolle über den Nahen Osten und Nordafrika rangen. In diesem Kontext wurde Max Freiherr von Oppenheim, der Sohn eines prominenten Bankiers und renommierten Orientalisten, zu einer zentralen Figur bei der Entwicklung des Konzepts des "Orients" als Schlüsselbegriff für das Verständnis und die Bewältigung zeitgenössischer außenpolitischer Herausforderungen.


Im Laufe von dreizehn Jahren, von 1896 bis 1909, arbeitete Oppenheim als Beobachter der islamischen Welt im deutschen Generalkonsulat in Kairo und beschäftigte sich eingehend mit der Kultur, Politik und Wirtschaft der Region. Auf der Grundlage seiner umfassenden Kenntnisse und Erfahrungen wurde er schließlich während des Ersten Weltkriegs mit der Gründung und Leitung einer "Nachrichtenagentur für den Orient" betraut, die in einer Zeit großer Unsicherheit und Umwälzungen für die deutschen Entscheidungsträger eine wichtige Quelle für Informationen und Analysen darstellte.


Während seiner gesamten Karriere spielte Oppenheim eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des Diskurses über den "Orient" und trug dazu bei, ihn als zentralen Begriff im Vokabular der deutschen Außenpolitik zu etablieren. Indem er einen Rahmen für das Verständnis der komplexen und oft widersprüchlichen Realitäten der islamischen Welt schuf, trug er dazu bei, den Grundstein für einen nuancierteren und differenzierteren Ansatz in der Diplomatie und den internationalen Beziehungen zu legen.


Heute erinnert uns Oppenheims Vermächtnis daran, wie wichtig es ist, den kulturellen und historischen Kontext anderer Nationen und Völker zu verstehen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Während wir uns weiterhin mit den Herausforderungen einer zunehmend vernetzten und komplexen Welt auseinandersetzen, bietet sein Beispiel eine wertvolle Lektion über die Macht von Wissen, Empathie und Verständnis, um unseren Ansatz in der Diplomatie und Außenpolitik zu gestalten.


Die »zweite Sklaverei« ernähren Sklavenschiffsköche und Straßenverkäuferinnen im Südatlantik (1800-1870)

Melina Teubner


Die »zweite Sklaverei« ernähren

Sklavenschiffsköche und Straßenverkäuferinnen im Südatlantik (1800-1870)


Das 19. Jahrhundert war eine dunkle Zeit in der Geschichte der Menschheit, geprägt von den Schrecken des Sklavenhandels. Millionen von Afrikanern wurden gefangen genommen und nach Brasilien verschifft, wo sie unvorstellbares Leid und Ausbeutung ertragen mussten. Doch während viel über die Sklavenhalter und -händler geschrieben wurde, die von diesem unmenschlichen Handel profitierten, wurde den Menschen, die die Räder am Laufen hielten, nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt: den Köchen und Verkäuferinnen, die die Sklaven und Besatzungen auf den Schiffen, die zwischen Afrika und Brasilien fuhren, ernährten und versorgten.Melina Teubners kollektive Biografie wirft ein Licht auf diese vergessenen Figuren und enthüllt die harte Realität ihres Lebens und die entscheidende Rolle, die sie in der Logistik des Sklavenhandels spielten. In ihrem Buch lässt sie die Köche zu Wort kommen, die in den beengten und schmutzigen Küchen der Sklavenschiffe arbeiteten und sich abmühten, Hunderte von Menschen mit mageren Vorräten und begrenzten Ressourcen zu ernähren. Diese Köche waren nicht nur für die körperliche Versorgung der Sklaven und der Besatzung verantwortlich, sondern auch für deren Moral und Wohlbefinden. Sie mussten sich in der komplexen sozialen Dynamik des Schiffes zurechtfinden, sich mit Konflikten und Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen auseinandersetzen und gleichzeitig lange Stunden unter gefährlichen, unhygienischen Bedingungen arbeiten.


Andererseits erforscht Teubner auch das Leben der Verkäuferinnen, die in den Häfen arbeiteten und sowohl die Versklavten als auch die Arbeiter mit Lebensmitteln und anderen Dingen versorgten. Diese Frauen, von denen viele selbst afrikanischer Abstammung waren, mussten sich in der oft feindseligen Welt des Sklavenhandels zurechtfinden und sich mit den Vorurteilen und dem Misstrauen sowohl der Sklavenhalter als auch ihrer afrikanischen Landsleute auseinandersetzen. Sie wurden oft missbraucht und ausgebeutet, aber sie hielten durch und leisteten wichtige Dienste für die Menschen auf den Schiffen und die Arbeiter in den Häfen.


Durch ihre Recherchen beleuchtet Teubner das komplizierte Netz von Beziehungen und Abhängigkeiten, das im Sklavenhandel bestand. Sie zeigt, dass diese Köchinnen und Verkäuferinnen keine bloßen Rädchen in einer Maschine waren, sondern aktive Teilnehmer in einem komplexen System der Ausbeutung und des Überlebens. Indem sie ihre Geschichten ans Licht bringt, fordert sie uns auf, unser Verständnis der Geschichte des Sklavenhandels zu überdenken und die Menschlichkeit derer anzuerkennen, die darin verstrickt waren.


Darüber hinaus wirft Teubners Arbeit auch ein Licht auf die Materialität von Schiffen, Lebensmitteln und Arbeit im Kontext der globalen Geschichte. Sie zeigt, wie diese scheinbar banalen Aspekte des Lebens für das Funktionieren des Sklavenhandels entscheidend waren und wie sie von größeren Kräften wie Kapitalismus, Imperialismus und Kolonialismus geprägt wurden. Indem sie die Bewegungen von Menschen und Waren über den Atlantik nachzeichnet, hilft sie uns, die komplexen Netzwerke von Macht und Einfluss zu verstehen, die dem Sklavenhandel und seinen Folgen zugrunde lagen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Melina Teubners kollektive Biographie ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der "zweiten Sklaverei" und zu unserem Verständnis der globalen Geschichte ist. Indem sie sich auf das Leben und die Erfahrungen der Köchinnen und Verkäuferinnen konzentriert, die maßgeblich an der Logistik des Sklavenhandels beteiligt waren, fordert sie uns auf, uns mit den menschlichen Kosten dieses unmenschlichen Systems auseinanderzusetzen und die Handlungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit derjenigen anzuerkennen, die unter diesem System gelitten haben. Ihre Arbeit erinnert uns daran, dass Geschichte nicht nur eine Sammlung von Fakten und Daten ist, sondern eine lebendige und sich entwickelnde Geschichte, die von den Erfahrungen und Kämpfen der Menschen im Alltag geprägt ist.


Die Bruderschaft der »Entwickler« Zur Etablierung der Entwicklungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1956 bis 1974

Karsten Linne


Die Bruderschaft der »Entwickler«

Zur Etablierung der Entwicklungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1956 bis 1974


Die Entwicklungspolitik der Bundesrepublik Deutschland ist ein Produkt ihrer einzigartigen Geschichte, die von den Erfahrungen des Landes mit dem Kolonialismus, dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg geprägt ist. Im Jahr 1956 betrat das Land mit der staatlichen Hilfe für "Entwicklungsländer" Neuland. Im Gegensatz zu den klassischen Kolonialländern verfügte Deutschland jedoch nicht über einen Stab von Personen mit Kolonialerfahrung, denen man die Entwicklungspolitik ohne Unterbrechung anvertrauen konnte, was dazu führte, dass neue Strukturen, Organisationen und Themenfelder geschaffen werden mussten.Im Laufe von zwei Jahrzehnten hat sich die deutsche Entwicklungspolitik erheblich weiterentwickelt und verändert, wobei wichtige Akteure und Institutionen entstanden sind. Karsten Linne betrachtet in seiner Untersuchung der Entstehung und Etablierung dieses Politikfeldes die Menschen, die die Grundlagen der deutschen Entwicklungspolitik gelegt haben und deren Handeln sie bis heute prägt, und fragt nach ihren Motiven, Ideen, Ideologien und Impulsen.


Ein wichtiger Akteur bei der Etablierung der deutschen Entwicklungspolitik war die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die 1975 aus dem Zusammenschluss mehrerer bestehender Organisationen hervorging. Die GTZ spielte eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Entwicklungspolitik des Landes, indem sie den Partnerländern technische Hilfe leistete und die nachhaltige Entwicklung in verschiedenen Bereichen förderte.


Eine weitere wichtige Institution war das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das 1961 gegründet wurde und seitdem für die Koordinierung und Umsetzung der deutschen Entwicklungspolitik zuständig ist. Das BMZ hat eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Entwicklungspolitik des Landes gespielt, indem es mit den Partnerländern zusammenarbeitete, um Wirtschaftswachstum, Armutsbekämpfung und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.


Die Motive, Ideen, Ideologien und Impulse der an der deutschen Entwicklungspolitik beteiligten Akteure waren vielfältig und komplex. Einige Akteure, wie die GTZ, wurden von dem Wunsch angetrieben, die technische Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zwischen Deutschland und den Partnerländern zu fördern. Andere, wie das BMZ, waren von dem Wunsch beseelt, das Wirtschaftswachstum und die Armutsbekämpfung in den Partnerländern zu fördern und gleichzeitig die deutschen Wirtschaftsinteressen voranzutreiben.


Auch gesellschaftliche Gruppen spielten eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der deutschen Entwicklungspolitik. Organisationen der Zivilgesellschaft, wie Nichtregierungsorganisationen (NRO), spielten eine entscheidende Rolle bei der Förderung von sozialer Gerechtigkeit und Menschenrechten in den Partnerländern. Diese Gruppen haben sich für eine Politik eingesetzt, die eine nachhaltige Entwicklung, die Gleichstellung der Geschlechter und eine demokratische Regierungsführung fördert.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entstehung der deutschen Entwicklungspolitik von einer Vielzahl von Akteuren und Institutionen mit jeweils eigenen Motiven, Ideen, Ideologien und Impulsen geprägt wurde. Von der GTZ über das BMZ bis hin zu zivilgesellschaftlichen Organisationen arbeiteten diese Akteure zusammen, um die Strukturen, Organisationen und Themenfelder zu schaffen, die die deutsche Entwicklungspolitik zu einer führenden Kraft auf dem Gebiet der internationalen Entwicklung gemacht haben.


Die Konstruktion des subsaharischen Afrikas im Geographieunterricht der Sekundarstufe I

Sonja Schwarze


Die Konstruktion des subsaharischen Afrikas

im Geographieunterricht der Sekundarstufe I 

Empirische Studien haben gezeigt, dass die Art und Weise, wie "Afrika" in der geografischen Bildung dargestellt und wahrgenommen wird, eine eurozentrische Voreingenommenheit aufweist. Diese Voreingenommenheit hat zur Entwicklung negativer Stereotypen über den Kontinent geführt, die sich über Jahrzehnte gehalten haben. Analysen von Schulbüchern haben ergeben, dass "Afrika" oft mit negativen Konnotationen verbunden ist, was das Problem noch verschärft.Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die zu diesen Wahrnehmungen von "Afrika" beitragen. Vor allem der Geographieunterricht spielt eine wichtige Rolle bei der Art und Weise, wie Schüler den Kontinent sehen. Daher ist es wichtig zu untersuchen, wie der Ort "Afrika" durch bestimmte Inhalte, Perspektiven und kommunikative Mittel konstruiert wird.


Es ist wichtig zu verstehen, dass der Ort eine soziale Konstruktion ist. Das bedeutet, dass er durch Sprache, Semiotik und ständige (Re-)Produktion erzeugt wird. Die Art und Weise, wie "Afrika" in der geografischen Bildung vorgestellt und dargestellt wird, ist daher ein Produkt dieser sozialen Konstruktion.


Ziel der Dissertation ist es, die Merkmale der Konstruktionen von "Afrika" im Geographieunterricht zu untersuchen. Wenn wir verstehen, wie "Afrika" konstruiert wird, können wir damit beginnen, die Vorurteile und Stereotypen zu entschlüsseln, die sich seit Jahren im Geographieunterricht halten.


Die eurozentrische Voreingenommenheit im Geographieunterricht hat weitreichende Folgen für die Art und Weise, wie "Afrika" wahrgenommen und dargestellt wird. Es ist wichtig, diese Vorurteile und Stereotypen zu hinterfragen, um ein genaueres und nuancierteres Verständnis des Kontinents zu schaffen.


Indem wir die Art und Weise untersuchen, wie "Afrika" in der geografischen Bildung konstruiert wird, können wir beginnen, umfassendere und genauere Darstellungen des Kontinents zu entwickeln. Dies erfordert eine konzertierte Anstrengung, um die Vorurteile und Stereotypen, die sich so lange gehalten haben, in Frage zu stellen.


Insgesamt ist die Dissertation ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer genaueren und umfassenderen Darstellung von "Afrika" in der geographischen Bildung. Indem wir erkennen, auf welche Weise ein Ort eine soziale Konstruktion ist, können wir beginnen, Vorurteile und Stereotypen zu bekämpfen und ein genaueres und nuancierteres Verständnis des Kontinents zu schaffen.


Die Rezeption der Romantik in den Afrikanischen Spielen Ernst Jüngers

Natalia Żarska 


Die Rezeption der Romantik in den Afrikanischen Spielen Ernst Jüngers 


In ungeraden autobiografischen Jahrzehnten und auf der Grundlage gesellschaftlicher Trends werden sowohl die anhaltende Voreingenommenheit im kolonialen Denken als auch Schritte hin zu einer postkolonialen Reflexion angesprochen. Das Thema Kolonialismus ist seit vielen Jahren ein umstrittenes Thema, das in verschiedenen akademischen Kreisen diskutiert wird. Insbesondere die Auswirkungen des Kolonialismus auf Afrika waren stets Gegenstand intensiver Debatten, und das Erbe des Kolonialismus ist noch heute in vielen afrikanischen Ländern zu spüren.Entsprechend den Erfahrungen und Interessen des Autors, der - mit einer Ausnahme - selbst nicht nach Afrika gereist ist, liegt der Schwerpunkt dieses Blogs auf der Kritik der Mission und der Entwicklung ihres Verständnisses sowie auf Beispielen afrikanischer Befreiungstheologien, Ansätzen einer postkolonialen Theologie und dem interreligiösen Dialog. Der Autor ist sich bewusst, dass seine Perspektive aufgrund seiner fehlenden Erfahrungen aus erster Hand begrenzt sein mag, aber er glaubt, dass es dennoch wichtig ist, sich mit diesen Themen kritisch auseinanderzusetzen.


Die Kritik an der Mission ist ein wesentlicher Aspekt jeder postkolonialen Analyse. Der Autor erörtert die negativen Auswirkungen, die die Missionsarbeit auf die afrikanischen Gesellschaften hatte, insbesondere im Hinblick auf die Zerstörung der traditionellen Kulturen und die Auferlegung westlicher Werte und Normen. Der Autor untersucht auch die Entwicklung eines differenzierteren Verständnisses von Mission, das die Bedeutung der kulturellen Vielfalt anerkennt und die Autonomie der lokalen Gemeinschaften respektiert.


Die Entwicklung der afrikanischen Befreiungstheologien ist ein weiterer wichtiger Aspekt der postkolonialen Theologie. Diese Theologien entstanden in den 1960er und 1970er Jahren als Reaktion auf die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten, denen die Afrikaner unter dem Kolonialismus ausgesetzt waren. Der Autor hebt die Beiträge von Schlüsselfiguren in der Entwicklung dieser Theologien, wie James Cone und Leonardo Boff, hervor und untersucht die Themen der Befreiung und der sozialen Gerechtigkeit, die diesen Theologien zugrunde liegen.


Auch Ansätze einer postkolonialen Theologie werden diskutiert, wobei der Autor die Notwendigkeit eines umfassenderen Verständnisses der Auswirkungen des Kolonialismus auf die Theologie hervorhebt. Dazu gehört es, die Rolle anzuerkennen, die der Kolonialismus bei der Gestaltung des theologischen Diskurses gespielt hat, und die Annahmen und Vorurteile zu hinterfragen, die den traditionellen theologischen Ansätzen zugrunde liegen.


Der interreligiöse Dialog ist ein weiterer wichtiger Aspekt der postkolonialen Theologie, und der Autor untersucht das Potenzial für den Dialog zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen in Afrika. Der Autor betont, wie wichtig es ist, die vielfältigen religiösen Traditionen in Afrika zu verstehen und einen respektvollen und offenen Dialog zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften zu führen.


Gleichzeitig werden die koloniale Geschichte und Lebensweise Europas, insbesondere Deutschlands, problematisiert. Der Autor untersucht das Erbe des Kolonialismus in Europa und die Rolle, die die europäischen Länder bei der Ausbeutung und Unterdrückung der afrikanischen Gesellschaften gespielt haben. Der Autor argumentiert, dass es für die Europäer unerlässlich ist, sich mit ihrer kolonialen Vergangenheit auseinanderzusetzen und auf eine gerechtere und ausgewogenere Zukunft hinzuarbeiten.


Die afrikanischen Stimmen und Kurzbiografien, die der Autor in Rekursen anführt, regen zum Nachdenken an. Diese Stimmen bieten eine wertvolle Perspektive auf die Auswirkungen des Kolonialismus auf die afrikanischen Gesellschaften und geben Einblicke in die Kämpfe und Errungenschaften der afrikanischen Menschen. Der Autor betont, dass es wichtig ist, die afrikanischen Stimmen in den Mittelpunkt jeder Diskussion über postkoloniale Theologie zu stellen und auf eine gerechtere Zukunft für alle hinzuarbeiten.


Abschließend bietet dieser Blog eine kritische Reflexion über die verbleibende Voreingenommenheit im kolonialen Denken und Schritte hin zu einer postkolonialen Reflexion. Der Autor untersucht die Kritik an der Mission, afrikanische Befreiungstheologien, Ansätze für eine postkoloniale Theologie, den interreligiösen Dialog und das Erbe des Kolonialismus in Europa. Der Autor ermutigt die Leser, die afrikanischen Stimmen in den Mittelpunkt jeder Diskussion über postkoloniale Theologie zu stellen und sich für eine gerechtere Zukunft für alle einzusetzen.


 Diesseits von Afrika Ein postkoloniales Essay

Josef Senft


Diesseits von Afrika

Ein postkoloniales Essay


Wie jeder Historiker weiß, war die Kolonialzeit eine Zeit großer Umwälzungen und Veränderungen. Die europäischen Mächte bemühten sich nicht nur, neue Gebiete in Afrika und Asien zu erobern, sondern begannen auch, ihren Platz in der Welt neu zu bewerten. Dieser Prozess der Selbstreflexion führte zu einer Reihe merkwürdiger autobiografischer Jahrzehnte, in denen die Europäer versuchten, mit ihrer eigenen Geschichte und Kultur ins Reine zu kommen. Gleichzeitig begannen afrikanische Stimmen im kolonialen Diskurs deutlicher gehört zu werden. Diese neue Ebene des Engagements führte zu einem differenzierteren Verständnis der kolonialen Erfahrung sowie zu einer Reihe von Schritten hin zu einer postkolonialen Reflexion. Entsprechend den Erfahrungen und Interessen des Autors, der mit einer Ausnahme selbst nicht nach Afrika gereist ist, liegt der Schwerpunkt auf der Missionskritik und der Entwicklung des Missionsverständnisses sowie auf Beispielen afrikanischer Befreiungstheologien, Ansätzen einer postkolonialen Theologie und dem interreligiösen Dialog. Zugleich werden die koloniale Geschichte und Lebensweise Europas, insbesondere Deutschlands, problematisiert. Die afrikanischen Stimmen und Kurzbiografien, die exemplarisch in Rekursen zur Sprache kommen, geben Auskunft darüber, dass erstens verschiedene Regionen zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Weise kolonisiert wurden, dass es zweitens keine einheitliche afrikanische Erfahrung des Kolonialismus gab, dass drittens der Widerstand gegen den Kolonialismus viele verschiedene Formen annahm und dass viertens der Postkolonialismus ein andauernder Prozess und kein fester Zustand ist. Durch die kritische Untersuchung sowohl der kolonialen Vergangenheit als auch der postkolonialen Gegenwart trägt dieses Werk zu einem besseren Verständnis sowohl Afrikas als auch Europas bei.


Diskurse und Praktiken der Schulbuchproduktion in der Bundesrepublik Deutschland und England am Beispiel von Afrikawissen

Lars Müller


Diskurse und Praktiken der Schulbuchproduktion in der Bundesrepublik Deutschland und England am Beispiel von Afrikawissen


Afrika übt seit langem eine große Faszination und Neugier auf Menschen in aller Welt aus. Von seinem reichen kulturellen Erbe bis hin zu seinen vielfältigen natürlichen Ressourcen gibt es so viel über diesen riesigen Kontinent zu lernen und zu entdecken. Vieles von dem, was wir über Afrika wissen, stammt jedoch aus Schulbüchern, die oft als maßgebliche Wissensquellen angesehen werden. Aber woher stammt dieses Wissen und was können wir wirklich aus Schulbüchern über Afrika lernen?In diesem Artikel untersuchen wir die Produktion von Schulbüchern als Knotenpunkt sozialer Diskurse und Praktiken und analysieren das in ihnen enthaltene Wissen im Kontext seiner Produktionsbedingungen sowie gesellschaftlicher Debatten. Wir werden uns ansehen, wie viele verschiedene Akteure im Bildungsbereich um afrikanisches Wissen gekämpft haben, und wir werden das Spektrum dessen nachzeichnen, was über afrikanisches Wissen gesagt werden kann, und zeigen, wie sich einige Wissensbestände durchgesetzt haben, während andere marginal blieben.


Zunächst einmal ist es wichtig, die Vorstellung zu relativieren, dass Schulbücher nach einem Top-Down-Modell produziert werden. Es mag zwar stimmen, dass Schulbücher oft von Experten geschrieben und von großen Unternehmen herausgegeben werden, aber das bedeutet nicht, dass sie ohne den Beitrag einer Vielzahl von Akteuren produziert werden. Tatsächlich ist die Schulbuchproduktion ein komplexer Prozess, an dem Autoren, Redakteure, Verleger, Pädagogen, politische Entscheidungsträger und andere beteiligt sind. Jeder dieser Akteure bringt seine eigenen Interessen und Perspektiven ein und prägt das in den Schulbüchern enthaltene Wissen auf unterschiedliche Weise.


Außerdem ist es wichtig, die gesellschaftlichen Debatten zu berücksichtigen, die die Produktion von Schulbüchern umgeben. Im Fall von Afrika gab es viele Debatten darüber, was in Schulbüchern enthalten sein sollte, wer die Zielgruppe sein sollte und welche pädagogischen Ansätze verwendet werden sollten. Einige sind der Meinung, dass sich Schulbücher auf die afrikanische Geschichte und Kultur konzentrieren sollten, während andere argumentieren, dass sie praktische Fähigkeiten und Kenntnisse in den Vordergrund stellen sollten, die den Schülern helfen, im Berufsleben erfolgreich zu sein. Diese Debatten spiegeln eine breitere gesellschaftliche Diskussion über die Rolle der Bildung in Afrika und die Herausforderungen, vor denen der Kontinent steht, wider.


Wenn wir das in den Schulbüchern enthaltene Wissen untersuchen, sehen wir eine Reihe von Perspektiven und Wissensbeständen. Einige Lehrbücher konzentrieren sich auf die Kolonialgeschichte Afrikas und die Art und Weise, wie die europäischen Mächte die Ressourcen und Menschen des Kontinents ausgebeutet haben. Andere legen den Schwerpunkt auf die kulturellen Errungenschaften der afrikanischen Gesellschaften und heben die Kunst, Musik und Literatur hervor, die auf dem Kontinent floriert haben. Wieder andere konzentrieren sich auf die Herausforderungen, mit denen die modernen afrikanischen Gesellschaften konfrontiert sind, wie Armut, Krankheiten und politische Instabilität.


Einer der interessantesten Aspekte des Schulbuchwissens ist, wie es sich im Laufe der Zeit verändert. In dem Maße, wie sich gesellschaftliche Debatten verschieben und neue Forschungsergebnisse entstehen, werden die Lehrbücher ständig aktualisiert und überarbeitet. In den letzten Jahren hat beispielsweise das Interesse an afrikanischem Unternehmertum und Innovation zugenommen, und die Lehrbücher beginnen, diesen Trend zu reflektieren. Da die afrikanischen Nationen immer stärker mit der globalen Wirtschaft verbunden sind, wird in den Lehrbüchern auch zunehmend die Bedeutung der interkulturellen Kommunikation und Zusammenarbeit betont.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schulbücher eine wichtige Quelle des Wissens über Afrika sind, aber es ist wichtig zu erkennen, dass sie in einem komplexen und dynamischen sozialen Kontext produziert werden. Wenn wir die Produktionsbedingungen und die gesellschaftlichen Debatten rund um Schulbücher untersuchen, können wir ein tieferes Verständnis für das in ihnen enthaltene Wissen und die Art und Weise, wie es unser Verständnis von Afrika prägt, gewinnen. Während wir weiterhin mehr über diesen faszinierenden Kontinent lernen und entdecken, ist es wichtig, diese Faktoren im Auge zu behalten und wachsam zu bleiben, was die Art und Weise angeht, wie Wissen produziert und verbreitet wird.


Eine Grenze bewohnen - Erinnerung dekolonisieren

Léonora Miano


Eine Grenze bewohnen - Erinnerung dekolonisieren

Essays


Léonora Miano ist eine prominente französische Denkerin, die für ihre radikale Sichtweise auf Fragen der Identität, der Rasse und der Kolonisierung bekannt ist. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Konzept der Afropea, das die hybride Identität der Afroamerikaner in Europa als Chance für mehr Sichtbarkeit und Selbstbestimmung betont. Mianos Essays zu diesem Thema sind nun zum ersten Mal für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf diese Essays und die Ideen, die sie vermitteln.Das Konzept der Afropea ist das Herzstück von Mianos gesamtem Schaffen. Es verweist auf die komplexe, hybride Identität von Menschen afrikanischer Abstammung, die durch den transatlantischen Sklavenhandel und später durch die Migration nach Europa gebracht wurden. In ihren Essays argumentiert Miano, dass diese hybride Identität kein Problem ist, das gelöst werden muss, oder eine Quelle der Scham, sondern vielmehr eine Chance für mehr Sichtbarkeit und Selbstbestimmung.


Miano kritisiert das neokoloniale Projekt der Frankophonie, das darauf abzielt, die französische Sprache und Kultur in den ehemaligen französischen Kolonien zu fördern. Sie schlägt stattdessen das Konzept der Afrophonie vor, das die performative Dimension des Sprechens und Schreibens hervorhebt. Für Miano ist die Sprache nicht nur ein Werkzeug zur Kommunikation, sondern auch ein Mittel zur Selbstdarstellung und zum Widerstand.


Mianos Essays sind manchmal ironisch, manchmal poetisch, aber immer eindringlich und beispielhaft. Sie schreckt nicht davor zurück, die kolonial geprägte Erzählung von der transatlantischen Versklavung und Rassenbildung in Frage zu stellen. Stattdessen bietet sie einen Ausweg aus den Konstruktionen von Schuld und Kollaboration, die Diskussionen über diese Themen oft begleiten. Mianos Vision von Erinnerungsarbeit basiert auf einer einzigartigen Form von humanistisch begründeter Universalität, die nationale, rassische und kulturelle Grenzen überschreitet.


Die Essays in dieser Sammlung sind eine starke Stimme in der laufenden Diskussion über Rasse und Identität in Europa. Sie bieten eine neue Perspektive auf die Erfahrungen afro-europäischer Menschen und fordern uns auf, tiefer über die Art und Weise nachzudenken, in der unsere Identitäten durch Geschichte und Kultur geprägt werden. Mianos Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zum Bereich der postkolonialen Studien und sollte von jedem gelesen werden, der sich für diese Themen interessiert.


Eritrea - der zweite Blick

Hans-Ulrich Stauffer


Eritrea - der zweite Blick


Eritrea ist ein Land am Horn von Afrika, das seit über zwei Jahrzehnten von dem Afewerki-Regime beherrscht wird. Dieses Regime hat sich zu einer Diktatur verfestigt, die es dem Land fast unmöglich gemacht hat, ein gewisses Maß an Demokratie, Wirtschaftswachstum oder sozialer Entwicklung zu erreichen. Die ausgearbeitete demokratische Verfassung ist nie in Kraft getreten, es gibt keine Medienfreiheit und der jahrelange Militärdienst wurde stets mit dem mal offenen, mal latenten Konflikt mit dem Nachbarland Äthiopien gerechtfertigt.Seit Jahren ist Eritrea aufgrund seines repressiven Regimes vom Rest der Welt isoliert und seine Bürger sind schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, darunter die Verweigerung grundlegender Freiheiten und der Einsatz von Zwangsarbeit. Das Land leidet außerdem unter weit verbreiteter Armut, schlechter Infrastruktur und begrenztem Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.


Im Sommer 2019 haben Eritrea und Äthiopien jedoch nach zwanzig Jahren Krieg ein Friedensabkommen geschlossen, für das der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Dieses Abkommen hat die Hoffnung geweckt, dass Eritrea endlich die Kurve zu einer besseren Zukunft bekommt.


Was hat sich also in den letzten Jahren für die Menschen im Land bereits verbessert? Obwohl die Lage in Eritrea nach wie vor schwierig ist, hat es in einigen Bereichen bescheidene Verbesserungen gegeben. So hat die Regierung vor kurzem Pläne zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes angekündigt, darunter den Bau neuer Straßen und den Ausbau des Zugangs zur Stromversorgung. Außerdem hat die Regierung Schritte unternommen, um den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung zu verbessern, auch wenn die Fortschritte in diesen Bereichen langsam und uneinheitlich sind.


Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es jedoch noch viele Herausforderungen, die Eritrea bewältigen muss, wenn es wirklich die Wende schaffen und dauerhaften Frieden und Wohlstand erreichen will. Eine der größten Herausforderungen ist die Notwendigkeit größerer politischer Reformen, einschließlich der Inkraftsetzung der demokratischen Verfassung, die vor über 20 Jahren ausgearbeitet wurde. Außerdem muss sich die Regierung mit den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen befassen, die das Land seit Jahrzehnten plagen, und an der Schaffung einer offeneren und integrativeren Gesellschaft arbeiten.


Obwohl es in den letzten Jahren einige positive Schritte gegeben hat, hat Eritrea noch einen weiten Weg vor sich, bevor es wirklich die Kurve kriegen und dauerhaften Frieden und Wohlstand erreichen kann. Das Friedensabkommen mit Äthiopien stellt jedoch einen bedeutenden Schritt nach vorn dar und lässt hoffen, dass sich das Land endlich auf dem Weg in eine bessere Zukunft befindet.


Fluchtursachen Fremd- und Selbstbestimmung Afrikas seit 1960

Reinhold Gütter


Fluchtursachen

Fremd- und Selbstbestimmung Afrikas seit 1960


Afrikas Gegenwart: Ein Blick zurück und ein Blick in die ZukunftAfrikas Gegenwart ist das Ergebnis von 500 Jahren eurafrikanischer Geschichte, in der sich in den 60 Jahren der afrikanischen Unabhängigkeit fremde und selbstbestimmte Einflüsse vermischt haben. Diese reiche und komplexe Geschichte hat den Kontinent zu dem gemacht, was er heute ist, eine vielfältige und dynamische Region mit kontrastreichen Kulturen, Geschichten und Bestrebungen.


Afrikas koloniale Vergangenheit ist noch heute sichtbar und spiegelt sich in vermeintlich modernen Webmustern wider. Afrika hatte keine Chance, sich an den politischen und technischen Revolutionen seiner Kolonialmächte zu beteiligen. Dies hat dem Kontinent politische und wirtschaftliche Verhältnisse hinterlassen, die veraltet und nicht mehr zeitgemäß sind. Auf dem "schwarzen Kontinent" überschneiden sich daher die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen von vorgestern und heute, was es Afrika schwer macht, auf der globalen Bühne zu konkurrieren.


Bis zur nächsten Jahrhundertwende wird Afrika der einzige Kontinent sein, dessen Bevölkerung weiter wachsen wird - um das Vierfache. Diese Entwicklung wird sich auf Europa auswirken, und zwar umso stärker, je länger Afrika überwiegend absolutistisch regiert wird. Wenn das Bevölkerungswachstum nicht eingedämmt wird, könnte es die aktuellen Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit noch verschärfen. Mit der richtigen Politik könnte dieses Wachstum jedoch genutzt werden, um die wirtschaftliche Entwicklung und den sozialen Fortschritt voranzutreiben.


Dieses Buch ist das erste, das die sehr unterschiedlichen Vorschläge zur Lösung der heutigen Probleme Afrikas zusammenfasst und bewertet. Es wirft kritische Fragen auf, wie z.B. wie gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen und die Zivilgesellschaft gestärkt werden kann. Die Antworten auf diese Fragen sind für den zukünftigen Erfolg Afrikas von entscheidender Bedeutung, und dieses Buch bietet wertvolle Einblicke, wie diese Probleme angegangen werden können.


Eines der dringendsten Probleme, mit denen Afrika heute konfrontiert ist, ist die Schaffung von Arbeitsplätzen. Da die Bevölkerung des Kontinents in den kommenden Jahren erheblich wachsen wird, müssen Millionen neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass herkömmliche Methoden zur Schaffung von Arbeitsplätzen, wie z.B. die Industrialisierung, die benötigte Anzahl von Arbeitsplätzen schaffen können. Stattdessen muss der Schwerpunkt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen im informellen Sektor liegen, der der größte Arbeitgeber in Afrika ist.


Ein weiteres wichtiges Thema ist die Stärkung der Zivilgesellschaft. Die Zivilgesellschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung von demokratischer Regierungsführung, Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit. In vielen afrikanischen Ländern ist die Zivilgesellschaft jedoch schwach, mit begrenzter Finanzierung, eingeschränkter Meinungsfreiheit und begrenztem Zugang zu Informationen. Bemühungen zur Stärkung der Zivilgesellschaft müssen Priorität haben, um sicherzustellen, dass die Stimmen der einfachen Bürger gehört werden und dass sie ein Mitspracherecht bei den Entscheidungen haben, die ihr Leben betreffen.


Die Zukunft Afrikas ist untrennbar mit der Zukunft des Rests der Welt verbunden. Da die Welt zunehmend vernetzt ist, ist der Erfolg Afrikas entscheidend für die globale Stabilität und den Wohlstand. Es ist wichtig, dass die internationale Gemeinschaft dies anerkennt und eng mit den afrikanischen Regierungen und der Zivilgesellschaft zusammenarbeitet, um die Herausforderungen des Kontinents zu bewältigen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gegenwart Afrikas das Ergebnis von 500 Jahren eurafrikanischer Geschichte ist, in der sich in den 60 Jahren der afrikanischen Unabhängigkeit fremde und selbstbestimmte Einflüsse vermischt haben. Der Kontinent steht vor großen Herausforderungen, aber mit den richtigen politischen Maßnahmen und Interventionen können diese Herausforderungen bewältigt werden. Dieses Buch bietet wertvolle Einblicke und Empfehlungen, wie Afrika sich in Richtung einer wohlhabenden und gerechten Zukunft bewegen kann.


Gekauft im Namen des Herrn Afrikanische Kindersklaven in europäischen Klöstern im 19. Jahrhundert.

Ute Küppers-Braun


Gekauft im Namen des Herrn

Afrikanische Kindersklaven in europäischen Klöstern im 19. Jahrhundert. 

Das 19. Jahrhundert war eine dunkle Zeit in der Geschichte des Sudan, denn es war die Blütezeit der Sklavenjagd. In dieser Zeit wurden sogar kleine Kinder im Alter von 5-14 Jahren gehandelt und auf den großen Sklavenmärkten in Kairo und Alexandria angeboten. Es war eine Zeit, in der Sklaven als wertvolle Ware angesehen wurden und ihre Gefangennahme und ihr Verkauf ein lukratives Geschäft war.Zwischen 1845 und 1884 waren italienische Priester einige der aktivsten Käufer von Kindern im Sudan. Ihr Motiv war nicht in erster Linie die Befreiung der Kinder aus der Sklaverei, sondern die Rettung ihrer Seelen durch die Taufe. Für die Priester war die Rettung der Seelen der Kinder wichtiger als ihre physische Freiheit.


Die Priester kauften Hunderte von Kindern und schmuggelten sie nach Europa, wo sie von Frauenklöstern in Italien, Frankreich und den deutschsprachigen Ländern aufgenommen wurden. Diese Klöster konkurrierten um die Aufgabe, die Kinder christlich zu erziehen, und manchmal wurden die Kinder zu Helfern für die Mission ausgebildet.


Die Erziehungsziele und -methoden der Nonnen waren sehr unterschiedlich. Einige Nonnen kümmerten sich rührend um die Kinder, andere hingegen indoktrinierten sie und erzogen sie zum Glauben an Selbsthass und leidende Frömmigkeit. Dies lässt sich an den Lebensgeschichten einzelner Mädchen ablesen.


Trotz der fragwürdigen Praktiken der Priester und Nonnen unterstützten sowohl der päpstliche Stuhl als auch die Missionsgesellschaften in Wien und Köln den Kauf von Kindern aus dem Sudan. Sie glaubten, dass das Seelenheil der Kinder von größter Bedeutung war und dass der Zweck die Mittel heiligte.


Man schätzt, dass 80% der Kinder, die von den Priestern und Nonnen gekauft wurden, in Europa blieben, entweder um als Christen erzogen zu werden oder um als Helfer in der Mission zu arbeiten. Viele dieser Kinder kehrten nie in den Sudan zurück oder sahen ihre Familien nie wieder.


Der Sklavenhandel im Sudan kam schließlich zu einem Ende, aber das Erbe aus dieser Zeit ist noch immer präsent. Der Kauf von Kindern zu religiösen Zwecken war eine beunruhigende Praxis, die Fragen über die Moral religiöser Institutionen und ihrer Handlungen aufwirft. Es ist eine Erinnerung daran, dass Menschen selbst im Namen des Glaubens schreckliche Grausamkeiten gegeneinander begehen können.


Geschichte Afrikas

Franz Ansprenger


Geschichte Afrikas


Afrika ist das ursprüngliche Heimatland aller heute lebenden Menschen. Dies ist eine Tatsache, die durch umfangreiche genetische Forschungen wissenschaftlich bewiesen wurde. Trotzdem wird Afrika von vielen immer noch als ein Kontinent ohne Geschichte angesehen. Es wird oft als ein Ort der Armut, der Krankheit und der politischen Unruhen gesehen, als eine Region der Welt, die hoffnungslos und ohne jede Aussicht auf Zukunft ist. Diese Wahrnehmung von Afrika könnte jedoch nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.Tatsächlich hat Afrika eine reiche und vielfältige Geschichte, die sich über fünf Jahrtausende erstreckt. Von den antiken Zivilisationen Ägyptens und Nubiens bis hin zu den mächtigen Imperien Äthiopiens und Malis hat Afrika einige der fortschrittlichsten und hochentwickeltsten Gesellschaften der Welt hervorgebracht. Diese Gesellschaften zeichneten sich durch ihre einzigartigen kulturellen Traditionen, ihre Innovationen in der Landwirtschaft, Architektur und Technik sowie ihre Errungenschaften in Kunst, Literatur und Philosophie aus.


Die Geschichte Afrikas ist jedoch von einer Reihe von Herausforderungen und Widrigkeiten geprägt. Dazu gehören die Ankunft des Christentums und des Islams, der transatlantische Sklavenhandel und die Kolonialisierung des Kontinents durch europäische Mächte. Diese Ereignisse hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die politischen Strukturen Afrikas und haben die Geschichte und Identität des Kontinents bis heute geprägt.


Trotz dieser Herausforderungen ist es Afrika gelungen, sein einzigartiges kulturelles Erbe und seine Widerstandsfähigkeit zu bewahren. Heute leben auf dem Kontinent über eine Milliarde Menschen mit unterschiedlichen ethnischen, sprachlichen und religiösen Hintergründen. Es ist eine Region der Welt, die reich an natürlichen Ressourcen ist, mit riesigen Reserven an Öl, Gas und Mineralien. Es ist auch ein Ort der Innovation und Kreativität, mit einer wachsenden Technologie- und Startup-Szene, die weltweit Aufmerksamkeit erregt.


Dies ist die Geschichte Afrikas, die in dem Buch "Afrika" erzählt wird: Eine Geschichte". Dieses Buch wurde von einem der weltweit führenden Wissenschaftler der afrikanischen Geschichte geschrieben und zeichnet die Geschichte des Kontinents von seinen frühesten Anfängen bis in die Gegenwart nach. Es deckt ganz Afrika ab, vom Mittelmeer bis zum Kap der Guten Hoffnung, und zeigt das Zusammenspiel zwischen der Eigendynamik der afrikanischen Völker und der Herausforderung aus Übersee.


Durch seine umfassende Darstellung und detaillierte Analyse stellt "Afrika: A History" die Stereotypen und falschen Vorstellungen in Frage, die lange Zeit mit dem Kontinent verbunden wurden. Es vermittelt ein nuanciertes und komplexes Verständnis von Afrikas Vergangenheit und Gegenwart und bietet Einblicke in das zukünftige Potenzial des Kontinents.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Afrika kein Kontinent ohne Geschichte ist. Es ist eine Region der Welt, die eine reiche und vielfältige Geschichte hat, die es wert ist, erforscht und verstanden zu werden. Durch die Lektüre von Büchern wie "Afrika: Eine Geschichte" können wir ein tieferes Verständnis für das kulturelle Erbe des Kontinents, seine Widerstandsfähigkeit und sein Potenzial für Wachstum und Entwicklung gewinnen.


Geschichte der Sklaverei Von der Antike bis ins 21. Jahrhundert

Andreas Eckert


Geschichte der Sklaverei

Von der Antike bis ins 21. Jahrhundert


Die Sklaverei ist eine Institution, die es seit der Antike gibt. Sie hat in allen Regionen der Welt verschiedene Formen angenommen, und noch heute leben schätzungsweise 40 Millionen Menschen in "moderner Sklaverei". Andreas Eckerts profunder Band "Sklaverei in der modernen Welt" zeichnet die dunkle Geschichte dieser Institution nach und erforscht ihre Ursachen, Motive und Veränderungen.Eckerts Buch ist ein umfassender Blick auf die Sklaverei, von ihren frühen Anfängen bis zu ihrer heutigen Erscheinungsform. Er untersucht die Motive von Sklavenhändlern und Sklavenbesitzern, den Handlungsspielraum der Versklavten und die Ursachen für den allmählichen Wandel der Sklaverei von einem akzeptierten Übel zu einer geächteten Abscheulichkeit.


Das Buch nimmt eine globale Perspektive auf die Sklaverei ein und untersucht ihre verschiedenen Formen in unterschiedlichen Regionen der Welt. Es befasst sich mit dem transatlantischen Sklavenhandel, dem arabischen Sklavenhandel und der Sklaverei, die es in Asien und Afrika gab. Es untersucht auch die modernen Formen der Sklaverei, wie Menschenhandel und Zwangsarbeit.


Einer der bemerkenswertesten Aspekte von Eckerts Buch ist seine Erforschung der Motive von Sklavenhändlern und Sklavenbesitzern. Er argumentiert, dass die Sklaverei nicht nur eine wirtschaftliche Institution war, sondern auch eine soziale und kulturelle. Sklaverei wurde als Mittel zum Erwerb von Reichtum und Macht gesehen, aber auch als Mittel zur Aufrechterhaltung sozialer Hierarchien und zur Stärkung kultureller Normen.


Eckert erforscht auch den Handlungsspielraum der Versklavten. Er argumentiert, dass Sklaven keine passiven Opfer, sondern aktive Akteure in ihrem eigenen Leben waren. Sklaven fanden Wege, sich gegen ihre Versklavung zu wehren, sowohl individuell als auch kollektiv. Sie bildeten Gemeinschaften, entwickelten ihre eigene Kultur und rebellierten sogar gegen ihre Herren.


Schließlich untersucht Eckert die Ursachen für den Wandel der Sklaverei von einem akzeptierten Übel zu einer geächteten Abscheulichkeit. Er argumentiert, dass der Aufstieg des Abolitionismus das Ergebnis einer Kombination von Faktoren war, darunter veränderte wirtschaftliche Bedingungen, kulturelle Verschiebungen und politischer Aktivismus. Der Abolitionsbewegung gelang es, die Sklaverei in den meisten Teilen der Welt zu ächten, aber die Sklaverei gibt es in einigen Formen auch heute noch.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Sklaverei in der modernen Welt" eine überzeugende und umfassende Untersuchung einer Institution ist, die den Verlauf der menschlichen Geschichte geprägt hat. Eckerts Buch ist ein Muss für jeden, der die Ursachen und Folgen der Sklaverei und ihr fortdauerndes Erbe in der modernen Welt verstehen will.


Grenzen und Migration: Afrika und Europa 'Jahrbuch für Internationale Germanistik'

Hrsg.: Carlotta Von Maltzan, Marianne Zappen-Thomson, Akila Ahouli


Grenzen und Migration: Afrika und Europa

'Jahrbuch für Internationale Germanistik'


Die aktuellen Migrationsbewegungen von Afrika nach Europa und ins südliche Afrika haben die Notlage von Migranten und Flüchtlingen ans Licht gebracht, die beim Grenzübertritt oft strengeren Vorschriften und in den Aufnahmeländern sozialer Ausgrenzung oder fremdenfeindlichen Übergriffen ausgesetzt sind. Die Gründe für die Migration sind vielfältig - von der Flucht vor Konflikten und Verfolgung bis hin zur Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Doch unabhängig von den Gründen für die Migration werden Migranten und Flüchtlinge von den Aufnahmegemeinschaften oft als "Andere" angesehen und sind Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt.Im Mittelpunkt dieses Problems steht das Konzept der Grenzen - sowohl der physischen als auch der kulturellen. Auf der Grundlage nationalstaatlicher, kultureller und ethnischer Zuschreibungen oder vermeintlicher Unterschiede werden oft Grenzen zwischen einem 'Wir' und den 'Anderen' gezogen. Diese Grenzen sind nicht nur physisch, sondern auch psychologisch und sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Einstellungen und Verhaltensweisen sowohl der Aufnahmegemeinschaften als auch der Migranten selbst.


In diesem Zusammenhang kommt der Rolle der Literatur, der Übersetzung und der kulturellen Produktion eine entscheidende Bedeutung zu. Literatur hat die Macht, den 'Anderen' zu vermenschlichen und dominante Erzählungen und Stereotypen in Frage zu stellen. Sie kann Empathie und Verständnis schaffen und dazu beitragen, die Kluft zwischen verschiedenen Kulturen und Gemeinschaften zu überbrücken. Ebenso kann die Übersetzung eine wichtige Rolle dabei spielen, Literatur einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und Sprachbarrieren zu überwinden.


Hier setzt der neue Band "Migration, Flucht und Grenzen in Literatur und Kulturproduktion" an. Der Band versammelt vierzehn wissenschaftliche Beiträge, die untersuchen, wie und welches Wissen über Migration, Flucht und Grenzen in der Literatur, in der Übersetzung und in verschiedenen kulturellen Kontexten produziert und verhandelt wird.


Die Beiträge sind vielfältig und reichen von Studien zur zeitgenössischen afrikanischen Literatur bis hin zu Analysen von Filmen und Fernsehsendungen, die sich mit Migration und Grenzen befassen. Die Autoren untersuchen eine Vielzahl von Themen, darunter die Darstellung des "Anderen" in der Literatur, die Rolle der Übersetzung bei der Gestaltung kultureller Wahrnehmungen und die Art und Weise, wie die kulturelle Produktion dominante Narrative über Migration und Grenzen in Frage stellen kann.


Eines der Hauptthemen des Bandes ist, wie wichtig es ist, Migration und Vertreibung als komplexe und vielschichtige Themen zu verstehen, die sich nicht auf vereinfachende Erzählungen reduzieren lassen. Die Beiträge heben die Vielfalt der Erfahrungen und Perspektiven von Migranten und Flüchtlingen hervor und betonen die Notwendigkeit eines nuancierteren und einfühlsameren Umgangs mit diesen Themen.


Ein weiteres wichtiges Thema des Bandes ist die Rolle der kulturellen Produktion bei der Infragestellung vorherrschender Narrative und bei der Schaffung neuer Formen von Wissen und Verständnis. Die Beiträge zeigen, wie Literatur, Film und Fernsehen Stereotypen in Frage stellen und neue Narrative schaffen können, die integrativer sind und die Komplexität von Migration und Vertreibung besser widerspiegeln.


Insgesamt ist "Migration, Flucht und Grenzen in Literatur und kultureller Produktion" eine wichtige und zeitgemäße Ergänzung zur wachsenden Literatur über Migration und Vertreibung. Es liefert einen wertvollen Beitrag zu den laufenden Debatten darüber, wie wir integrativere und empathischere Gesellschaften schaffen können und wie wir die Herausforderungen von Migranten und Flüchtlingen besser verstehen können.


In Diensten des Afrikanischen Sozialismus Tansania und die globale Entwicklungsarbeit der beiden deutschen Staaten, 1961-1990

Eric Burton


In Diensten des Afrikanischen Sozialismus

Tansania und die globale Entwicklungsarbeit der beiden deutschen Staaten, 1961-1990


In den 1960er Jahren wurde Entwicklung zu einem universellen Ziel und zu einem umstrittenen Politikfeld im Spannungsverhältnis zwischen Kaltem Krieg, Entkolonialisierung und konkurrierenden Sozialismen. Insbesondere die tansanische Regierung verließ sich beim Aufbau eines unabhängigen afrikanischen Sozialismus auf Fachwissen, Darlehen und Zuschüsse aus dem Osten und dem Westen. Diese Unterstützung wurde als Notwendigkeit, aber auch als Bedrohung angesehen, da Entwicklungshelfer aus kapitalistischen und kommunistischen Ländern immer "trojanische Pferde" sein konnten.Doch wie setzten sich diese Rivalitäten und konkurrierenden Ideen in der Praxis um? Und was waren die konkreten Arenen der Entwicklungsarbeit auf der Grundlage der entwicklungspolitischen Verbindungen zwischen Tansania und den beiden deutschen Staaten? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen Buches, das eine globalgeschichtliche Perspektive auf das Feld der Entwicklung bietet.


Auf der Grundlage umfangreicher, neu erschlossener Akten in deutschen und tansanischen Archiven sowie von mehr als 100 Interviews zeichnet das Buch das entwicklungspolitische Handeln der beiden Länder nach. Es erörtert die Bereiche, Akteure und konkreten Arenen der Entwicklungsarbeit und beleuchtet die komplexe Dynamik der Entwicklungspolitik in dieser Zeit.


Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Buches ist, dass die Rivalität zwischen Ost und West einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklungspolitik in Tansania hatte. So unterstützte die ostdeutsche Regierung in erheblichem Maße den Aufbau des tansanischen Bildungssystems, das als Mittel zur Förderung der sozialistischen Werte und zur Bekämpfung des Einflusses der westlichen Bildung angesehen wurde. In ähnlicher Weise unterstützte die westdeutsche Regierung die Entwicklung der tansanischen Infrastruktur, um das Wirtschaftswachstum zu fördern und dem Einfluss des Kommunismus entgegenzuwirken.


Diese konkurrierenden Ideologien schlugen sich jedoch nicht immer in einer wirksamen Entwicklungspolitik vor Ort nieder. In einigen Fällen wurden die Entwicklungsprojekte schlecht geplant und ausgeführt, was zu einer begrenzten Wirkung und sogar zu negativen Folgen führte. So wurden beispielsweise einige der von der westdeutschen Regierung geförderten Infrastrukturprojekte kritisiert, weil sie zu sehr auf die Bedürfnisse der städtischen Elite ausgerichtet waren und nicht auf die Bedürfnisse der breiten Bevölkerung.


Darüber hinaus beleuchtet das Buch die komplexe Rolle des Entwicklungspersonals in diesen Prozessen. Einerseits wurden Entwicklungsexperten aus Ost und West als entscheidend für den Erfolg der Entwicklungsprojekte in Tansania angesehen. Andererseits wurden sie aber auch als potenzielle Bedrohung angesehen, mit der Sorge vor "trojanischen Pferden" und der Infiltration fremder Ideologien.


Insgesamt bietet das Buch eine faszinierende Erkundung der Dynamik der Entwicklungspolitik in den 1960er Jahren und beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen zwischen globaler Politik, Ideologie und Entwicklungspraxis. Es ist ein Muss für jeden, der sich für die Geschichte der Entwicklung und die Herausforderungen der Umsetzung einer effektiven Entwicklungspolitik in einem komplexen und umstrittenen globalen Kontext interessiert.



Indigene Soziale Arbeit Kulturadäquate Ansätze einer lokalen Nichtstaatlichen Organisation in Sierra Leone

Stella Rothenberger


Indigene Soziale Arbeit

Kulturadäquate Ansätze einer lokalen Nichtstaatlichen Organisation in Sierra Leone


Die anhaltende Diskussion auf internationaler Ebene über eine Indigenisierung der Sozialarbeit zeigt zunehmend, wie unzureichend die Anpassung westlicher Ansätze ist. Ziel der Sozialarbeit ist es, den sozialen Wandel zu fördern, das Wohlergehen zu verbessern und Individuen und Gemeinschaften zu stärken. Der westlich geprägte Ansatz der Sozialarbeit geht jedoch nicht auf die einzigartigen Herausforderungen und Kontexte verschiedener Kulturen und Gesellschaften ein. Besonders deutlich wird dies in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo Praktiker der Sozialarbeit Schwierigkeiten haben, westliche Modelle effektiv umzusetzen.Um dieses Problem anzugehen, hat Dr. Katharina Rothenberger von der Universität Hildesheim, Deutschland, in einer kürzlich durchgeführten Studie versucht, die Möglichkeiten einer Theorie der Sozialarbeit in Afrika südlich der Sahara am Beispiel von Sierra Leone zu untersuchen. Die Studie basierte auf mehreren Jahren ethnographischer Forschung und zielte darauf ab, ein tiefes Verständnis für die vorkoloniale, koloniale und postkoloniale Situation des Landes zu vermitteln.


Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass ein tiefes Verständnis des historischen, kulturellen und sozialen Kontextes des jeweiligen Landes unerlässlich ist, um eine Theorie der Sozialarbeit zu entwickeln, die relevant und effektiv ist. Sierra Leone hat eine einzigartige Geschichte, die von Jahrhunderten des Sklavenhandels, des Kolonialismus und des Bürgerkriegs geprägt ist, die sich tiefgreifend auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes ausgewirkt haben. Eine Theorie der Sozialarbeit, die diese historischen und kulturellen Faktoren nicht berücksichtigt, wird die komplexen sozialen Probleme, mit denen die Menschen in Sierra Leone konfrontiert sind, wahrscheinlich nicht wirksam angehen können.


Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung lokaler Organisationen und NGOs bei der Bewältigung sozialer Probleme in Sierra Leone. Am Beispiel der Nichtregierungsorganisation AIM analysiert Rothenberger die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen und die von dieser lokalen Organisation bisher erreichten Ziele, wobei der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Linderung der Frauenarmut liegt.


AIM, die Abkürzung für Action for Integrated Sustainable Development Association, ist eine lokale Organisation, die 1998 gegründet wurde, um die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Menschen in Sierra Leone zu bewältigen. Die Organisation konzentriert sich auf die Bereitstellung von Bildung, Gesundheitsfürsorge und Unterstützung für den Lebensunterhalt von Frauen und Kindern in ländlichen Gegenden.


Rothenbergers Analyse der Arbeit von AIM unterstreicht die Bedeutung eines gemeindebasierten Ansatzes in der Sozialarbeit. Die Programme von AIM sind so konzipiert, dass sie nachhaltig und kontextspezifisch sind und die einzigartigen Herausforderungen und Bedürfnisse der Gemeinschaften, denen sie dienen, berücksichtigen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften konnte AIM erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Kindern im ländlichen Sierra Leone erzielen.


Insgesamt bietet die Studie wertvolle Einblicke in die Entwicklung einer Theorie der Sozialarbeit in Afrika südlich der Sahara. Sie unterstreicht, wie wichtig es ist, den historischen, kulturellen und sozialen Kontext des jeweiligen Landes zu verstehen und wie wichtig ein gemeinschaftsbezogener Ansatz für die Sozialarbeit ist. Die Studie unterstreicht auch die entscheidende Rolle, die lokale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen bei der Bewältigung sozialer Probleme in Sierra Leone und anderen Ländern südlich der Sahara spielen. Da die Diskussion über die Indigenisierung der Sozialen Arbeit weitergeht, leistet diese Studie einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer Theorie der Sozialen Arbeit, die relevant und effektiv ist, um die einzigartigen Herausforderungen verschiedener Kulturen und Gesellschaften zu bewältigen.



 Indigene Sprachen in der Bildung Der Eigensinn der Bildungspraxis gegenüber Bildungspolitik und Forschung am Beispiel von Burkina Faso

Melanie David-Erb


Indigene Sprachen in der Bildung

Der Eigensinn der Bildungspraxis gegenüber Bildungspolitik und Forschung am Beispiel von Burkina Faso


Die Frage der Unterrichtssprache ist in Ländern mit mehrsprachigem Hintergrund aufgrund der Kolonialgeschichte, von Migrationsgesellschaften wie Deutschland und aus anderen Gründen seit langem ein Thema. Erziehungswissenschaft und -politik beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dieser Frage. Die Debatte ist hochgradig normativ und politisch aufgeladen. Die Argumente reichen von wirtschaftlichen Aspekten der nationalen Bildungssysteme über die Marginalisierung von Sprachen bis hin zur Demokratisierung kollektiver Mentalitäten.Burkina Faso ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich dieser Diskurs in der praktischen Umsetzung und den subjektiven Wahrnehmungen der Bildungsakteure widerspiegelt. Die Studie untersucht nicht nur das nationale formale Bildungssystem, sondern auch die nicht-formale und informelle Bildung, um ein multiperspektivisches Moment zu schaffen.


Die Debatte um die Unterrichtssprache in Burkina Faso hat tiefe Wurzeln in der Kolonialgeschichte. Die französischen Kolonialherren setzten Französisch als offizielle Unterrichtssprache durch, und diese Politik wurde auch nach der Unabhängigkeit fortgesetzt. Allerdings gibt es in Burkina Faso mehr als sechzig Sprachen, die von verschiedenen ethnischen Gruppen gesprochen werden, was das Land zu einem mehrsprachigen Land macht.


Diese Mehrsprachigkeit hat die Bildungspolitik vor Herausforderungen gestellt, insbesondere im Bereich der Unterrichtssprache. Die Regierung hat versucht, dieses Problem durch eine Politik der zweisprachigen Erziehung zu lösen. Die Politik zielt darauf ab, die Verwendung von Französisch und der Muttersprache im Bildungssystem zu fördern. Die Umsetzung dieser Politik ist jedoch mit vielen Herausforderungen verbunden.


Eine der Herausforderungen bei der Umsetzung der zweisprachigen Erziehung ist der Mangel an Ressourcen, um sie zu unterstützen. Die Lehrer sind nicht ausreichend ausgebildet, um in beiden Sprachen zu unterrichten, und es mangelt an Unterrichtsmaterialien in den lokalen Sprachen. Dies hat dazu geführt, dass das Französische im Klassenzimmer immer noch dominiert und die lokalen Sprachen an den Rand gedrängt werden.


Eine weitere Herausforderung sind die subjektiven Wahrnehmungen der Bildungsakteure. Während einige Eltern und Pädagogen den Wert der zweisprachigen Erziehung sehen, betrachten andere sie als Bedrohung für die Dominanz des Französischen im Bildungssystem. Dies hat zu Widerstand gegen die Politik geführt, insbesondere in städtischen Gebieten, in denen Französisch als die Sprache der sozialen Mobilität angesehen wird.


Die Studie befasst sich auch mit der nicht-formalen und informellen Bildung, in der die lokalen Sprachen noch immer dominieren. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Rolle der nicht-formalen und informellen Bildung bei der Förderung der Mehrsprachigkeit und der Erhaltung der lokalen Sprachen anzuerkennen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Debatte über die Unterrichtssprache in Burkina Faso die Herausforderungen bei der Umsetzung der zweisprachigen Bildung in einem mehrsprachigen Land deutlich macht. Sie unterstreicht die Notwendigkeit einer Politik, die die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Aspekte der Unterrichtssprache berücksichtigt. Sie unterstreicht auch, wie wichtig es ist, die Rolle der nicht-formalen und informellen Bildung bei der Förderung der Mehrsprachigkeit und der Erhaltung der lokalen Sprachen anzuerkennen.


Zur Autorin:


Lernen Sie Melanie David-Erb kennen, eine hochqualifizierte Akademikerin, die ihre Karriere dem Bereich der Bildung gewidmet hat. Mit einem Hintergrund in Deutsch, Philosophie und evangelischer Theologie studierte Melanie an der Universität Münster und der Université Lumière Lyon II und schloss 2010 mit dem Ersten Staatsexamen und dem Magister Artium ab.Nach ihrem Studium arbeitete Melanie drei Jahre lang als DAAD-Lektorin an der Université de Ouagadougou in Burkina Faso. Diese Erfahrung vermittelte ihr eine einzigartige Perspektive auf das Bildungswesen und die Herausforderungen, mit denen Studierende und Lehrkräfte in Entwicklungsländern konfrontiert sind.


Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland kam Melanie 2014 an den Lehrstuhl für Mehrsprachigkeit und Bildung an der Universität Münster, wo sie bis 2020 als Mitarbeiterin tätig war. Während dieser Zeit konzentrierte Melanie ihre Forschung auf Migration und Bildung, Sprache und Bildungsgerechtigkeit, international vergleichende Bildung und Bildung im Kontext von Afrika.


Im Jahr 2019 schloss Melanie ihre Promotion (Dr. phil.) am Institut für Erziehungswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum erfolgreich ab. In ihrer Dissertation untersuchte sie die Auswirkungen der Sprachpolitik auf die Bildung in Burkina Faso.


Seit April 2020 forscht und lehrt Melanie am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Arbeit an der Goethe-Universität konzentriert sich weiterhin auf Migration und Bildung, Sprache und Bildungsgerechtigkeit sowie international vergleichende Bildung.


Melanies Engagement für die Bildung zeigt sich in ihrer umfangreichen Forschungs- und Lehrerfahrung. Sie hat zahlreiche Artikel und Buchkapitel zu bildungsrelevanten Themen veröffentlicht und ihre Forschung auf Konferenzen auf der ganzen Welt präsentiert.


Neben ihrer akademischen Arbeit engagiert sich Melanie auch in verschiedenen Initiativen, die darauf abzielen, Bildungsgerechtigkeit zu fördern und den Zugang zu Bildung für marginalisierte Gruppen zu verbessern.


Insgesamt ist Melanie David-Erb eine hoch angesehene Wissenschaftlerin, die einen bedeutenden Beitrag zum Bildungsbereich geleistet hat. Durch ihre Forschung, ihre Lehrtätigkeit und ihre Lobbyarbeit inspiriert Melanie David-Erb Studenten und Pädagogen gleichermaßen, sich für ein gerechteres und zugänglicheres Bildungssystem einzusetzen.


 Irreversibles Wirtschaftswachstumsmodell für afrikanische Länder

Francois Simon Pierre Ngan Tonye


Irreversibles Wirtschaftswachstumsmodell für afrikanische Länder

Bedingungslose Freiheit 


Afrika ist ein Kontinent, der seit Jahrzehnten von Unterentwicklung geplagt wird. Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen, mit denen die Länder dieses Kontinents konfrontiert sind, haben zu Armut, Ungleichheit und einem Mangel an Fortschritt in verschiedenen Bereichen der menschlichen Entwicklung geführt. Viele haben versucht, die Gründe für diese anhaltende Unterentwicklung zu verstehen. Einige machen fehlende Ressourcen, schlechte Regierungsführung oder schwache Institutionen dafür verantwortlich. Es gibt jedoch einen wachsenden Konsens unter den Wissenschaftlern, dass die Unterentwicklung in Afrika keine Wachstumsverzögerung ist, sondern das "Produkt einer spezifischen historischen Situation".Diese historische Situation bezieht sich auf die Kolonisierung Afrikas durch die europäischen Staaten und unter den Bedingungen der Entstehung des Industriekapitalismus. Die europäischen Mächte teilten den Kontinent in dem so genannten "Scramble for Africa" auf, das Ende des 19. Jahrhunderts begann und bis Anfang des 20. dauerte. Jahrhundert andauerte. Dieses Ringen führte dazu, dass die afrikanischen Gesellschaften unter koloniale Herrschaft gestellt, ihre Ressourcen ausgebeutet und ihre Kulturen und Traditionen unterdrückt wurden. Diese Maßnahmen hatten lang anhaltende Auswirkungen auf den Kontinent, darunter die Zerstörung der lokalen Wirtschaft, die Vertreibung der Menschen aus ihrem Land und die Einführung fremder Sprachen und Religionen.


Die Auswirkungen des Kolonialismus auf Afrika zeigen sich in der Art und Weise, wie er die lokalen Volkswirtschaften zerstörte. Die europäischen Mächte legten keinen Wert auf die Entwicklung lokaler Industrien in ihren Kolonien, sondern konzentrierten sich auf die Gewinnung von Rohstoffen und deren Weiterverarbeitung in Europa. Dies führte zu einer Unterentwicklung der lokalen Industrien und zu einer Abhängigkeit von importierten Waren. Der Mangel an Investitionen in die Infrastruktur, wie Straßen, Eisenbahnen und Häfen, machte es den lokalen Produzenten ebenfalls schwer, ihre Waren auf den Markt zu bringen.


Die Vertreibung der Menschen von ihrem Land war eine weitere Folge des Kolonialismus. Die europäischen Mächte übernahmen oft das beste Land für ihren eigenen Gebrauch und überließen der lokalen Bevölkerung weniger fruchtbares oder schwer zugängliches Land. Dies führte zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität und einer Verringerung der Ernährungssicherheit. Die Vertreibung führte auch zum Verlust von traditionellem Wissen und Praktiken, die für die lokale Wirtschaft wichtig waren.


Das Aufzwingen fremder Sprachen und Religionen war eine weitere Art und Weise, wie der Kolonialismus die lokalen Kulturen und Traditionen zerstörte. Die europäischen Mächte zwangen den afrikanischen Gesellschaften oft ihre eigenen Sprachen und Religionen auf, was zur Unterdrückung der lokalen Sprachen und Glaubenssysteme führte. Dies hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Bildung und die Fähigkeit der lokalen Bevölkerung, miteinander und mit der Außenwelt zu kommunizieren.


Das Erbe des Kolonialismus ist bis heute in Afrika spürbar und wurde durch die Modalitäten der internationalen Integration noch verstärkt. Die Weltwirtschaft ist so strukturiert, dass der globale Norden auf Kosten des globalen Südens profitiert. Die Handelspolitik, die Finanzsysteme und die Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums begünstigen die Interessen der reichen Länder und ihrer Konzerne gegenüber denen der ärmeren Länder. Dies hat dazu geführt, dass afrikanische Länder oft gezwungen sind, auf einem ungleichen Spielfeld zu konkurrieren, mit begrenztem Zugang zu Märkten, Kapital und Technologie.


Die Theorie der Abhängigkeit der südlichen Staaten von den nördlichen Staaten wurde von vielen Wissenschaftlern kritisiert, die argumentieren, dass sie keine ausreichende Erklärung für die Unterentwicklung in Afrika ist. Es stimmt zwar, dass die afrikanischen Länder oft von ausländischer Hilfe, Krediten und Investitionen abhängig sind, aber diese Abhängigkeit ist eher das Ergebnis einer historischen Situation, die ihnen aufgezwungen wurde, als ein natürlicher Zustand der Dinge. Die Herausforderung für die afrikanischen Länder besteht darin, sich von diesem historischen Erbe zu befreien und ihren eigenen Weg zur Entwicklung zu finden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterentwicklung in Afrika kein natürlicher Zustand ist, sondern das Ergebnis einer spezifischen historischen Situation. Diese historische Verwurzelung findet ihre Fortsetzung in der modernen Funktionsweise der Weltwirtschaft und in den Modalitäten der internationalen Integration. Das Erbe des Kolonialismus hat den Kontinent nachhaltig geprägt, die lokale Wirtschaft zerstört, die Menschen von ihrem Land vertrieben und die lokalen Kulturen und Traditionen unterdrückt. In Zukunft müssen die afrikanischen Länder Wege finden, sich von diesem historischen Erbe zu befreien und ihre eigenen Wege zur Entwicklung zu finden.


kesho business Warum Afrika der Pioniermarkt der europäischen Wirtschaft werden muss.

Stoisser Hans


kesho business

Warum Afrika der Pioniermarkt der europäischen Wirtschaft werden muss. 


Regulierungen, hohe Steuern, Preiskämpfe, Bürokratie: dies sind nur einige der vielen Faktoren, die Innovationen in Europa hemmen können. Als Afrika-Experte und selbst erfolgreicher Unternehmer hat Hans Stoisser den Kontrast zwischen dem Geschäftsumfeld in Europa und in Afrika aus erster Hand erfahren. Und er ist der Meinung, dass Europa viel von dem Unternehmergeist und der Innovation lernen kann, die auf dem Nachbarkontinent gedeihen.Einer der wichtigsten Vorteile, die Afrika zu bieten hat, ist das Entstehen riesiger Märkte. Mit einer schnell wachsenden Bevölkerung und einer aufstrebenden Mittelschicht werden die afrikanischen Länder für Unternehmen, die ihren Aktionsradius erweitern möchten, immer attraktiver. Und da viele dieser Märkte noch relativ unerschlossen sind, gibt es für Unternehmer viel Raum zum Entdecken und Experimentieren.


Ein weiterer Vorteil, den Afrika zu bieten hat, ist eine Kultur des Experimentierens und Entdeckens. Anders als in Europa, wo Vorschriften und Bürokratie das Ausprobieren neuer Ideen erschweren können, sind afrikanische Unternehmer oft in der Lage, einfach loszulegen und zu sehen, was funktioniert. Davon profitieren nicht nur die Menschen vor Ort, indem sie mit neuen Produkten und Dienstleistungen versorgt werden, sondern es wirkt sich auch positiv auf die Gesamtwirtschaft und die Gesellschaft aus.


Natürlich gibt es Risiken und Herausforderungen, die mit Geschäften in Afrika verbunden sind. Aber in seinem Buch zeigt Hans Stoisser, warum diese Risiken oft übertrieben werden und warum Unternehmer, die bereit sind, den Sprung zu wagen, echte Pioniere auf ihrem Gebiet sein können. Er betont auch, dass die Unterschiede zwischen europäischen und afrikanischen Unternehmern nicht so groß sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Beide Gruppen teilen die Leidenschaft für Innovationen, die Bereitschaft, Risiken einzugehen, und den Willen zum Erfolg.


Letztendlich geht es bei dem, was Europa von Afrika lernen kann, nicht nur um Geschäftsstrategien oder Marktanalysen. Es geht um eine Denkweise und einen Unternehmergeist, der allzu oft durch Vorschriften und Bürokratie erstickt wird. Indem sie sich denselben Entdecker- und Experimentiergeist zu eigen machen, der Wachstum und Innovation in Afrika antreibt, können europäische Unternehmer neue Chancen erschließen und ihre Unternehmen zu neuen Höhen führen. Und damit können sie dazu beitragen, eine gesündere und dynamischere Wirtschaft für alle zu schaffen.


Kulturgeschichte Afrikas Leo Frobenius

Leo Frobenius


Kulturgeschichte Afrikas


Afrika hat eine reiche Kulturgeschichte, die oft übersehen und unterschätzt wird. Wenn man jedoch genauer hinsieht, wird die Großartigkeit dieses Bauwerks deutlich. Die Macht und der Umfang der afrikanischen Kulturgeschichte sind wirklich gigantisch und wachsen in einem noch nie dagewesenen Tempo.Trotzdem fällt es vielen schwer, diese Großartigkeit als tatsächlich und real zu erkennen. Ehrfurcht und Emotionen halten den Betrachter oft davon ab, die Kultur und Geschichte Afrikas wirklich zu würdigen. Wir müssen jedoch kühn und mutig an diese Geschichte herangehen. Wir müssen nicht nur über die Silhouetten der vergangenen Jahrhunderte hinausschauen, sondern unseren Blick auch auf die große Welt richten, die sich am Horizont abzeichnet.


Es ist natürlich zu befürchten, dass das, was wir sehen, letztendlich wie ein Nebel verschwinden wird. Wir müssen es jedoch wagen, uns von den Überresten alter Ideen zu lösen und uns dem Bedürfnis nach einer neuen Sichtweise hingeben. Daraus ergibt sich die Forderung nach der Kulturgeschichte nicht nur eines einzelnen Kontinents, sondern der ganzen Welt.


Die Kulturgeschichte Afrikas ist ungeheuer vielfältig und komplex. Von den alten Zivilisationen Ägyptens und Äthiopiens bis hin zu den farbenfrohen Stämmen des subsaharischen Afrikas gibt es so viel zu entdecken und zu lernen. Die Kunst, Musik und Literatur Afrikas sind besonders bemerkenswert für ihre einzigartigen Stile und Techniken.


Leider sind viele dieser kulturellen Schätze im Laufe der Zeit verloren gegangen oder zerstört worden. Kolonialisierung und Sklaverei haben eine wichtige Rolle bei der Auslöschung der afrikanischen Kultur gespielt, wobei viele Artefakte gestohlen oder zerstört wurden. In jüngster Zeit haben afrikanische Nationen und kulturelle Organisationen jedoch Anstrengungen unternommen, diese Stücke der Geschichte zu bewahren und zu restaurieren.


Die Kulturgeschichte Afrikas hat auch einen tiefgreifenden Einfluss auf den Rest der Welt gehabt. Die Musik Afrikas, insbesondere seine Rhythmen und Beats, haben zahlreiche Musikrichtungen weltweit beeinflusst, darunter Jazz, Blues und Rock. Auch die afrikanische Kunst war eine Quelle der Inspiration für viele Künstler auf der ganzen Welt.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kulturgeschichte Afrikas eine Schatztruhe ist, die darauf wartet, erforscht zu werden. Es ist eine Geschichte, die oft übersehen und unterschätzt wird, aber auch eine, die unglaublich reich und vielfältig ist. Wenn wir es wagen, über die Silhouetten der Vergangenheit hinauszublicken und uns dem Bedürfnis nach einer neuen Sichtweise hingeben, können wir die Großartigkeit dieses Bauwerks würdigen und ein tieferes Verständnis für unsere gemeinsame globale Geschichte gewinnen.


Mali und westlicher Sahel 'Wegweiser zur Geschichte'

Hrsg.: Julius Heß, Karl-Heinz Lutz


Mali und westlicher Sahel

'Wegweiser zur Geschichte'


Mali und die G5 Sahelzone: Die historische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region verstehenDie afrikanische Sahelzone war in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Instabilität in der Region in den Nachrichten. Mali, ein Land im Herzen der Sahelzone, steht im Zentrum dieser Instabilität. Das Land bildete 2014 zusammen mit vier seiner Nachbarn, Burkina Faso, Niger, Mauretanien und Tschad, die G5 Sahel, um die Sicherheitsprobleme in der Region anzugehen. Dieser Band bietet ein umfassendes Verständnis der historischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Malis und der G5-Sahel-Länder.


Das Buch beginnt mit einem Überblick über die Tuareg-Rebellion im Norden Malis im Jahr 2012. Die Tuareg, ein Nomadenvolk, das seit Jahrhunderten in der Sahelzone lebt, rebellierten gegen die malische Regierung und forderten Autonomie für ihre Region. Die Rebellion wurde bald von Dschihadisten angezapft, die die Kontrolle über das Gebiet übernahmen. Dies führte zu einem komplexen Konflikt, an dem verschiedene bewaffnete Gruppen und internationale Interventionen beteiligt waren.


Eine der größten Stärken dieses Bandes ist die eingehende Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die zur Instabilität in der Region beigetragen haben. Die Sahelzone ist eine der ärmsten Regionen der Welt mit einem hohen Maß an Arbeitslosigkeit, Armut und Ernährungsunsicherheit. Das Buch untersucht, wie diese Faktoren einen fruchtbaren Boden für den Aufstieg bewaffneter Gruppen geschaffen haben und wie der Mangel an wirtschaftlichen Möglichkeiten die Migration und den Menschenhandel angeheizt hat.


Der Band bietet auch Einblicke in die historischen und kulturellen Faktoren, die die Region geprägt haben. Die Sahelzone blickt auf eine reiche Geschichte zurück. Reiche wie Ghana, Mali und Songhai blühten einst in dieser Region. Das Buch erörtert, wie das Erbe dieser Reiche die Kultur und Politik der Region beeinflusst hat.


Das Buch enthält auch zahlreiche Karten und Illustrationen, die dem Leser helfen, die Geographie der Region, die Bevölkerungsbewegungen und die Konfliktherde zu veranschaulichen. Der umfangreiche Serviceteil bietet dem Leser zusätzliche Ressourcen, darunter ein Glossar mit Schlüsselbegriffen, eine Zeitleiste der Ereignisse und eine Liste mit weiterführender Literatur.


Insgesamt ist dieser Band eine hervorragende Quelle für alle, die die komplexe Dynamik der Sahelzone verstehen wollen. Es bietet eine umfassende Analyse der historischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die zur Instabilität der Region beigetragen haben, und ist damit eine unverzichtbare Lektüre für politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Studenten der Afrikanistik.


Menschwerdung eines Affen Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung

Heike Behrend


Menschwerdung eines Affen

Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung


Heike Behrends Autobiographie ist eine erfrischende Sicht auf die ethnographische Forschung in den politisch turbulenten Jahrzehnten der sechziger, siebziger und achtziger Jahre. Ihre Reise führt sie von den kenianischen Tugenberg-Bergen nach Norduganda und schließlich an die kenianische Küste, wobei sie die kulturellen Praktiken verschiedener Gemeinschaften erforscht. Ihre Geschichte ist jedoch nicht die typische heroische Erfolgsgeschichte eines Forschers, der alle Hindernisse überwindet und Großes vollbringt. Stattdessen ist Behrends Geschichte eine von unheroischen Verwicklungen, kulturellen Missverständnissen, Konflikten, Misserfolgen und Situationen des Scheiterns in fremden Ländern.Behrends Reise beginnt in den späten siebziger Jahren, als sie sich für ihre ersten Feldforschungen in die kenianischen Tugenberg Mountains begibt. Es war eine politisch turbulente Zeit in Kenia, und Behrend sah sich vielen Herausforderungen gegenüber, als sie versuchte, die Kultur und Gesellschaft der Gemeinschaft, die sie studierte, zu verstehen. Sie gibt zu, dass sie Fehler machte und mit kulturellen Missverständnissen konfrontiert wurde, aber diese Erfahrungen halfen ihr, ein tieferes Verständnis für die Gemeinschaft zu entwickeln, die sie untersuchte.


Mitte der achtziger Jahre begab sich Behrend auf die Spuren der Heilig-Geist-Bewegung im Norden Ugandas. Dies war eine Zeit großer sozialer Umwälzungen in Uganda, und Behrend sah sich vielen Herausforderungen gegenüber, als sie versuchte, die Bewegung und ihre Auswirkungen auf die ugandische Gesellschaft zu verstehen. Wieder einmal sah sich Behrend mit kulturellen Missverständnissen und Konflikten konfrontiert, aber es gelang ihr, ein tiefes Verständnis für die Bewegung und ihre Rolle in der ugandischen Gesellschaft zu entwickeln.


Während der AIDS-Epidemie arbeitete Behrend über die katholische Kirche im Westen Ugandas. Dies war eine schwierige Zeit, in der sie versuchte, die Reaktion der Kirche auf die Epidemie und ihre Auswirkungen auf die Gemeinschaft zu verstehen. Behrends Arbeit war nicht immer erfolgreich und sie sah sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert, aber sie lernte viel über die Rolle der Kirche in der ugandischen Gesellschaft und die Herausforderungen, denen sie in dieser schwierigen Zeit gegenüberstand.


An der kenianischen Küste schließlich untersuchte Behrend die Praktiken von Straßenfotografen und Fotostudios. Dies war eine Abkehr von ihrer früheren Arbeit, aber sie konnte dieselben ethnographischen Techniken, die sie im Laufe der Jahre entwickelt hatte, auf dieses neue Studiengebiet anwenden. Wieder einmal sah sie sich mit kulturellen Missverständnissen und Konflikten konfrontiert, aber sie konnte ein tiefes Verständnis für die lokalen Praktiken und ihre kulturelle Bedeutung entwickeln.


Behrends Autobiographie ist ein ehrlicher und offener Blick auf die ethnographische Forschung. Sie scheut sich nicht vor den Herausforderungen und Schwierigkeiten, mit denen sie auf ihrem Weg konfrontiert wurde, sondern nimmt sie als wesentlichen Teil des Forschungsprozesses an. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass es bei der Ethnographie nicht nur darum geht, Daten zu sammeln und zu analysieren, sondern auch darum, Beziehungen aufzubauen, kulturelle Zusammenhänge zu verstehen und sich auf sinnvolle Weise mit Gemeinschaften zu beschäftigen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Heike Behrends Autobiographie ein Muss für jeden ist, der sich für ethnografische Forschung interessiert. Sie bietet eine einzigartige Perspektive auf die Herausforderungen und Belohnungen dieser Art von Forschung und liefert wertvolle Einblicke in die Poetik sozialer Beziehungen. Es erinnert daran, dass Ethnographie keine perfekte Wissenschaft ist, sondern ein komplexer und nuancierter Prozess, der Geduld, Einfühlungsvermögen und einen offenen Geist erfordert.


Mobilität statt Exodus Migration und Flucht in und aus Afrika

Thomas Faist, Susanne U. Schultz, Tobias Gehring


Mobilität statt Exodus

Migration und Flucht in und aus Afrika


Afrika ist ein Kontinent voller Vielfalt, reicher Geschichte und kulturellem Erbe. Er ist aber auch ein Kontinent, der mit Armut, gewaltsamen Konflikten und Umweltzerstörung zu kämpfen hat. Viele Wissenschaftler und Massenmedien haben Afrika als einen "Kontinent im Aufbruch" charakterisiert, vor allem in Richtung Europa. Diese Darstellung hat zu zwei erheblichen Missverständnissen geführt, die es zu beseitigen gilt.Das erste Missverständnis besteht darin, dass das hohe Bevölkerungswachstum in Afrika fast automatisch eine höhere internationale Migration auf den benachbarten europäischen Kontinent auslösen würde. Dieses Narrativ eines "Ansturms auf Europa" ist einfach nicht wahr. Einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge ziehen nur 14% der internationalen Migranten aus Afrika nach Europa. Die Mehrheit der afrikanischen Migranten bewegt sich innerhalb des Kontinents, und nur ein kleiner Prozentsatz zieht nach Europa.


Der zweite Irrglaube ist, dass Migration und Flucht in und aus Afrika in erster Linie eine Folge von Armut, gewaltsamen Konflikten und Umweltzerstörung sind. Diese Faktoren spielen zwar eine Rolle bei der Migration, aber sie sind nicht die einzigen Faktoren. Laut demselben IOM-Bericht ist der wichtigste Grund für die Migration aus Afrika die Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Viele afrikanische Migranten ziehen auf der Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten in andere afrikanische Länder oder sogar in andere Länder außerhalb von Afrika.


Außerdem ist die Migration aus Afrika kein neues Phänomen. Afrikaner sind schon seit Jahrhunderten ausgewandert, lange bevor moderne Grenzen errichtet wurden. Die afrikanische Migration wurde durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, darunter die Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, politische Instabilität und Umweltfaktoren wie Dürre und Hungersnot.


Es ist wichtig, die Komplexität der Migration aus Afrika zu verstehen und die damit verbundenen Missverständnisse auszuräumen. Die afrikanische Migration ist kein monolithisches Phänomen und wird nicht nur durch Armut, gewaltsame Konflikte und Umweltzerstörung angetrieben. Diese Faktoren spielen zwar eine Rolle, aber sie sind nicht die einzigen Faktoren.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Afrika in der Tat ein "Kontinent im Aufbruch" ist. Diese Bewegung geht jedoch nicht in erster Linie in Richtung Europa, und sie wird nicht nur durch Armut, gewaltsame Konflikte und Umweltzerstörung angetrieben. Die afrikanische Migration ist ein komplexes Phänomen, das von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt wird, darunter die Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, politische Instabilität und Umweltfaktoren. Es ist wichtig, diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen und die falschen Vorstellungen über die afrikanische Migration auszuräumen.


Nach dem Krieg Erbe, Erinnerung und Generationenkonflikt in Namibia seit 1990.

Matthias Fritz José Schulze


Nach dem Krieg

Erbe, Erinnerung und Generationenkonflikt in Namibia seit 1990. 


Namibia, ein Land im südlichen Afrika, hat eine reiche Kulturgeschichte, die von Krieg und kolonialer Landnahme geprägt ist. Mit der Unabhängigkeit im Jahr 1990 begann die Gründergeneration der SWAPO (South West Africa People's Organization), das schwierige Erbe des Landes nach ihren eigenen Vorstellungen umzugestalten. Doch jede Generation und jede ethnische Gruppe hat das Geschehene anders erlebt und vertritt ihren eigenen erinnerungskulturellen Standpunkt.Dreißig Jahre nach der Gründung des Staates ist die erste Nachkriegsgeneration erwachsen geworden und stellt unbequeme Fragen. Warum gab es keine Landreform, und warum ist die sozioökonomische Ungleichheit größer denn je? In seinem Buch "Renegotiating the Future: Memory, Heritage and Conflict in Post-Colonial Namibia" zeigt Matthias Schulze, dass die Zukunft zwischen der jüngsten und der ältesten Generation in einem Kontext widersprüchlicher Erinnerungen, demokratischer Versprechen und schwelender Unzufriedenheit neu verhandelt wird.


Matthias Schulze ist Ethnologe und Historiker an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er hat als Gastwissenschaftler an der Universität von Namibia gearbeitet und umfangreiche Forschungen über die Kultur und Geschichte Namibias durchgeführt. Schulzes Buch ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis des kulturellen Gedächtnisses Namibias und der anhaltenden Kämpfe für eine bessere Zukunft.


Die Geschichte Namibias ist eine Geschichte der Kolonialisierung, der Ausbeutung und des Widerstands. Das Land wurde im späten 19. Jahrhundert zunächst von Deutschland kolonisiert und dann 1915 von Südafrika übernommen. Die Menschen in Namibia mussten jahrzehntelang Unterdrückung, Zwangsarbeit und Landenteignung ertragen. Widerstandsbewegungen wie die SWAPO kämpften für die Unabhängigkeit, die schließlich 1990 erreicht wurde.


Schulzes Buch untersucht die komplexe und oft widersprüchliche Art und Weise, in der sich die Namibier an ihre Vergangenheit erinnern. Er zeigt, dass das kulturelle Gedächtnis Namibias von einer Reihe von Faktoren geprägt ist, darunter ethnische Zugehörigkeit, Klasse, Geschlecht und Generationsunterschiede. Verschiedene Gruppen haben unterschiedliche Erinnerungen an die Vergangenheit, und diese Erinnerungen sind oft umstritten.


So haben die Herero und Nama beispielsweise lebhafte Erinnerungen an die deutsche Kolonialzeit, in der sie einen Völkermord erlitten, bei dem schätzungsweise 80% ihrer Bevölkerung getötet wurden. Die Nachkommen der deutschen Kolonisatoren hingegen erinnern sich an diese Zeit als eine Zeit des technischen Fortschritts und der wirtschaftlichen Entwicklung. Diese widersprüchlichen Erinnerungen haben zu anhaltenden Spannungen zwischen diesen Gruppen geführt.


Schulze untersucht auch, wie die Gründergeneration der SWAPO versucht hat, das kulturelle Gedächtnis Namibias nach der Unabhängigkeit neu zu gestalten. Sie versuchten, ein Narrativ der nationalen Einheit und Versöhnung zu fördern, das die ethnischen Unterschiede herunterspielte und den Kampf gegen den Kolonialismus betonte. Dieses Narrativ wurde jedoch von jüngeren Generationen in Frage gestellt, die den mangelnden Fortschritt in Bereichen wie der Landreform und der sozioökonomischen Ungleichheit anzweifeln.


Schulzes Buch ist ein wichtiger Beitrag zu den laufenden Debatten über das kulturelle Gedächtnis Namibias und die Herausforderungen, vor denen das Land heute steht. Es unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenderen und nuancierteren Verständnisses der Vergangenheit, das der Vielfalt der Erfahrungen und Perspektiven Rechnung trägt. Die Zukunft Namibias wird von seiner Fähigkeit abhängen, diese Herausforderungen zu bewältigen und eine gemeinsame Vision für eine bessere Zukunft zu schmieden.


Peoples' Rights: Gruppenrechte im Völkerrecht Theorie und Praxis des kollektiven Menschenrechtsschutzes in Afrika, Amerika und Europa

Julia Kriesel


Peoples' Rights: Gruppenrechte im Völkerrecht

Theorie und Praxis des kollektiven Menschenrechtsschutzes in Afrika, Amerika und Europa


Die Menschenrechte sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Sie spielen eine entscheidende Rolle dabei, dass jeder Mensch mit Würde und Respekt behandelt wird. Das Konzept der Menschenrechte wird jedoch oft durch die Brille des Individualismus betrachtet, bei dem der Schwerpunkt auf dem Schutz der Rechte des Einzelnen liegt. Der Gedanke, die Rechte einer Gruppe als Menschenrechte zu schützen, scheint angesichts des Vorrangs der Rechte des Einzelnen undenkbar. Diese Sichtweise war lange Zeit die vorherrschende Darstellung, insbesondere wenn es um das afrikanische Menschenrechtsschutzsystem geht. Eine genauere Analyse zeigt jedoch ein anderes Bild.Julia Kriesel zeigt in ihrer rechtsvergleichenden Analyse der afrikanischen, amerikanischen und europäischen Menschenrechtssysteme, dass der Schutz von Gruppen durch die Menschenrechte schon lange Realität ist. Kriesel beleuchtet die Geschichte der Idee der Gruppenrechte, den theoretischen Diskurs über kollektive Rechtspositionen und die Praxis des internationalen Menschenrechtsschutzes. Aus ihrer Analyse ergibt sich eine Verflechtung von individuellem und gruppenbezogenem Schutz, die zu einem neuen, umfassenden Verständnis von Menschenrechten führt.


Der Schutz von Gruppenrechten ist kein neues Konzept. Die Idee der Gruppenrechte ist in der Geschichte der Ideen innerhalb und außerhalb des Nationalstaates präsent gewesen. So war beispielsweise das Konzept des Gemeinwohls ein zentraler Gedanke in der antiken griechischen Philosophie, in der das Wohlergehen der Gemeinschaft als ein wesentlicher Faktor für das Wohlergehen des Einzelnen angesehen wurde. Die Idee der Gruppenrechte war auch in der Gesellschaftsvertragstheorie von Philosophen der Aufklärung wie John Locke und Jean-Jacques Rousseau präsent, wo die Gemeinschaft als eine Ansammlung von Individuen mit gemeinsamen Interessen und Werten angesehen wurde. In diesen und anderen historischen Kontexten wurde die Idee der Gruppenrechte als eine Möglichkeit gesehen, die Rechte des Einzelnen im Rahmen einer Gemeinschaft zu schützen.


Der theoretische Diskurs über kollektive Rechtspositionen unterstützt die Idee der Gruppenrechte weiter. In der Rechtstheorie beziehen sich kollektive Rechtspositionen auf die Rechte und Interessen von Gruppen, wie z.B. indigenen Völkern, Minderheiten und Frauen. Diese Gruppen sind in Rechtssystemen, die den individuellen Rechten den Vorrang geben, oft benachteiligt. Die Anerkennung kollektiver Rechtspositionen kann jedoch dazu beitragen, diese Ungleichgewichte auszugleichen, indem sie den Gruppen Rechtsschutz gewährt.


In der Praxis ist der Schutz von Gruppenrechten durch die Menschenrechte schon seit einiger Zeit Realität. So war beispielsweise die amerikanische Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre ein Kampf um die Anerkennung von Gruppenrechten. Die Bewegung kämpfte für die Rechte der Afroamerikaner als Gruppe und forderte die rechtliche Trennung von öffentlichen Räumen und Einrichtungen. In ähnlicher Weise hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Rechte von Minderheitengruppen wie den Roma auf die Bewahrung ihres kulturellen und sprachlichen Erbes anerkannt.


In Afrika ist der Schutz von Gruppenrechten eine neuere Entwicklung. Das afrikanische System zum Schutz der Menschenrechte wurde in den 1980er Jahren eingerichtet und konzentrierte sich zunächst auf die Rechte des Einzelnen. Im Laufe der Zeit hat sich das System jedoch dahingehend entwickelt, dass es auch die Anerkennung von Gruppenrechten umfasst. So hat die Afrikanische Kommission für die Rechte der Menschen und Völker neben den individuellen Rechten auch die Rechte von indigenen Völkern, Frauen und Kindern als Gruppen anerkannt.


Die Verflechtung von individuellem und gruppenbezogenem Schutz führt zu einem umfassenden Verständnis von Menschenrechten. Es erkennt an, dass Individuen Teil von Gemeinschaften sind und dass das Wohlergehen des Einzelnen mit dem Wohlergehen der Gemeinschaft verbunden ist. Der Schutz der Gruppenrechte ist keine Bedrohung für die Rechte des Einzelnen, sondern ein Weg, um sicherzustellen, dass der Einzelne seine Rechte im Rahmen einer Gemeinschaft ausüben kann. Darüber hinaus kann die Anerkennung von Gruppenrechten dazu beitragen, systemische Ungleichheiten zu beseitigen, indem marginalisierten Gruppen Rechtsschutz gewährt wird.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Idee, Gruppenrechte als Menschenrechte zu schützen, nicht unvorstellbar ist. Sie hat eine lange Geschichte des theoretischen Diskurses und der praktischen Anwendung. Die Verflechtung von individuellem und gruppenbezogenem Schutz ermöglicht ein umfassenderes Verständnis von Menschenrechten, das die Bedeutung von Gemeinschaften für das Wohlergehen des Einzelnen anerkennt. Das afrikanische System zum Schutz der Menschenrechte hat bei der Anerkennung der Rechte von Gruppen erhebliche Fortschritte gemacht, und es gibt noch viel mehr zu tun. Die Anerkennung von Gruppenrechten als Menschenrechte ist eine wesentliche Voraussetzung für die Schaffung einer gerechteren und ausgewogeneren Gesellschaft.


 Postkolonie  Zur politischen Vorstellungskraft im gegenwärtigen Afrika

Achille Mbembe


Postkolonie 

Zur politischen Vorstellungskraft im gegenwärtigen Afrika


Achille Mbembes "Postkolonie" ist ein wegweisendes Werk der postkolonialen Theorie des 21. Jahrhunderts. Mbembes Perspektive auf Subsahara-Afrika als einen politisch-sozialen Raum, der von historischen Kontinuitäten und Brüchen geprägt ist, stellt westliche Gesellschaftstheorien in Frage und überdenkt das Thema des afrikanischen Subjekts neu. In diesem Blog werden wir die wichtigsten Konzepte und Ideen der "Postkolonie" untersuchen und wie sie zum Diskurs über den Postkolonialismus beigetragen haben.Mbembes Analyse der Postkolonie beruht auf der Vorstellung, dass sie als ein eigenständiger sozialer und politischer Raum existiert, der sowohl durch Kontinuität als auch durch Bruch gekennzeichnet ist. Die Postkolonie ist ein Raum, der durch den Kolonialismus und seine Folgen geprägt wurde, aber auch ein Raum, in dem neue Formen von Macht und Widerstand entstanden sind. In diesem Sinne ist die Postkolonie nicht einfach eine Fortsetzung des Kolonialismus, sondern ein komplexer, dynamischer Raum, der sich ständig weiterentwickelt.


Einer der wichtigsten Beiträge von "Postcolony" ist Mbembes Fokus auf die konkreten Realitäten des Lebens in der Postkolonie. Mbembes Analyse beschränkt sich nicht auf abstrakte Diskussionen über wirtschaftliche und politische Strukturen, sondern umfasst auch eine Untersuchung literarischer Texte und kultureller Praktiken. Auf diese Weise zeigt Mbembe, dass die Postkolonie eine gelebte Erfahrung ist, die sich nicht auf abstrakte Theorien oder Konzepte reduzieren lässt.


Ein weiterer wichtiger Aspekt von "Postkolonie" ist Mbembes Kritik an westlichen Gesellschaftstheorien. Mbembe argumentiert, dass viele westliche Theorien auf einer universalistischen Perspektive beruhen, die die spezifischen historischen und kulturellen Kontexte der Postkolonie außer Acht lässt. Im Gegensatz dazu basiert Mbembes Analyse auf einem tiefen Verständnis der historischen und kulturellen Besonderheiten des subsaharischen Afrikas.


Mbembes Fokus auf das afrikanische Subjekt ist auch ein Schlüsselaspekt von "Postkolonie". Mbembe argumentiert, dass das afrikanische Subjekt ein komplexes und vielschichtiges Wesen ist, das nicht auf ein einfaches Stereotyp oder eine Karikatur reduziert werden kann. Stattdessen wird das afrikanische Subjekt von einer Reihe historischer, kultureller und politischer Kräfte geformt, die sich nicht ohne weiteres voneinander trennen lassen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Achille Mbembes "Postkolonie" ein kraftvolles und einflussreiches Werk der postkolonialen Theorie ist, das den Diskurs über den Postkolonialismus maßgeblich beeinflusst hat. Mbembes Analyse der Postkolonie als komplexer, dynamischer Raum, der sowohl von Kontinuität als auch von Brüchen geprägt ist, fordert westliche Gesellschaftstheorien heraus und bietet eine neue Perspektive auf das afrikanische Subjekt. Als solches bleibt "Postkolonie" ein Schlüsselwerk für jeden, der die Komplexität des Postkolonialismus im 21. Jahrhundert verstehen will.


Schwarze Tage Roms Kriege gegen Karthago.

Michael Sommer


Schwarze Tage

Roms Kriege gegen Karthago. 


Man schrieb das Jahr 216 v. Chr. und der karthagische General Hannibal hatte gerade mit seiner Armee in einem kühnen strategischen Schachzug die Alpen überquert und damit die Römer überrascht. Was folgte, war eine Reihe von Schlachten, in denen Hannibal die römischen Truppen dezimierte. Den Höhepunkt bildete die berüchtigte Schlacht von Cannae, in der mindestens 50.000 Legionäre den Tod fanden. Der Name Cannae schwebte wie ein Menetekel über Rom, und viele fürchteten, dass den Römern ein weiterer dies ater, ein weiterer schwarzer Tag drohte.Doch trotz der anfänglichen Rückschläge gingen die Römer schließlich siegreich aus den Punischen Kriegen hervor, die von 264-146 v. Chr. dauerten. Karthago, einst ein mächtiger Stadtstaat und ein gewaltiger Rivale Roms, wurde von den Römern in Schutt und Asche gelegt. Die Zerstörung Karthagos war ein Wendepunkt in der römischen Geschichte und markierte den Beginn ihres Aufstiegs zum Weltreich.


Der römische Feldherr Scipio soll beim Anblick der brennenden Ruinen von Karthago geweint haben, weil er befürchtete, dass eines Tages eine andere Stadt das gleiche Schicksal erleiden könnte. Dieses Gefühl spricht die zyklische Natur der Geschichte an, in der Imperien aufsteigen und fallen und die einst Mächtigen zu Asche zerfallen können.


Aber was zeichnet Rom aus, dass es trotz anfänglicher Rückschläge als Sieger aus den Punischen Kriegen hervorging? Ein Faktor war ihre überlegene Militärstrategie und -taktik. Die Römer waren in der Lage, sich an das Terrain und das Klima des Schlachtfelds anzupassen und ihre überlegene Ausbildung und Disziplin zu nutzen, um ihre Gegner auszumanövrieren und zu überlisten.


Ein weiterer Faktor war ihre Fähigkeit, Allianzen mit benachbarten Staaten und Stämmen zu schmieden. Die Römer waren geschickte Diplomaten und konnten Verträge und Bündnisse aushandeln, die ihnen die notwendigen Ressourcen und Arbeitskräfte gaben, um ihre Feinde zu besiegen.


Aber der vielleicht größte Faktor für den Erfolg Roms war ihre Unverwüstlichkeit und Entschlossenheit. Obwohl sie bei Cannae und anderen Schlachten verheerende Verluste erlitten, weigerten sich die Römer, aufzugeben. Sie sammelten ihre Kräfte, bauten ihre Armeen wieder auf und gingen schließlich als Sieger hervor.


Die Zerstörung Karthagos markierte den Beginn des Aufstiegs Roms zur Macht, aber sie markierte auch das Ende einer Ära. Die Welt des Mittelmeers wurde durch die Punischen Kriege für immer verändert, und das Erbe Roms sollte den Lauf der Geschichte noch Jahrhunderte später prägen.


Wenn wir auf diese entscheidende Periode der Geschichte zurückblicken, werden wir daran erinnert, dass der Aufstieg und Fall von Imperien ein unvermeidlicher Teil der menschlichen Erfahrung ist. Aber wir werden auch an die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit erinnert, die im Angesicht von Widrigkeiten zum Sieg führen können. Das Vermächtnis Roms ist ein Vermächtnis der Stärke, der Strategie und der Beharrlichkeit, das uns auch heute noch inspiriert.



Schwarze Wurzeln Afro-deutsche Familiengeschichten von 1884 bis 1950

Katharina Oguntoye


Schwarze Wurzeln

Afro-deutsche Familiengeschichten von 1884 bis 1950


In der Geschichte des modernen Deutschlands wurden die Erfahrungen von Afrikanern und Afrodeutschen weitgehend ignoriert und marginalisiert. Ihre Geschichten wurden auf exotisches Beiwerk oder Einzelfälle reduziert, und ihre Beiträge zur deutschen Gesellschaft wurden weitgehend übersehen. Katharina Onguntoyes bahnbrechendes Werk "Schwarze Wurzeln" wirft jedoch ein Licht auf das Leben von Afrikanern und Afrodeutschen in Deutschland von 1884 bis 1950 und bietet einen umfassenden Überblick über ihre Erfahrungen in diesem Zeitraum."Black Roots" stellt die traditionelle Sichtweise auf Schwarze Menschen in Deutschland in Frage, die von der Wahrnehmung der dominanten Gesellschaft geprägt wurde. Onguntoye rückt die Lebenswirklichkeit und die Perspektiven Schwarzer Menschen in Deutschland während dieser Zeit in den Vordergrund und zeigt auf, wie sie wahrgenommen, ausgeschlossen und diskriminiert wurden. Damit setzt sie einen dringend benötigten Kontrapunkt zum vorherrschenden Narrativ der deutschen Geschichte.


Onguntoyes Arbeit ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Geschichte von Afrikanern und Afrodeutschen nicht von der allgemeinen Geschichte Deutschlands getrennt werden kann. Ihre Erfahrungen sind ein integraler Bestandteil der sozialen und politischen Geschichte des Landes, und ihre Beiträge zur deutschen Gesellschaft müssen anerkannt und gefeiert werden. Onguntoyes Forschung zeigt, dass Afrikaner und Afrodeutsche trotz der Herausforderungen, denen sie ausgesetzt waren, eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der deutschen Kultur und Gesellschaft gespielt haben.


Eines der wichtigsten Themen in "Black Roots" sind die Herausforderungen, denen sich Afrikaner und Afrodeutsche stellen mussten, um ihren Platz in der deutschen Gesellschaft zu sichern. Onguntoye zeigt, wie Schwarze Menschen in Deutschland von Anfang an als Außenseiter betrachtet wurden und oft Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt waren. Sie zeigt auch auf, wie der Kolonialismus die Einstellung der Deutschen gegenüber Schwarzen Menschen geprägt hat und welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hatte.


Trotz dieser Herausforderungen gelang es Afrikanern und Afrodeutschen, sich einen Platz in der deutschen Gesellschaft zu erobern. Onguntoyes Forschung zeigt, dass sie eine bedeutende Rolle im kulturellen und politischen Leben des Landes spielten und dass ihre Beiträge oft übersehen oder ignoriert wurden. Sie hebt die Arbeit von Aktivisten und Künstlern hervor, die für die Rechte der Schwarzen in Deutschland kämpften, und die Art und Weise, wie sie etwas bewirken konnten.


Insgesamt ist "Black Roots" ein wichtiges Werk, das die traditionelle Sicht auf Schwarze Menschen in Deutschland in Frage stellt. Es bietet einen umfassenden Überblick über die Erfahrungen von Afrikanern und Afrodeutschen von 1884 bis 1950 und beleuchtet die Art und Weise, wie sie wahrgenommen, ausgeschlossen und diskriminiert wurden. Durch ihre Recherchen zeigt Onguntoye, dass die Geschichte von Afrikanern und Afrodeutschen ein integraler Bestandteil der breiteren Geschichte Deutschlands ist und dass ihre Beiträge zur deutschen Gesellschaft anerkannt und gefeiert werden müssen.


Staatsbürgerschaft - wie werden aus Schwarzen Deutsche? Zur sozialen Lage von eingebürgerten Deutschen afrikanischer Herkunft.

Emmanuel Ndahayo


Staatsbürgerschaft - wie werden aus Schwarzen Deutsche?

Zur sozialen Lage von eingebürgerten Deutschen afrikanischer Herkunft.


Die Staatsbürgerschaft ist ein grundlegendes Konzept, das die individuellen Rechte und Pflichten innerhalb eines Nationalstaates definiert. Für Schwarze Deutsche hat die Staatsbürgerschaft aufgrund der Komplexität ihrer Migrations- und Integrationsprozesse eine besondere Bedeutung erlangt. In seiner Studie beleuchtet Emmanuel Ndahayo die soziale Situation eingebürgerter Deutscher afrikanischer Herkunft und zeigt die Auswirkungen von Rassismus, (post-)kolonialen Ansichten und fragilen Formen der Integration auf ihre soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Teilhabe auf.Ndahayos Studie füllt eine bedeutende Forschungslücke im Bereich der Sozialwissenschaften, indem sie die Erfahrungen Schwarzer Deutscher analysiert, die in Studien über Migration und Integration oft übersehen werden. Durch die Durchführung qualitativer Interviews mit eingebürgerten Deutschen afrikanischer Herkunft liefert Ndahayo wichtige Einblicke in ihren Alltag und die Herausforderungen, denen sie als Mitglieder der deutschen Gesellschaft gegenüberstehen.


Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist der allgegenwärtige Einfluss von Rassismus auf die soziale Integration Schwarzer Deutscher. Viele Teilnehmer berichteten von Diskriminierung und Vorurteilen in verschiedenen Bereichen ihres Lebens, darunter Bildung, Beschäftigung und Wohnen. Diese Erfahrungen schaffen Barrieren für die soziale Teilhabe und schränken die Möglichkeiten Schwarzer Deutscher ein, sich voll in die Gesellschaft einzubringen.


Darüber hinaus unterstreicht die Studie die Auswirkungen der (post-)kolonialen Ansichten auf die soziale Situation Schwarzer Deutscher. Die Teilnehmer berichteten, dass ihr afrikanisches Erbe von einigen Deutschen als minderwertig oder exotisch angesehen wird, was das Gefühl des Andersseins und der Ausgrenzung weiter verstärkt.


Darüber hinaus unterstreicht die Studie die Fragilität der Inklusion für Schwarze Deutsche. Während viele Teilnehmer berichteten, dass sie sich in Deutschland zugehörig fühlten, konnte dieses Gefühl der Zugehörigkeit leicht durch diskriminierende Erfahrungen oder fehlende Möglichkeiten gestört werden. Diese Fragilität unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus und zur Förderung der sozialen Gleichheit aller Mitglieder der deutschen Gesellschaft.


Insgesamt leistet Ndahayos Studie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der sozialen Situation Schwarzer Deutscher und der Herausforderungen, denen sie sich bei der Verwirklichung einer vollen gesellschaftlichen Teilhabe gegenübersehen. Die aus den qualitativen Interviews gewonnenen Erkenntnisse bieten wertvolle Anhaltspunkte für Praktiker in der Integrationspolitik und können in die Bemühungen um eine integrativere und gerechtere Gesellschaft für alle einfließen.


Straßenhandel mit Souvenirs im Senegal Akteure, Arbeit und Organisation

Georg Materna


Straßenhandel mit Souvenirs im Senegal

Akteure, Arbeit und Organisation


Das Souvenirgeschäft ist in vielen Teilen der Welt ein florierender Wirtschaftszweig. Von T-Shirts bis hin zu Schlüsselanhängern - Touristen sind immer auf der Suche nach etwas, das sie als Erinnerung an ihre Reise mit nach Hause nehmen können. Aber was wissen wir über die Menschen, die diese Souvenirs verkaufen? Was motiviert sie, in dieses Geschäft einzusteigen, und welchen Herausforderungen müssen sie sich täglich stellen? Das sind die Fragen, die eine neue Studie zu beantworten versucht.Die Studie mit dem Titel "Relational Market Exchange in the Souvenir Street Trade" verfolgt einen ethnographischen und theoretischen Ansatz, um den Souvenirhandel aus der Perspektive der lokalen Händler zu verstehen. Die Forscher konzentrierten sich auf die endogamen Wolof-Handwerkergruppen, die den Souvenirmarkt im Senegal dominieren.


Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist, dass sich die Wolof-Kunsthandwerker den Souvenirhandel als eine Möglichkeit angeeignet haben, ihr kulturelles Erbe zu bewahren und ihre Identität zu fördern. Durch den Verkauf von traditionellem Kunsthandwerk und Kunstwerken können sie ihr Können zur Schau stellen und ihre Traditionen lebendig halten. Dies ist ein wichtiger Aspekt des Souvenirhandels, der oft übersehen wird, da Touristen Souvenirs eher als Wegwerfartikel betrachten und nicht als Repräsentation der lokalen Kultur.


Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist die Rolle, die die internationale Kulturpolitik im Souvenirhandel spielt. Die Forscher fanden heraus, dass die Politik von Organisationen wie der UNESCO und der Weltbank einen erheblichen Einfluss auf den Markt hat. Als zum Beispiel die senegalesische Insel Gorée zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, führte dies zu einem Zustrom von Touristen und einem entsprechenden Anstieg des Souvenirhandels.


Die Studie beleuchtet auch die tägliche Arbeit von Straßenhändlern und die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen. Dazu gehören der Wettbewerb mit anderen Händlern, Schikanen durch die Polizei und der ständige Kampf um den Lebensunterhalt in einem hart umkämpften Markt. Trotz dieser Herausforderungen gelingt es den Händlern, Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen und ein Gefühl der Gemeinschaft untereinander zu schaffen.


Einer der interessantesten Aspekte der Studie ist die Erforschung des Spannungsverhältnisses zwischen dem informellen Charakter des Souvenirhandels und den formellen Strukturen des Staates und der Tourismusindustrie. Die Forscher argumentieren, dass der informelle Charakter des Handels sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche ist. Einerseits ermöglicht er Flexibilität und Kreativität auf dem Markt. Andererseits macht er die Händler anfällig für Ausbeutung und Ausschluss aus den formellen Wirtschaftssystemen.


Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelt die Studie das Konzept des relationalen Marktaustauschs. Dieses Konzept unterstreicht die Bedeutung von Beziehungen und Netzwerken im Souvenirhandel. Es besagt, dass die Straßenhändler durch den Aufbau starker Beziehungen zu Kunden und anderen Händlern in der Lage sind, einen nachhaltigen Markt zu schaffen, von dem alle Beteiligten profitieren.


Insgesamt bietet diese Studie einen faszinierenden Blick auf den Souvenirhandel aus einer neuen Perspektive. Indem sie sich auf die Erfahrungen und Perspektiven der lokalen Händler konzentriert, beleuchtet sie die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung dieser oft übersehenen Branche. Außerdem bietet sie wertvolle Einblicke in die Herausforderungen, mit denen die Straßenhändler konfrontiert sind, und in die komplexen Beziehungen, die dem Souvenirmarkt zugrunde liegen.


Studierende als Akteure im politischen Wandel Afrikas Ein Vergleich studentischer Mobilisierung und Organisation in Mali und Kenia 1960-2018

Anna Deutschmann


Studierende als Akteure im politischen Wandel Afrikas

Ein Vergleich studentischer Mobilisierung und Organisation in Mali und Kenia 1960-2018

Die Mobilisierung und Organisation von Studenten hat eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der politischen Landschaft auf der ganzen Welt gespielt. Die Macht junger Menschen, sich zu organisieren und Veränderungen zu fordern, hat sich immer wieder gezeigt, von der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten bis zum Arabischen Frühling im Nahen Osten. In diesem Artikel werden wir die Bedeutung der Mobilisierung und Organisation von Studenten untersuchen und uns dabei auf Erkenntnisse aus der Soziologie der Eliten und der sozialwissenschaftlichen Bewegungsforschung stützen. Außerdem werden wir zwei empirische Fallstudien aus Mali und Kenia untersuchen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung und Bedeutung der studentischen Organisation in bestimmten politischen Gelegenheitsstrukturen zu beleuchten.Die Soziologie der Eliten und die sozialwissenschaftliche Bewegungsforschung


Die Soziologie der Eliten ist ein Teilgebiet der Soziologie, das sich mit dem Studium der Eliten, also derjenigen, die Macht und Einfluss in der Gesellschaft haben, beschäftigt. Dieses Forschungsgebiet ist wichtig, weil es uns hilft zu verstehen, wie die Macht in der Gesellschaft verteilt und erhalten wird und wie sie in Frage gestellt und verändert werden kann. Die sozialwissenschaftliche Bewegungsforschung hingegen ist ein Teilgebiet der Soziologie, das sich auf die Untersuchung sozialer Bewegungen und der Faktoren konzentriert, die zu ihrem Erfolg oder Misserfolg beitragen.


Beide Studienbereiche sind für das Verständnis der studentischen Mobilisierung und Organisation von Bedeutung. Die Soziologie der Eliten hilft uns zu verstehen, wie Studentenbewegungen die in der Gesellschaft bestehenden Machtstrukturen herausfordern und verändern können. Die sozialwissenschaftliche Bewegungsforschung hilft uns, die Faktoren zu verstehen, die zum Erfolg oder Misserfolg von Studentenbewegungen beitragen.


Fallstudien: Mali und Kenia


Um die Bedeutung der Mobilisierung und Organisation von Studenten zu veranschaulichen, werden wir zwei Fallstudien aus Mali und Kenia untersuchen. Diese Fälle zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung und Bedeutung der studentischen Organisation in bestimmten politischen Gelegenheitsstrukturen.


In Mali spielte die Studentenbewegung eine wichtige Rolle beim Sturz von Präsident Moussa Traoré im Jahr 1991. Die Studenten standen an der Spitze der Proteste, die schließlich zum Sturz des Präsidenten führten. Die Studentenbewegung in Mali konnte sich aufgrund einer besonderen politischen Gelegenheitsstruktur mobilisieren. Das Land befand sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und die Unzufriedenheit mit der Regierung war weit verbreitet. Die Studentenbewegung war in der Lage, aus dieser Unzufriedenheit Kapital zu schlagen und sie zu nutzen, um die Menschen zu mobilisieren und Veränderungen zu fordern.


In Kenia hat die Studentenbewegung eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der politischen Landschaft gespielt. Die Studentenbewegung in Kenia ist seit den 1960er Jahren aktiv und hat sich an einer Reihe von politischen Kampagnen und Bewegungen beteiligt. Die Bewegung konnte sich aufgrund einer besonderen politischen Gelegenheitsstruktur mobilisieren. Kenia hat eine Geschichte politischer Instabilität und Korruption, und die Studentenbewegung konnte dies nutzen, um die Menschen zu mobilisieren und Veränderungen zu fordern.


Gemeinsamkeiten und Unterschiede


Die Fälle Mali und Kenia zeigen Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Entwicklung und Bedeutung von Studentenorganisationen in bestimmten politischen Gelegenheitsstrukturen. In beiden Fällen war die Studentenbewegung in der Lage, aufgrund einer bestimmten politischen Gelegenheitsstruktur zu mobilisieren. In Mali konnte die Bewegung aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Unzufriedenheit mit der Regierung Kapital schlagen. In Kenia war die Bewegung in der Lage, die politische Instabilität und Korruption des Landes zu nutzen, um die Menschen zu mobilisieren und Veränderungen zu fordern.


Allerdings gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden Fällen. In Mali spielte die Studentenbewegung eine wichtige Rolle beim Sturz des Präsidenten. In Kenia war die Studentenbewegung an einer Reihe von politischen Kampagnen und Bewegungen beteiligt, konnte aber noch nicht den gleichen Erfolg erzielen wie die Bewegung in Mali.


Die Bedeutung der Akteure


Die Fälle Mali und Kenia verdeutlichen auch die Bedeutung der Akteure bei der Mobilisierung und Organisation von Studenten. In beiden Fällen war die Studentenbewegung in der Lage, sich aufgrund der Aktionen bestimmter Akteure zu mobilisieren. In Mali konnte die Bewegung durch die Aktionen von Studentenführern mobilisiert werden, die in der Lage waren, Menschen zu organisieren und zu mobilisieren, um Veränderungen zu fordern. In Kenia konnte die Bewegung durch die Aktionen studentischer Aktivisten mobilisiert werden, die in der Lage waren, soziale Medien zu nutzen, um die Menschen zu mobilisieren.


Diese Akteure spielen auch eine Rolle bei der Rekrutierung der politischen Eliten. In beiden Fällen gelang es der Studentenbewegung, politische Eliten zu rekrutieren, die mit ihrer Sache sympathisierten. In Mali führte dies zum Sturz des Präsidenten. In Kenia hat dies dazu geführt, dass studentische Aktivisten in politische Kampagnen und Bewegungen eingebunden wurden.


Schlussfolgerung


Die Mobilisierung und Organisation von Studenten hat eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der politischen Landschaft in der ganzen Welt gespielt. Die Fälle Mali und Kenia zeigen, wie wichtig studentische Organisation in bestimmten politischen Gelegenheitsstrukturen ist und wie situative und strukturelle Möglichkeiten politisches Handeln beeinflussen und fördern. Die Akteure, die an der Mobilisierung und Organisation von Studenten beteiligt sind, spielen auch eine Rolle bei der Rekrutierung der politischen Eliten. Daher kann die Bedeutung der studentischen Mobilisierung und Organisation nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig, dass junge Menschen an politischen Prozessen beteiligt sind und dass ihre Stimmen gehört werden.


Wie Corona Afrika verändert Ein entwicklungspolitischer Überblick.

Rainer Tetzlaff, Wolff-Christian Peters


Wie Corona Afrika verändert

Ein entwicklungspolitischer Überblick.


Die Corona-Pandemie hat in verschiedenen Ländern der Welt weitreichende wirtschaftliche, soziale und politische Folgen verursacht. In diesem Beitrag werden wir die Auswirkungen der Pandemie auf drei afrikanische Länder - Äthiopien, Sambia und Südafrika - analysieren. Die Pandemie hat die Schwächen der Regierungspolitik in diesen Ländern aufgedeckt und die Notwendigkeit wirksamer Maßnahmen zur Abschwächung der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft, die sozialen Strukturen und die politischen Systeme dieser Länder deutlich gemacht.Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt mit einer Bevölkerung von über 100 Millionen Menschen. Die Regierung hat nur unzureichend auf die Pandemie reagiert. Es gibt nur wenige Tests und Kontaktverfolgungen, und es fehlen die Mittel, um die Betroffenen angemessen zu versorgen. Das Land wurde auch durch den Verlust von Überweisungen aus dem Ausland hart getroffen, die für viele Äthiopier eine wichtige Einkommensquelle darstellten. Die Pandemie hat auch zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise geführt, so dass es für viele Menschen schwierig ist, sich das Nötigste zu leisten, und Hunger und Armut zugenommen haben.


Sambia, ein weiteres afrikanisches Land, ist ebenfalls stark von der Pandemie betroffen. Die Regierung hat nur langsam auf die Pandemie reagiert, mit unzureichenden Tests und der Rückverfolgung von Kontaktpersonen, unzureichenden Ressourcen für Gesundheitseinrichtungen und mangelnder Unterstützung für gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Pandemie hat auch erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht, da viele Unternehmen schließen mussten und viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Das Land hat auch einen Anstieg der Lebensmittelpreise erlebt, so dass viele Menschen Mühe haben, sich das Nötigste zu leisten.


Südafrika, das am weitesten entwickelte Land Afrikas, ist ebenfalls stark von der Pandemie betroffen. Die Regierung hat gut auf die Pandemie reagiert, indem sie wirksame Tests und Kontaktverfolgung durchgeführt und ein umfassendes Impfprogramm aufgelegt hat. Allerdings hat das Land auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden erlitten, da viele Unternehmen schließen mussten und viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die Pandemie hat auch die bestehenden sozialen Ungleichheiten verschärft. Viele gefährdete Bevölkerungsgruppen leiden unter Hunger, Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven für eine verzweifelte Jugend.


Eines der größten Probleme für diese Länder ist die Beschaffung von Impfstoffen. Viele afrikanische Länder haben aufgrund des begrenzten Angebots und der hohen Nachfrage Schwierigkeiten, genügend Impfstoffe zum Schutz ihrer Bevölkerung zu beschaffen. Dies hat dazu geführt, dass einige Länder im Wettlauf um die Impfung ihrer Bevölkerung ins Hintertreffen geraten sind, was zu einer lang anhaltenden Pandemie und weiteren wirtschaftlichen und sozialen Schäden führen könnte.


Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zukunft der Gesellschaften, die bereits unter Hunger, Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit einer verzweifelten Jugend leiden. Die Pandemie hat den Druck auf diese Gesellschaften erhöht und viele Menschen dazu veranlasst, auf der Suche nach besseren Möglichkeiten auszuwandern. Dies hat zum Anstieg der illegalen Migration und des Menschenhandels geführt, was die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen weiter verschärft.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Corona-Pandemie für viele afrikanische Länder, darunter Äthiopien, Sambia und Südafrika, erhebliche wirtschaftliche, soziale und politische Folgen hatte. Das Versagen der Regierungspolitik in diesen Ländern wurde aufgedeckt, was die Notwendigkeit wirksamer politischer Maßnahmen zur Abschwächung der negativen Auswirkungen der Pandemie unterstreicht. Fragen der Beschaffung von Impfstoffen und der Zukunft von Gesellschaften, die bereits unter Hunger, Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven für eine verzweifelte Jugend leiden, müssen unbedingt angegangen werden. Es ist wichtig, dass die afrikanischen Regierungen zusammenarbeiten, um wirksame Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die die negativen Auswirkungen der Pandemie abmildern und widerstandsfähigere Gesellschaften aufbauen.


Wie Menschen weltweit das Klima retten Licht-Bringer, Wald-Macher, Wasser-Kämpfer.

Thomas Kruchem


Wie Menschen weltweit das Klima retten

Licht-Bringer, Wald-Macher, Wasser-Kämpfer. 


Die katastrophalen Berichte über den Klimawandel können überwältigend sein und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit hinterlassen. Doch inmitten des Chaos gibt es Menschen, die unter den widrigsten Umständen Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten ergreifen. Der preisgekrönte Journalist und Entwicklungsexperte Thomas Kruchem hat sechs erfolgreiche Initiativen besucht, die einen bedeutenden Einfluss auf den Klimawandel haben. In fesselnden und reich bebilderten Geschichten zeigt Kruchem, wie diese Initiativen Gemeinschaften auf der ganzen Welt helfen, sich zu entwickeln und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.Eine der Initiativen, die Kruchem besucht hat, befindet sich in Mali, wo die Solarenergie Dörfer verändert. Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt, und seine Bewohner sind stark vom Klimawandel betroffen. Durch den Einsatz von Solarenergie sind die Dörfer nun jedoch in der Lage, ihren eigenen Strom zu erzeugen, was das Leben der Menschen dramatisch verbessert hat. Diese einfache, aber effektive Lösung hat es den Dorfbewohnern ermöglicht, ihre Häuser, Schulen und Krankenhäuser mit Strom zu versorgen, was zu besseren Gesundheits- und Bildungsergebnissen geführt hat.


Eine weitere Initiative, auf die Kruchem gestoßen ist, war in La Paz, wo sich die Menschen gegen die Wasserknappheit wappnen. La Paz ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt, und ihre Wasserversorgung ist aufgrund des Klimawandels bedroht. Die Bürger haben sich jedoch zusammengetan und ein System zum Sammeln und Recyceln von Wasser geschaffen, das dazu beigetragen hat, die Wasserknappheit zu lindern. Diese Initiative hat nicht nur dazu beigetragen, die Wasserversorgung der Stadt zu sichern, sondern hat auch die Bürger in die Lage versetzt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.


Kruchem besuchte auch Niger und Äthiopien, wo die Menschen neue Wälder schaffen und Landwirtschaft betreiben. In beiden Ländern hat die Abholzung der Wälder verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Durch die Schaffung neuer Wälder und nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken sind die Gemeinden nun jedoch in der Lage, zu gedeihen und gleichzeitig ihren CO2-Fußabdruck zu verringern. Diese Initiativen haben nicht nur zum Schutz der Umwelt beigetragen, sondern auch zur Linderung von Armut und Ernährungsunsicherheit.


In Haiti und Schottland hat Kruchem entdeckt, wie die Menschen neue Wälder schaffen. In Haiti hat die Abholzung der Wälder zu verheerenden Erdrutschen geführt, die viele Menschenleben gefordert haben. Eine Gruppe von Menschen hat sich jedoch zusammengetan, um neue Wälder anzulegen, was dazu beigetragen hat, den Boden zu stabilisieren und weitere Erdrutsche zu verhindern. In Schottland hat die Wiederaufforstung der Highlands dazu beigetragen, das natürliche Ökosystem wiederherzustellen und die Tierwelt zu schützen. Beide Initiativen haben gezeigt, wie sich die Schaffung neuer Wälder positiv auf die Umwelt und die Menschen, die auf sie angewiesen sind, auswirken kann.


Schließlich besuchte Kruchem die Slums von Manila, wo klimasichere Wohnquartiere geschaffen werden. Die Slums von Manila sind sehr anfällig für den Klimawandel, der zu Überschwemmungen und Vertreibung geführt hat. Durch die Schaffung von klimasicheren Wohnvierteln können die Menschen nun jedoch in sicheren und geschützten Wohnungen leben, die auch extremen Wetterbedingungen standhalten. Diese Initiative hat nicht nur dazu beigetragen, die Menschen in Manila zu schützen, sondern hat sie auch in die Lage versetzt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die katastrophalen Berichte über den Klimawandel zwar überwältigend sein können, dass es aber auch Menschen gibt, die Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten ergreifen. Die Initiativen, die Kruchem besucht hat, machen deutlich, dass kritisches Klimadenken Zusammenhänge schafft und zu effektiven Lösungen führen kann, die sowohl der Umwelt als auch den Menschen, die auf sie angewiesen sind, zugute kommen. Diese Initiativen zeigen, dass es selbst unter widrigen Umständen möglich ist, beeindruckende Dinge zum Schutz unseres Klimas zu erreichen.



Zurück aus Afrika Die ethnopsychoanalytische Erweiterung der Psychoanalyse

Paul Parin


Zurück aus Afrika

Die ethnopsychoanalytische Erweiterung der Psychoanalyse


Das Gebiet der Psychoanalyse war schon immer eng mit Fragen der Kultur und Gesellschaft verwoben. Doch erst die ethnopsychoanalytischen Erfahrungen in Westafrika zwischen 1954 und 1971 eröffneten neue Einsichten in die Zusammenhänge zwischen sozialen Institutionen und unbewussten Prozessen. In diesem Band, der Schriften aus den Jahren 1975 bis 1982 enthält, werden diese Einsichten im Detail erforscht und ihre Auswirkungen auf das breitere Feld der Psychoanalyse erwogen.Im Mittelpunkt der ethnopsychoanalytisch vertieften Psychoanalyse steht die Vorstellung, dass innere Konflikte eng mit sozialen Bedingungen und historischen Prozessen verbunden sind. Durch die Erforschung der Art und Weise, wie Kultur und Gesellschaft unsere unbewussten Erfahrungen formen, können Psychoanalytiker ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, wie unser Geist funktioniert und wie wir denjenigen am besten helfen können, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben.


Eine der Schlüsselfiguren auf diesem Gebiet ist Georges Devereux, ein französischer Psychoanalytiker, der viele Jahre lang die Kulturen der Dogon in Mali studierte. Devereux vertrat die Ansicht, dass wir durch die Untersuchung der Art und Weise, wie verschiedene Kulturen mit psychischer Gesundheit und Krankheit umgehen, unsere eigenen kulturellen Vorurteile und Vorannahmen besser verstehen können.


Eine weitere wichtige Figur des ethnopsychoanalytischen Denkens ist Mannoni Octave, der untersuchte, wie Kolonialismus und Rassismus unsere unbewussten Erfahrungen prägen. In seinem bahnbrechenden Werk "Die Psychologie der Kolonisation" vertrat Mannoni die Ansicht, dass das Bedürfnis der Kolonisatoren, Macht und Kontrolle über die kolonisierte Bevölkerung aufrechtzuerhalten, zu einem tiefsitzenden Gefühl der Unsicherheit und Angst führt. Dies wiederum schafft einen Kreislauf aus psychologischer Unterdrückung und Widerstand, der die Erfahrungen sowohl des Kolonisators als auch der Kolonisierten prägt.


Die aus diesen und anderen ethnopsychoanalytischen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse haben das Feld der Psychoanalyse nachhaltig beeinflusst. Sie haben dazu beigetragen, unser Verständnis davon zu erweitern und zu vertiefen, wie unser Geist funktioniert und wie wir denjenigen am besten helfen können, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Durch die Erforschung der Art und Weise, wie Kultur und Gesellschaft unsere unbewussten Erfahrungen formen, können wir ein tieferes Verständnis von uns selbst und anderen gewinnen und uns für eine gerechtere und ausgewogenere Welt einsetzen.


 Zwischen Antisemitismus und Apartheid Jüdinnen und Juden in Südafrika (1948 - 1990).

Hanno Plass


Zwischen Antisemitismus und Apartheid

Jüdinnen und Juden in Südafrika (1948 - 1990). 


Südafrikanische Juden und ihre unverhältnismäßige Rolle im Widerstand gegen die ApartheidDie Geschichte der Apartheid in Südafrika ist eine dunkle und schmerzhafte Geschichte. Mehr als fünf Jahrzehnte lang setzte das weiße Minderheitsregime in dem Land eine Politik der Segregation und Diskriminierung von nicht-weißen Südafrikanern durch. Während dieser Zeit unterstützte die Mehrheit der weißen Bevölkerung das System der Apartheid und profitierte davon. Es gab jedoch auch einige, die sich dagegen wehrten, darunter eine unverhältnismäßig große Zahl südafrikanischer Juden.


In seinem Buch "Jüdische Südafrikaner und der Widerstand gegen die Apartheid: The Uneasy Alliance" untersucht der Autor Hanno Plass das Phänomen des jüdischen Widerstands gegen die Apartheid im Verhältnis zu ihrer Zahl. Er untersucht die Rolle, den Einfluss und die Motive jüdischer Aktivisten wie Esther und Hymie Barsel, Lionel "Rusty" und Hilda Bernstein, Rica Hodgson, Bram Fischer, Denis Goldberg, Joe Slovo und Ruth First, die ihr Leben riskierten, um für die Befreiung vom rassistisch motivierten weißen Minderheitsregime zu kämpfen.


Eine der wichtigsten Fragen, die Plass zu beantworten versucht, ist, warum Juden einen so großen Anteil an den Anti-Apartheid-Aktivisten hatten. Um dies zu verstehen, erforscht er die Erfahrungen, die diese Menschen zum Widerstand motivierten. Er untersucht das Konzept der "jüdischen Erfahrung" und fragt, ob es einen ausgeprägten "jüdischen Erfahrungsraum" gibt, der in ihren Handlungen zu erkennen ist.


Plass gibt auch einen historischen Überblick über die Apartheid in Südafrika und beschreibt die wesentlichen Weichenstellungen für die Gesellschaft in dieser Zeit. Er erforscht die komplexen Faktoren, die zum Aufstieg des Apartheidsystems beigetragen haben, darunter das koloniale Erbe des Landes, der Einfluss der Ideologie der weißen Vorherrschaft und die wirtschaftlichen Interessen der herrschenden Elite.


Einer der Schlüsselfaktoren, die Plass für die unverhältnismäßige Beteiligung der südafrikanischen Juden am Anti-Apartheid-Kampf ausmacht, ist ihre Geschichte der Verfolgung und des Exils. Viele Juden in Südafrika waren Flüchtlinge oder die Nachkommen von Flüchtlingen, die vor der Verfolgung in Europa geflohen waren. Sie hatten die verheerenden Auswirkungen von Diskriminierung und Unterdrückung aus erster Hand erfahren, und diese Geschichte von Trauma und Vertreibung motivierte sie zum Kampf gegen die Apartheid.


Außerdem waren viele Juden in Südafrika in linken politischen Bewegungen aktiv, die zu den entschiedensten Gegnern der Apartheid gehörten. Sie sahen den Kampf gegen die Apartheid als Teil eines umfassenderen Kampfes für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit.


Ein weiterer Faktor, den Plass identifiziert, ist das Engagement der jüdischen Gemeinschaft für Bildung und intellektuelle Forschung. Viele jüdische Aktivisten waren hochgebildet und hatten ein tiefes Verständnis für die sozialen und politischen Systeme, die der Apartheid zugrunde lagen. Sie waren in der Lage, starke Kritik am Regime zu üben und andere zu mobilisieren, sich dem Kampf gegen das Regime anzuschließen.


Trotz ihrer überproportionalen Rolle in der Anti-Apartheid-Bewegung befanden sich die südafrikanischen Juden oft in einer unangenehmen Allianz mit der schwarzen Mehrheit. Viele schwarze Südafrikaner misstrauten den Motiven der jüdischen Aktivisten und hatten das Gefühl, dass diese versuchten, den Kampf für ihre eigenen Zwecke zu vereinnahmen. Außerdem gab es Spannungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft selbst, da einige Mitglieder die Anti-Apartheid-Bewegung ablehnten.


Doch trotz dieser Herausforderungen spielten die jüdischen Aktivisten eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Apartheid. Ihre Bereitschaft, ihr Leben für die Sache der Befreiung zu riskieren, ist ein Beweis für ihr Engagement für Gerechtigkeit und Gleichheit. Durch die Erforschung der komplexen Faktoren, die ihre Handlungen motivierten, gibt Plass einen faszinierenden Einblick in die Rolle der Juden in der Anti-Apartheid-Bewegung und wirft ein Licht auf den breiteren Kampf für soziale Gerechtigkeit und Befreiung in Südafrika.



Die Politik und Geschichte Afrikas:

 


Überblick über die Vielfalt und Komplexität des


Kontinents, die Bedeutung der historischen


Kontextualisierung und Zielsetzung


Afrika ist ein Kontinent von beeindruckender Diversität und Komplexität. Seine politische und historische Landschaft ist geprägt durch eine Vielzahl von Einflüssen, die von präkolonialen Reichen bis hin zu modernen Nationalstaaten reichen. Die Geschichte Afrikas ist tief verwurzelt in der Menschheitsgeschichte selbst, gilt doch der Kontinent als Wiege der Menschheit. Die Erkenntnisse der Paläoanthropologie und Molekularbiologie bestätigen, dass die ersten Hominiden sich in Afrika entwickelten und von hier aus über den Globus verteilten. Diese historische Perspektive ist für das Verständnis der gegenwärtigen politischen Strukturen und Entwicklungen unerlässlich.


Die afrikanische Geschichte ist jedoch nicht nur uralt, sondern auch reich an fortgeschrittenen Zivilisationen, wie das alte Ägypten, das Königreich von Aksum oder die westafrikanischen Reiche von Ghana, Mali und Songhai zeigen. Die regionalen Aufteilungen des Kontinents, die durch natürliche Barrieren wie die Sahara oder den Regenwald entstanden sind, verdeutlichen die Unterschiedlichkeit der kulturellen und politischen Entwicklungen zwischen Nordafrika und den Regionen südlich der Sahara. Die Nord-Süd-Unterteilungen in der Sprachenverteilung sind ein weiteres Zeugnis dieser tiefen kulturellen Differenzierung.


Die koloniale Vergangenheit Afrikas und der transatlantische Sklavenhandel

haben tiefe Spuren hinterlassen und die politische Landkarte des Kontinents nachhaltig geprägt.


Das Erbe der europäischen Kolonisation und die Auswirkungen des Sklavenhandels sind bis heute in den politischen und gesellschaftlichen Strukturen der afrikanischen Staaten spürbar. Die Berliner Konferenz von 1884/85, die den "Wettlauf um Afrika" unter den europäischen Mächten legalisierte, stellt einen Wendepunkt in der Geschichte des Kontinents dar und hinterließ ein Erbe künstlicher Grenzziehungen, die ethnische und kulturelle Linien ignorierten und Konfliktpotenzial für zukünftige Generationen schufen.


Der Kampf um Unabhängigkeit und die darauffolgende Phase der Dekolonisation waren prägend für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Analyse ist essentiell, um die aktuellen politischen Strukturen und Herausforderungen zu verstehen. Die postkolonialen Herausforderungen, die von Staatsführung über Bürgerkriege und Diktaturen bis hin zu demokratischen Übergängen und aktuellen politischen Strömungen reichen, können nur vor dem Hintergrund dieser historischen Entwicklungen vollständig erfasst werden.


Die wirtschaftlichen Aspekte, insbesondere der Rohstoffreichtum vieler afrikanischer Staaten, sind eng mit der Politik verflochten. Der Einfluss von Landwirtschaft, Handel, ausländischen Investitionen und internationaler Entwicklungszusammenarbeit auf die politischen Strukturen darf nicht unterschätzt werden. Dies gilt ebenso für die fortwährende Bedeutung des Kontinents in globalen geopolitischen Strategien, wo Afrika sowohl als Markt als auch als Quelle natürlicher Ressourcen und als Partner in internationalen Beziehungen fungiert.


Dieses Whitepaper zielt darauf ab, einen fundierten und detaillierten Überblick über die Politik und Geschichte Afrikas zu geben. Es berücksichtigt die historische Entwicklung, die aktuellen politischen Herausforderungen und die wirtschaftlichen Perspektiven. Es soll ein Verständnis für die Ursprünge heutiger Konflikte und Herausforderungen schaffen und die Grundlage für künftige Handlungsempfehlungen und Prognosen bieten. Ziel ist es, einen Beitrag zur Förderung von Frieden, Stabilität und nachhaltiger Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent zu leisten.**Historische Entwicklung der afrikanischen Staaten: Von präkolonialen Gesellschaften und Reichen bis zu den Auswirkungen des Kolonialismus und des Transatlantischen Sklavenhandels auf die politische Landkarte Afrikas**


Vor dem Hintergrund der vielschichtigen präkolonialen Geschichte Afrikas und der daraus resultierenden politischen sowie sozioökonomischen Strukturen, ist es unerlässlich, die Dynamiken zu verstehen, die diese Ära prägten und zur Gestaltung der heutigen afrikanischen Staaten beitrugen. Die historische Entwicklung der afrikanischen Staaten ist ein komplexes Zusammenspiel aus lokalen Traditionen, interregionalen Beziehungen und externen Einflüssen, die eine einzigartige politische Landkarte formten.


Afrika vor dem Kolonialismus war ein Kontinent mit einer Fülle an Kulturen und politischen Systemen.

Es existierten hochentwickelte Königreiche und Reiche wie Ägypten, das Reich von Aksum, das Reich Ghana, Mali und Songhai, die durch Handelsnetzwerke, insbesondere den Transsaharahandel, miteinander verbunden waren. Dieser Handel führte nicht nur zum Austausch von Gütern wie Gold, Salz und Luxuswaren, sondern auch zum Transfer von Wissen, Religion und Kultur. Die islamische Expansion über Nordafrika hinaus hatte ebenso einen prägenden Einfluss auf die politische und kulturelle Entwicklung vieler afrikanischer Regionen.


Mit dem Beginn des transatlantischen Sklavenhandels im 16. Jahrhundert erlebte der Kontinent einen tiefgreifenden Wandel. Die Versklavung und der Zwangstransport von Millionen von Afrikanern hatten verheerende Auswirkungen auf die sozialen und ökonomischen Strukturen der betroffenen Gesellschaften. Die dadurch entstandenen demografischen Veränderungen und der Verlust von Arbeitskräften führten zu einer Schwächung der traditionellen Machtstrukturen und bereiteten den Boden für die spätere koloniale Durchdringung.


Die europäische Expansion nach Afrika im 19. Jahrhundert markierte eine weitere Zäsur. Die Etablierung von Kolonien und Protektoraten durch europäische Mächte, die sich auf der Berliner Konferenz 1884/85 die koloniale Aufteilung Afrikas aufteilten, verwischte präexistente Grenzen und schuf neue, oft willkürliche Territorialeinheiten. Diese künstlichen Grenzen missachteten bestehende ethnische, kulturelle und politische Gegebenheiten und legten den Grundstein für zahlreiche Konflikte der postkolonialen Ära.


Die koloniale Verwaltung überformte die traditionellen politischen Systeme und führte neue Verwaltungsstrukturen ein.


Gleichzeitig lösten die kolonialen Wirtschaftsstrukturen, die auf Ressourcenextraktion und Agrarexporte ausgerichtet waren, lokale Wirtschaftsformen ab und banden die Kolonien in die globalen Märkte ein. Die sozialen und politischen Konsequenzen dieser Eingriffe sind bis heute spürbar und prägen die politische Landkarte Afrikas.


Die Analyse der historischen Entwicklung der afrikanischen Staaten zeigt deutlich, dass die Kontinuität und der Wandel der politischen Strukturen eng mit globalen Prozessen verwoben sind. Der transatlantische Sklavenhandel und der Kolonialismus hinterließen ein Erbe, das die politische, wirtschaftliche und soziale Realität Afrikas bis in die Gegenwart beeinflusst. Um die heutigen Herausforderungen und die politische Dynamik Afrikas zu verstehen, ist es daher unabdingbar, die historischen Wurzeln und Entwicklungsprozesse zu berücksichtigen und kritisch zu reflektieren.


In diesem Kontext ist es essentiell, die postkoloniale Staatenbildung und die politische Neuausrichtung im Licht dieser historischen Ereignisse zu betrachten und zu analysieren, wie afrikanische Länder mit dem Erbe des Kolonialismus und des Sklavenhandels umgehen und eigene Wege der Staatsbildung und Entwicklung beschreiten.


Der Kampf um Unabhängigkeit und die Entkolonialisierung: Analyse der Unabhängigkeitsbewegungen, Schlüsselpersonen und Ereignisse, die zur Befreiung afrikanischer Staaten führten


Die Entkolonialisierung Afrikas war ein facettenreicher Prozess, der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte und sowohl auf dem afrikanischen Kontinent als auch auf internationaler Ebene tiefgreifende politische Veränderungen mit sich brachte. Die Strömungen der Unabhängigkeitsbewegungen waren vielfältig und wurden von Schlüsselpersonen angeführt, deren Einfluss und Visionen die Richtung des Wandels bestimmten.


Nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich die europäischen Kolonialmächte in einer Phase der Schwächung. Die fortwährende Unterdrückung und Ausbeutung der afrikanischen Länder und die globale Verbreitung von Ideen der Selbstbestimmung und Menschenrechten förderten die Entstehung von Unabhängigkeitsbewegungen. Diese Bewegungen waren geprägt von einer Mischung aus friedlichem Protest, politischen Verhandlungen und bewaffneten Aufständen.


In Westafrika war Ghana unter der Führung von Kwame Nkrumah ein Vorreiter der Unabhängigkeit. Nkrumah, ein überzeugter Panafrikanist, trug maßgeblich dazu bei, den Gedanken der afrikanischen Einheit und Selbstbestimmung zu verbreiten. Seine Vision und sein Engagement inspirierten weitere Unabhängigkeitsbestrebungen im gesamten Kontinent.


In Algerien führte der blutige Befreiungskrieg gegen die französische Kolonialmacht, angeführt von der Front de Libération Nationale (FLN), zu einem der prägendsten Ereignisse in der Dekolonisationsgeschichte Afrikas. Dieser Konflikt zeigte die Entschlossenheit der afrikanischen Bevölkerung auf, die koloniale Herrschaft abzuschütteln, und verdeutlichte gleichzeitig die Brutalität, mit der die Kolonialmächte an ihren Besitzungen festhielten.


In Ostafrika wurde die Unabhängigkeit Kenias maßgeblich von Jomo Kenyatta und der Mau-Mau-Bewegung geprägt. Trotz des harten Vorgehens der britischen Kolonialmacht gegen die aufständischen Kräfte, konnte Kenia letztendlich seine Unabhängigkeit erringen, was zu einem Dominoeffekt in der Region führte.


Südafrika hingegen erlebte eine andere Form des Kampfes. Die Apartheidspolitik und die daraus resultierende Unterdrückung der nicht-weißen Bevölkerungsmehrheit riefen weltweite Empörung hervor. Schlüsselfiguren wie Nelson Mandela, Oliver Tambo und Desmond Tutu wurden zu Symbolen des Widerstands gegen das Apartheidregime. Der lange Weg zur Freiheit war hier nicht nur mit der Unabhängigkeit von kolonialer Herrschaft, sondern auch mit der Überwindung eines tief verwurzelten Systems der Rassendiskriminierung verbunden.


Die Unabhängigkeitsbewegungen Afrikas waren zudem gekennzeichnet durch die Unterstützung internationaler Organisationen und anderer Staaten.


Die Vereinten Nationen spielten eine Rolle bei der Förderung des Selbstbestimmungsrechts der Völker, und der Kalte Krieg bot ein geopolitisches Umfeld, in dem die Supermächte in die Unabhängigkeitsprozesse involviert waren – oftmals mit eigenen strategischen Interessen.


Diese historische Phase der Entkolonialisierung war jedoch nur der Anfang eines langen Weges, denn die neu gewonnene Unabhängigkeit brachte auch neue Herausforderungen mit sich. Die jungen afrikanischen Staaten sahen sich mit der Aufgabe konfrontiert, aus den Trümmern der Kolonialherrschaft neue nationale Identitäten, politische Strukturen und Wirtschaftssysteme zu schaffen.


Die Entkolonialisierung Afrikas ist ein komplexes Kapitel der Weltgeschichte, das durch das Engagement und den Mut zahlreicher Individuen und Gruppen geprägt wurde. Es verdeutlicht, wie der Wunsch nach Selbstbestimmung, Freiheit und Gerechtigkeit zu tiefgreifenden Veränderungen führen kann, die die Welt für immer verändern.**Postkoloniale Herausforderungen und politische Entwicklungen: Betrachtung der postkolonialen Staatsführung, Bürgerkriege, Diktaturen, demokratische Übergänge und aktuelle politische Strömungen**


Nach der Epoche der Unabhängigkeitsbewegungen und der Entkolonialisierung sahen sich die jungen afrikanischen Staaten einer Vielzahl von Herausforderungen gegenübergestellt, die sowohl interne als auch externe Wurzeln hatten. Die Phase der postkolonialen Staatsbildung war geprägt von dem Versuch, aus den Trümmern der Kolonialherrschaft neue nationale Identitäten zu formen, was häufig unter schwierigen Bedingungen erfolgen musste. In vielen Fällen waren die Grenzen der neuen Staaten willkürlich gezogen und spiegelten nicht die ethnischen, kulturellen und sozialen Realitäten wider. Dies führte zu Spannungen und Konflikten, die das postkoloniale Afrika bis heute prägen.


In den ersten Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit etablierten sich in zahlreichen afrikanischen Ländern autoritäre Regime, die durch Einparteiensysteme, Militärdiktaturen oder persönliche Herrschaftsstrukturen gekennzeichnet waren. Die Demokratisierungswelle, die Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre einsetzte, brachte zwar politische Liberalisierung und die Einführung von Mehrparteiensystemen, doch diese demokratischen Übergänge waren oft fragil und von Rückschlägen bedroht. Die politische Landschaft Afrikas bleibt vielschichtig und ist durch eine Mischung aus demokratischen, semi-demokratischen und autoritären Regimen gekennzeichnet.


Bürgerkriege und innerstaatliche Gewaltkonflikte haben in der postkolonialen Ära ebenfalls eine bedeutsame Rolle gespielt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von der Auseinandersetzung um politische Macht und Ressourcenkontrolle über ethnische und religiöse Spannungen bis hin zu den Auswirkungen externer Einflüsse und Interventionen. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Vereinten Nationen und regionale Organisationen wie die Afrikanische Union, haben wiederholt versucht, in diesen Konflikten zu vermitteln und Friedensprozesse zu unterstützen.


Die wirtschaftliche Entwicklung ist eng mit den politischen Herausforderungen verbunden.



Rohstoffreichtum hat in einigen Ländern zwar zu ökonomischem Wachstum geführt, aber auch zu sogenannten "Ressourcenflüchen" und ungleicher Entwicklung. Korruption und schlechte Regierungsführung haben die wirtschaftlichen Perspektiven vieler afrikanischer Staaten zusätzlich beeinträchtigt.


In jüngerer Zeit sind neue politische Strömungen und soziale Bewegungen entstanden, die eine aktive Zivilgesellschaft und ein stärkeres Engagement für Demokratie und Menschenrechte fordern. Jugendliche, insbesondere, treiben diesen Wandel voran, da sie einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen und zunehmend Zugang zu Bildung und modernen Kommunikationstechnologien haben.


Die aktuellen politischen Entwicklungen in Afrika sind somit ein Spiegelbild der komplexen Wechselwirkungen zwischen historischen Erbschaften, gesellschaftlicher Dynamik und externen Einflüssen. Die Zukunft des Kontinents wird davon abhängen, wie es den afrikanischen Ländern gelingt, ihre internen Konflikte zu lösen, inklusive und nachhaltige Wirtschaftsmodelle zu entwickeln und demokratische Institutionen zu stärken.**Wirtschaftliche Aspekte und ihre Verflechtung mit der Politik: Diskussion über die Auswirkungen von Rohstoffreichtum, Landwirtschaft, Handel, ausländischen Investitionen und internationaler Entwicklungszusammenarbeit auf die politischen Strukturen**


Die wirtschaftliche Entwicklung eines Staates ist untrennbar mit dessen politischen Strukturen verflochten. In Afrika, einem Kontinent, der sowohl mit reichen Bodenschätzen als auch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist, werden diese Verbindungen besonders deutlich. Der Reichtum an natürlichen Ressourcen hat das politische Gefüge vieler afrikanischer Länder geprägt und beeinflusst diese bis in die Gegenwart. 


Der Rohstoffreichtum, insbesondere von Mineralien und Erdöl, hat in einigen afrikanischen Staaten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung geführt.


 Dieser sogenannte "Ressourcenfluch" kann jedoch auch negative Auswirkungen haben, wenn es um die Verteilung der Einnahmen und die Entstehung von Abhängigkeiten geht. Die Einnahmen aus dem Rohstoffgeschäft haben in der Vergangenheit vielfach autoritäre Regime gestärkt, indem sie es ihnen ermöglichten, Patronagesysteme aufzubauen und politische Opposition zu unterdrücken. Die Konzentration auf den Export von Rohstoffen führt außerdem oft zu einer Vernachlässigung anderer Sektoren wie der Landwirtschaft oder dem produzierenden Gewerbe, was zu einer einseitigen Wirtschaftsstruktur und einer geringeren Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Preisschwankungen führt.


Die Landwirtschaft bleibt für die Mehrheit der afrikanischen Länder ein entscheidender Wirtschaftssektor, der das Leben der Bevölkerung direkt beeinflusst. Die politischen Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, durch geeignete Agrarpolitik und Investitionen in Infrastruktur die Produktivität zu steigern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Landreformen und die Sicherung von Landrechten sind politisch sensible Themen, die über Erfolg oder Misserfolg landwirtschaftlicher Entwicklungsstrategien entscheiden können.


Der Handel, sowohl innerhalb des Kontinents als auch mit anderen Teilen der Welt, bildet eine weitere Achse, entlang derer sich die politischen Strukturen Afrikas ausrichten. Regionale Handelsabkommen und Zollunionen wie die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) haben das Potenzial, die wirtschaftliche Integration zu fördern und den Kontinent als globalen Akteur zu stärken. Gleichzeitig bedarf es politischer Stabilität und verlässlicher rechtlicher Rahmenbedingungen, um das Vertrauen von Handelspartnern und Investoren zu gewinnen.


Ausländische Investitionen sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind sie eine Quelle für Kapital, Technologie und Know-how, die zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können. Andererseits bergen sie die Gefahr neokolonialer Abhängigkeiten, wenn sie nicht im Einklang mit den nationalen Entwicklungszielen stehen oder negative soziale und ökologische Auswirkungen haben. Die politischen Entscheidungsträger müssen daher sicherstellen, dass Investitionsvereinbarungen transparent und zum Nutzen der gesamten Bevölkerung gestaltet sind.


Die internationale Entwicklungszusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Entwicklungsprozessen.


Dabei ist es entscheidend, dass diese Hilfe nicht als Instrument politischer Einflussnahme missbraucht wird, sondern in partnerschaftlicher Abstimmung mit den afrikanischen Ländern erfolgt und deren Eigenverantwortung stärkt. Ansonsten kann es zu einer Schwächung der politischen Autonomie und zu einer Abhängigkeit von externer Unterstützung kommen.


Die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichen Aspekten und politischen Strukturen sind somit vielschichtig und komplex. Die Zukunft Afrikas wird maßgeblich davon abhängen, wie es gelingt, wirtschaftliche Chancen zu nutzen, ohne die politische Selbstbestimmung und die soziale Kohäsion zu gefährden. Die Gestaltung einer ausgewogenen und nachhaltigen Wirtschaftspolitik bleibt eine zentrale Herausforderung für die politischen Führungskräfte des Kontinents.**Zukunftsprognosen und Handlungsempfehlungen: Abschließende Bewertung der politischen Stabilität und der demokratischen Entwicklung Afrikas, sowie Vorschläge für Politik und internationale Kooperation zur Förderung von Frieden und nachhaltiger Entwicklung**


Dieses Whitepaper schließt mit einer abschließenden Bewertung der politischen Stabilität und demokratischen Entwicklung des afrikanischen Kontinents sowie mit Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Die historische Betrachtung hat gezeigt, dass Afrika sich an einem entscheidenden Wendepunkt befindet, an dem die Weichen für eine stabile, demokratische und prosperierende Zukunft gestellt werden müssen.


Die politische Stabilität in Afrika ist weiterhin durch eine Vielzahl von Faktoren bedroht, darunter ethnische Spannungen, politische Machtkämpfe, Korruption und ökonomische Disparitäten. Die demokratische Entwicklung ist in einigen Teilen des Kontinents ermutigend, jedoch uneinheitlich und in vielen Regionen von Rückschlägen und Herausforderungen geprägt. Während einige Länder beachtliche Fortschritte in Richtung einer konsolidierten Demokratie verzeichnen, sind andere von anhaltenden Konflikten und autoritären Tendenzen betroffen.


Die internationale Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung Afrikas auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung und bei der Stärkung der politischen Institutionen. Um effektive und langfristige Ergebnisse zu erzielen, sollten folgende Handlungsempfehlungen beachtet werden:


1. Förderung der Rechtsstaatlichkeit: Es ist unerlässlich, dass afrikanische Regierungen rechtsstaatliche Prinzipien verankern. Dazu gehören ein unabhängiges Justizwesen, die Einhaltung von Menschenrechten und der Schutz grundlegender Freiheiten.


2. Unterstützung demokratischer Institutionen: Stärkung von Parlamenten, Wahlkommissionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist notwendig, um eine breite Partizipation der Bevölkerung am politischen Prozess zu gewährleisten.


3. Wirtschaftliche Diversifizierung: Die Abhängigkeit von Rohstoffexporten macht afrikanische Ökonomien anfällig. Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Technologie können helfen, breitere wirtschaftliche Strukturen zu schaffen.


4. Konfliktprävention und Friedensförderung: Regionale und internationale Akteure sollten in präventive Diplomatie investieren und Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten unterstützen.


5. Investitionen in Bildung und Jugend: Angesichts der jungen Bevölkerung Afrikas ist es entscheidend, in Bildung und berufliche Bildung zu investieren, um die Jugend in die Lage zu versetzen, eine positive Rolle in der Entwicklung ihrer Länder zu spielen.


6. Förderung inklusiver Entwicklungsmodelle: Entwicklungszusammenarbeit sollte darauf abzielen, inklusive Wachstumsmodelle zu unterstützen, die allen Bevölkerungsschichten zugutekommen und soziale Ungleichheiten abbauen.


7. Stärkung regionaler Integration: Die Afrikanische Union und subregionale Organisationen sollten in ihren Bemühungen um regionale Integration und Zusammenarbeit unterstützt werden, um gemeinsame Sicherheits- und Entwicklungsziele zu erreichen.


8. Anpassung an den Klimawandel: Afrika ist besonders verwundbar gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Internationale Partnerschaften und Finanzierungen sind notwendig, um Anpassungsmaßnahmen und nachhaltige Entwicklungsstrategien zu fördern.


Die Zukunft Afrikas hängt von der Fähigkeit ab, gemeinsame Visionen für eine stabile und demokratische Entwicklung zu formulieren und umzusetzen. Die Empfehlungen dieses Whitepapers sollen Orientierung bieten und die internationale Gemeinschaft dazu ermutigen, ihre Kooperation mit dem afrikanischen Kontinent zu intensivieren und auf eine Weise zu gestalten, die die Eigenverantwortung und die spezifischen Bedürfnisse der afrikanischen Staaten berücksichtigt. Nur durch ein konzertiertes Vorgehen, das sowohl lokale als auch internationale Akteure einbezieht, kann der afrikanische Kontinent sein volles Potenzial entfalten und einen dauerhaften Frieden sowie nachhaltige Entwicklung erreichen.


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